eSport

Teures Nachspiel für G2 - CEO tritt zurück

Nach Skandalvideo mit Andrew Tate

Teures Nachspiel für G2 - CEO tritt zurück

Nicht länger CEO von G2: Carlos 'ocelote' Rodriguez trat zurück. 

Nicht länger CEO von G2: Carlos 'ocelote' Rodriguez trat zurück.  Riot Games (Archiv)

Das Video mit Andrew Tate hat ein teures Nachspiel für G2 Esports. Vergangene Woche verkündete Riot Games, Publisher und Ligenveranstalter von League of Legends, die 30 Partnervereine für die kommende Valorant-Liga. G2 Esports steht nicht auf der Liste, trotz mutmaßlicher monatelanger Bemühungen.

In Riots Modell werden Franchise Ligen, ähnlich der MLS oder NFL gebaut, in der die Vereine an Umsätzen und Sponsoring-Verträgen beteiligt werden und Abstiege nur eingeschränkt oder gar nicht möglich sind, dafür meist aber ein Startgeld verlangt wird. Es ist also ein herber wirtschaftlicher Rückschlag, bei der Valorant-Liga außenvor zu bleiben.

Riot macht geteilte Werte zur Bedingung

Laut Informationen der Washington Post, hatte Riot im Vorfeld bestimmten etablierten Organisationen hinter vorgehaltener Hand signalisiert, man werde einen Startplatz in der Liga bekommen. G2 dürfte dazu gehört haben, die Organisation ist eine der wertvollsten und bekanntesten der Welt.
In der Ankündigung der Teams stellte Riot die Bedingungen der Auswahl klar. Punkt 1 auf der Liste dürfte G2 zum Verhängnis geworden sein:

"Es sollten Organisationen sein, die unsere Werte teilen, die Fans immer an erster Stelle zu sehen, unsere vielfältige Community feiern und Profis unterstützen können."

Der G2-CEO Carlos 'ocelote' Rodriguez hatte auf Twitter ein Video gepostet, in dem er bei Feierlichkeiten mit dem bekannten Influencer Andrew Tate zu sehen ist. Tate hatte sich in den letzten Monaten einen Namen als Influencer gemacht, indem er misogyne und sexistische Botschaften im Internet verbreitet hatte und dafür beispielsweise von der Social-Media-Plattform TikTok gesperrt worden war.

Erst beurlaubt, dann zurückgetreten

Dem Fass den Boden schlug 'ocelote' allerdings selbst aus, mit einer anschließenden Twitternachricht: Niemand habe ihm vorzuschreiben, mit wem er feiere. Das zog heftigste Reaktionen auch aus der professionellen Szene nach sich. Zwar ruderte der CEO zurück und entschuldigte sich, aber der Schaden war angerichtet. G2 beurlaubte ihn unbezahlt für acht Wochen. Am Freitag dann der nächste Schritt: Rodriguez, der durchaus für seine emotionalen Entscheidungen und Auftritte bekannt ist, trat als CEO von G2 zurück.

Mit einer gewohnt aufgewühlten Ansprache dankte er allen Weggefährten und bat die Zuschauer, ihn für seine guten Taten in Erinnerung zu behalten.
G2 erklärte in einem Statement, man nehme den Rücktritt zur Kenntnis, aber weder Rodriguez noch die Organisation waren zu weiteren Aussagen bereit. Riot gab indes nur an, man kommentiere einzelne Teams nicht.

G2 eigentlich leuchtendes Beispiel der Szene

Rodriguez hat G2 Esports vor sieben Jahren gegründet und damals zusammen mit Investor Jens Hilgers aus seinen eSport-Einnahmen als Spieler finanziert. Über die Zeit wuchs die Organisation zu einer der wertvollsten, erfolgreichsten und bekanntesten der Welt. 'Ocelote' war dabei die Identifikationsfigur der Organisation. Dass Riot in diesem Lichte G2 ausschließen musste, erscheint plausibel.

Für den CEO endet damit folgerichtig die Anstellung, der wirtschaftliche und imagetechnische Schaden, der durch zwei unbedachte Twitterposts entstanden sein dürfte, lässt sich kaum in Zahlen fassen. Rodriguez wird allerdings nicht ganz aus der Welt sein, denn Besitzer der Organisation bleibt er weiterhin.

Für G2 als Team gilt es nun, schnell über diesen Sturm hinwegzukommen. Schon nächste Woche beginnt die Gruppenphase der League of Legends World Championships, für die die Mannschaft bereits einen Platz sichern konnte.

Holm Kräusche

Union Berlin ohne eSport, FIFA-Zukunft & UFL mit Fehlern
06. Dezember 202254:58 Minuten

Union Berlin ohne eSport, FIFA-Zukunft & UFL mit Fehlern

Union Berlin will weiterhin keinen eSport im Verein, die FIFA scheint in Sachen EA-Konkurrenz erstmal Web 3.0 zu verfolgen, aber soll das schon alles sein? Außerdem sprechen wir über UFL und deren eingeplante Fehler-Philosophie. Gute Idee oder irgendwann nervig? Nicole und Chris gehen wieder in die Vollen!

weitere Podcasts