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Tennis Manager 2021 - Aufschlag zu einer großen Zukunft?

Der Test zum Debüt

Tennis Manager 2021 - Aufschlag zu einer großen Zukunft?

Kann der Tennis Manager bei seinem Debüt überzeugen? 

Kann der Tennis Manager bei seinem Debüt überzeugen?  Rebound CG

Bereits seit dem 7. September 2021 befindet sich der Tennis Manager 2021 auf dem Markt und soll eine neue Ära einläuten. Während gerade im Fußball das Taktik-Genre Jahr für Jahr aufblüht, suchte man in der Welt des Tennis bisher vergebens nach einer wirklichen virtuellen Alternative. Mit Tennis World Tour wurden zwar unter dem großen Namen Roland Garros die ersten Schritte im eSport gemacht, das Projekt steckt aber noch in den Kinderschuhen.

Der französische Publisher Rebound CG will das ändern und startet mit dem Tennis Manager 2021 ein ambitioniertes Projekt. Aber kann es mit seinen etablierten Vorbildern aus dem Fußball mithalten?

Feberer, Zverov und Djorovic - Fehlende Lizenzen als Störfaktor

Um den für eingefleischte Tennisfans wohl größten Minuspunkt gleich abzudecken: Die nicht vorhandenen Lizenzen sind ein Dorn im Auge. Zwar ist stets nur ein einzelner Buchstabe verdreht oder komplett ausgelassen, trotzdem kratzt das Fehlen am Charme des Spiels.

Die fehlenden Lizenzen stellen aktuell noch ein Problem dar.

Die fehlenden Lizenzen stellen aktuell noch ein Problem dar. Tennis Manager 2021

Mittels Mods ist es möglich, die Datenbanken im Spiel auf einen realistischen Stand zu bringen und das Problem mit den erfundenen Namen auszumerzen. Damit kann der Fokus ungestört auf das eigentliche Herzstück des Spiels gelegt werden.

Aller Anfang ist schwer

Zu Beginn steht die Erstellung des Charakters auf dem Plan. Dabei entscheidet man sich nicht nur für ein bestimmtes Aussehen, sondern auch für Attribute, die die eigene Kompetenz und gleichzeitig auch die Schwierigkeit des Spiels bestimmen. Ohne Team und Schützlinge kann man aber nur sehr schwer seinem Job als Manager nachgehen.

Deshalb muss man sich für eine Akademie entscheiden, deren Leitung man als Cheftrainer übernimmt.  Optional besteht auch die Möglichkeit eine eigene Akademie zu gründen und deren Philosophie, Budget und Orientierung selbst festzulegen. Hier offenbart der Tennis Manager 2021 eine Vielzahl an interessanten Facetten, die den Wiederspielwert deutlich erhöhen.

Die Zielvorgaben für jede Saison bringen die richtige Würze in das Spiel. Für eine selbst gegründete Akademie sind die Anforderungen natürlich noch relativ gering und orientieren sich vor allem an finanziellen Meilensteinen und der steten Entwicklung. Übernimmt man hingegen eine der angesehenen und erfolgreicheren Akademien, muss man seine eigene Leistung an anderen Maßstäben (z.B. Titel oder Platzierung in der Weltrangliste) messen lassen. Wie für Managerspiele üblich gibt es viele Details zu beachten. Der Einstieg ist daher steil, es sollte einige Zeit eingeplant werden, bis man sich im Spiel zurechtfindet.

Das Match als Höhepunkt für Taktikfüchse

Nach der Verpflichtung der Wunschspieler geht es ans Eingemachte. Die Matches der Turniere können live verfolgt werden. Ein Grafikspektakel darf man sich - ähnlich wie beim Football Manager - aber keineswegs erwarten. Hier geht es um die Simulation der Taktiken und Strategien, auf die man in der Vorbereitung Wert gelegt hat. Am Ende geht es in Managern um Zahlen und Daten - und nicht um die optische Wucht.

Ein richtiger Hingucker soll das Spiel aber ohnehin nicht sein.

Ein richtiger Hingucker soll das Spiel aber ohnehin nicht sein. Tennis Manager 2021

Interessant ist der vielseitige Statistik-Bereich. Neben genauen Daten zu den einzelnen Ballwechseln kann man die bisherigen Spielzüge und deren Resultate in der 3D-Analyse genauer unter die Lupe nehmen. Hier offenbart sich, ob die im Training gesetzten Akzente Wirkung zeigen und wo noch Nachholbedarf ist. Trefferpunkte, Aufschlagbereich und Rückschlagbereich sind dort wohl die wichtigsten Stichwörter. Die zur Verfügung gestellten Heat-Maps runden das Analyse-Paket perfekt ab und bieten Taktikfüchsen viel Platz zum Experimentieren.

E-Mail, Kalender, Mitarbeiter - Tennis einmal anders

Tennis Manager 2021 unterscheidet sich im Grunde kaum von anderen Spielen des Genres. Der Posteingang bildet das Herzstück, hier verbringt man einen großen Teil seiner Zeit. Zwischen den Rückmeldungen der einzelnen Mitarbeiter über Meldungen aus Medien bis hin zu Trainings- und Spielberichten. Wer es in der Welt des virtuellen Tennis weit bringen will, sollte sich die Zeit nehmen und auf die eingehenden Nachrichten achten.

Cheftrainer, Physiotherapeuten, Analysten: Dank des Mitarbeiterstabs ist es möglich, die Pflichten je nach Wunsch an seine helfenden Hände abzugeben. Das System erleichtert vor allem Manager-Neulingen den Einstieg, die Schritt für Schritt an ihren Aufgaben wachsen können. Es können auch alle Bereiche abgegeben werden, damit würde das Spiel aber zu einer puren Kalendersimulation verkommen.

Das Fazit zu Tennis Manager 2021

Auf den ersten Blick ist das Spiel nur etwas für eingeschworene Tennisfans. Aber ähnlich wie beim großen Vorbild Football Manager wird das Problem der Komplexität dank der Unterstützung durch Mitarbeiter hervorragend gelöst und ist so auch für den durchschnittlichen Fan zugänglich.

Das Debüt von Rebound CG ist gelungen und weist Potential für die Zukunft auf. Durch die Zusammenarbeit mit dem deutschen Tennisbund (DTB) steht in kommenden Teilen vielleicht sogar eine Kooperation mit den Weltverbänden ATP und WTA an. Der Tennis Manager macht, auch ohne Lizenzen, einen mehr als soliden Eindruck.

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Christoph Niederkofler