Bundesliga

Tempelmann der überraschende dritte Mann

Freiburg: Youngster spielt erstmals durch

Tempelmann der überraschende dritte Mann

Absolvierte erstmals volle 90 Minuten in der Bundesliga: Freiburgs Lino Tempelmann.

Absolvierte erstmals volle 90 Minuten in der Bundesliga: Freiburgs Lino Tempelmann. imago images

In den vergangenen Jahren bauten Trainer Christian Streich und sein Trainerteam im Wesentlichen auf zwei Grundformationen: ein 3-4-3 mit offensiven Außenverteidigern, Doppelsechs und zwei etwas eingerückten Flügeln um den Mittelstürmer und ein 4-4-2 mit defensiveren Außenverteidigern, Doppel-Sechs und einem zwischen den Linien schwimmenden Stürmer. In dieser Saison wichen die Südbadener bereits zum zweiten Mal davon ab, nach einem 4-1-4-1 am ersten Spieltag beim VfB Stuttgart war es am Samstag bei RB Leipzig zu Spielstart ein 3-5-2 mit zwei Sechsern und einem tiefen Zehner hinter den beiden Spitzen.

Das Ziel dieser Umstellung war es, die durch die Mitte so spielstarken Sachsen dazu zu bringen, über die Außen zu spielen und da besser zu kontrollieren. Das funktionierte aber nur bedingt, besser wurde es nach einer Umstellung auf einen Sechser und zwei Achter. Nutznießer des zusätzlichen Zentralen war in beiden Fällen Lino Tempelmann.

Der 21-Jährige feierte in Leipzig nicht nur sein Saisondebüt als Startelfspieler, sondern stand in der dritten Bundesligapartie auch erstmals über die komplette Spielzeit auf dem Platz. Trotz der am Ende deutlichen Niederlage zeigte der gebürtige Münchener, bei den Bayern, Unterhaching und 1860 ausgebildet, eine ordentliche Leistung (kicker-Note 4).

"Ein bisschen gemischte Gefühle", gestand der Youngster deswegen am Sonntag im Gespräch mit dem vereinseigenen Video-Kanal ein: "Es war mein erstes Spiel über 90 Minuten, darüber bin ich sehr glücklich, auch wenn es eine Niederlage in Leipzig war, die weh tut." Bei seinem Startelfdebüt vergangene Saison, ebenfalls gegen RB, musste er aus taktischen Gründen bereits vor der Pause wieder vom Platz, danach folgte ein weiteres Spiel. Es wären wohl ein bis zwei mehr gewesen, hätte sich Tempelmann nicht ausgerechnet beim Warmmachen vor dem Spiel bei den Bayern im Juni eine Verletzung zugezogen und kurzfristig aus der Startelf genommen werden müssen.

Es war mein erstes Spiel über 90 Minuten, darüber bin ich sehr glücklich, auch wenn es eine Niederlage in Leipzig war, die weh tut.

Lino Tempelmann

Rund ein halbes Jahr später war er mit der eigenen Leistung "ganz zufrieden, es war okay" und rundete die gesunde Einschätzung mit ab: "Natürlich gibt es immer noch Verbesserungsbedarf, das weiß ich auch. Ich versuche weiter an mir zu arbeiten." Das gilt auch für das ganze Team, das mit zuletzt sechs Spielen ohne Sieg ein wenig ins Straucheln geraten ist und nun auf einen Tabellennachbar trifft. Für Tempelmann ist klar: "Jetzt kommt Mainz, das auch noch nicht so viele Punkte gesammelt hat. Da wird es darauf ankommen, viel über den Kampf zu kommen und in den Zweikämpfen griffig zu sein. Ich bin guter Dinge, dass wir das schaffen."

Patrick Kleinmann

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