Bundesliga

Tel der neue Liebling, Musiala im Aufwind

Schwieriger Start, zu viele Gegentore

Tel der neue Liebling, Musiala im Aufwind

Im Aufwind: Mathys Tel und Jamal Musiala

Im Aufwind: Mathys Tel und Jamal Musiala

Zunächst die positiven: Mathys Tel avanciert mehr und mehr zum neuen Liebling der Bayern-Fans, weil er als Joker immer wertvoller wird. Gegen die Engländer brachte Thomas Tuchel den 18-Jährigen erst in der 87. Minute, in der Nachspielzeit traf der Franzose so sehenswert wie technisch hochwertig zum 4:2. Vermeintlich das Sahnehäubchen, aber mit Blick auf das folgende 4:3 umso wichtiger. In der Kürze seiner Spielzeit sammelte Tel in dieser Saison schon drei Tore und einen Assist. Wann darf er von Beginn an ran? Am Samstag gegen den VfL Bochum? Spätestens wohl im DFB-Pokal am Dienstag bei Preußen Münster.

Als Tel kam, hatte Jamal Musiala bereits Feierabend. Nach einer Verletzungspause reichte es gegen ManUnited für 75 Minuten und den besten Auftritt seit Monaten. Der 20-Jährige bewies mit dem Assist zum 2:0 und teils spektakulären Dribblings einen klaren Formanstieg. Den braucht Leroy Sané nicht, er muss seine Form nur halten, knüpfte mit dem Treffer zum 1:0 an seinen starken Saisonstart an. Auch wenn ihm nicht alles gelang, war er bester Spieler auf dem Platz.

Der dritte auffällige Offensivspieler im Bunde hieß Harry Kane, der einen Elfmeter präzise verwandelte und ansonsten weniger durch Torabschlüsse als durch eine sehr intelligente und fast fehlerlose Spielweise auffiel. Kane ist nicht ständig in Aktion, aber alles, was er macht, ergibt Sinn auf dem Platz. Min-jae Kim und Dayot Upamecano wären an dieser Stelle ebenfalls aufgezählt worden, hätte es die wilde Schlussphase nicht gegeben. Hier verwässerte bei den zwei späten Gegentreffern vor allem Kim den starken Eindruck, den er zuvor hinterlassen hatte.

Verbesserungspotenzial in der Defensive

Womit automatisch der Blick auf die negativen Aspekte folgt. Statt 4:3 hätte die Parte 4:1 oder 5:1 ausgehen müssen, die anfangs effizienten Bayern ließen nach dem 3:1 zu viele Chancen aus und United damit am Leben. Viel zu einfach fraß das Team erneut Gegentreffer, drei sind auf diesem Niveau eigentlich zu viel. Und in den ersten 20 Minuten fanden die Münchner überhaupt nicht in die Partie, hatten Glück, dass sie nicht einem Rückstand hinterherlaufen mussten. Ein besserer Gegner als United hätte dies ausgenutzt.

Fazit: Der Start in die Königsklasse ist gelungen, genügend Arbeit bleibt Trainer Thomas Tuchel und seinem Team dennoch.

Frank Linkesch

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