Basketball

Team USA im Kreuzfeuer der Kritik: Die zweite Garde reicht nicht mehr aus

US-Medien fürchten um Olympia-Gold

Team USA im Kreuzfeuer der Kritik: Die zweite Garde reicht nicht mehr aus

Der Titel ist kein Selbstläufer mehr: US-Trainer Gregg Popovich - und nicht das Allerbeste, das die Basketball-Weltmacht zu bieten hat.

Der Titel ist kein Selbstläufer mehr: US-Trainer Gregg Popovich - und nicht das Allerbeste, das die Basketball-Weltmacht zu bieten hat. Getty Images

"Das Leben geht weiter", hatte US-Trainer Gregg Popovich noch am Mittwoch gesagt. Und die Journalisten zudem darum gebeten, "zu schreiben, nicht zu coachen", als diese das unerwartete Ausscheiden taktisch nachvollziehen wollten.

Auf das 87:97-Viertelfinal-Aus gegen Frankreich folgte nur einen Tag später allerdings die 89:94-Niederlage gegen Serbien in den Platzierungsspielen. Somit kann Team USA - am Samstag (10 Uhr) geht es zum Ausstand gegen Polen - bestenfalls noch Siebter werden. Das schlechteste Abschneiden der Basketball-Weltmacht, seit Weltmeisterschaften (seit 1950) ausgetragen werden. Nun werden die Journalisten erst recht nicht verstummen.

Treten auch James und Curry wieder an?

Die größte Frage, die die sportaffine Öffentlichkeit zwischen New York und Los Angeles jetzt bewegt: Wie geht es nach dem krassen Misserfolg weiter? Kehren nach dem Ende der 58 Siege währenden Erfolgssträhne bei FIBA- und Olympiaturnieren zu den Sommerspielen in Tokio Superstars wie LeBron James oder Steph Curry zurück?

"Von der WM bleibt vor allem ein Weckruf", schrieb ESPN: "Amerikas Topspieler müssen ihre Pläne für den kommenden Sommer überdenken. Die Welt ist mittlerweile voll von Nationalmannschaften, die ein zerrissenes amerikanisches Team entlarven können."

Turner akzeptiert keine üble Nachrede

Center Myles Turner ("Wir ärgern uns selbst am meisten über das Ergebnis der WM") meldete sich derweil bei Twitter und wollte "keine üble Nachrede akzeptieren" - andere Nationen hätten ebenfalls sehr viel Talent.

Doch sollte ein Myles Turner, der sicherlich ein guter Basketballer ist, Team USA gegen dieses Talent repräsentieren? Vor dem Start der Vorbereitung im August hatte es für Popovich Absagen gehagelt. James Harden, Anthony Davis, Damian Lillard und wie sie alle heißen - "danke, aber nein danke." Zu unattraktiv schien den Topspielern die WM ein Jahr vor Olympia, das eine wesentlich stärkere Anziehungskraft ausübt. Zu groß war die Sehnsucht nach einer Pause vor dem Beginn der nächsten kraftraubenden Saison im Millionenzirkus in Übersee.

Schon vor drei Jahren Probleme mit Frankreich

Es ist allerdings auch eine Frage der Einstellung: Schon 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio - mit Kevin Durant, Kyrie Irving oder Carmelo Anthony - hatte Team USA nur knapp (100:97) gegen die französische "Equipe Tricolore" gewonnen.

sid/nba