Bundesliga

Talentschau beim VfB: 17-Jähriger macht auf sich aufmerksam

Stuttgart nutzt die Länderspielpause

Talentschau beim VfB: 17-Jähriger macht auf sich aufmerksam

Nutzte seine Chance bei den Profis: Leon Reichardt.

Nutzte seine Chance bei den Profis: Leon Reichardt. IMAGO/Pressefoto Baumann

Es sind diese Tage im Lauf einer Saison, in der die Hinterbänkler eines Profikaders für sich werben können. Und nicht nur die. Auch Talente aus dem hauseigenen Nachwuchsleistungszentrum dürfen "oben" regelmäßig mitmischen. Diesmal wurde Reichardt, neben weiteren VfB-Talenten wie Lukas Laupheimer (18), diese Freude zuteil. Der 17-Jährige, der trotz seines Alters schon in der U 19 beheimatet ist, und bereits auch das Trikot der Stuttgarter U 21 in der Regionalliga Südwest tragen durfte, packte die Chance am Schopf.

"Der Jungspund", wie Sportdirektor Sven Mislintat den blonden Schlaks nennt, "hat in den ersten Einheiten einen guten Eindruck gemacht. Er hat es für seine ersten Tagen wirklich gut gemacht." Gekrönt mit einer ansehnlichen Leistung im Testspiel gegen den SV Sandhausen. Bei der 2:3-Niederlage gegen den Zweitligisten aus dem Badener Land durfte Reichardt in der Viererabwehrkette den linken Außenverteidiger spielen und tat dies sehr ordentlich. Technisch gut, ball- und passsicher sowie unaufgeregt und auch von der zuweilen etwas rauhen Gangart des Gegners unbeeindruckt, ließ der Teen auf seinem Flügel nichts und niemanden durch.

Spielersteckbrief Reichardt
Reichardt

Reichardt Leon

Spielersteckbrief Laupheimer
Laupheimer

Laupheimer Lukas

Spielersteckbrief Kuol
Kuol

Kuol Alou

Fehlerloser Auftritt im Testspiel

"Aufnahmetest bestanden, darf wiederkommen" dürfte im ersten Zwischenzeugnis stehen. Auch wenn Reichardt sich in der 35 Minuten dauernden ersten Spielhälfte nur auf die Basics konzentrierte: auf gute, stabile Defensivarbeit. Ohne ungestüme Vorstöße oder gefährliche Flankenläufe, wie sie VfB-Publikumsliebling Borna Sosa so gerne liefert. Aber dennoch ein fehlerloser Auftritt für einen 17-Jährigen.

Was macht eigentlich Sandhausen-Leihgabe Alou Kuol?

"Alle haben es gut gemacht", so Mislintat über alle Trainingsgäste, der am Rand des Spiels außerdem auf ein weiteres VfB-Talent zu sprechen kam. Auf Alou Kuol, der im Winter an Sandhausen verliehen wurde, aber im Testspiel fehlte. Der Australier, der 18 Spiele für die U 21 des VfB bestritten hat und sieben Treffer erzielte, weilt bei der australischen U-21-Nationalmannschaft. Dass er es bisher auch noch zu keinem Zweitligaeinsatz brachte, sei kein Problem, so Mislintat. "Das kann passieren, das ist ein Sprung. Aber genau darum geht es ja auch."

Für den Australier mit sudanesischen Wurzeln, der in der Regionalliga schon gezeigt habe, "dass er Tore machen kann. Und das in einer Mannschaft, die nicht oben mitspielt", sei es wichtig, die nächsten Entwicklungsstufen zu erklimmen. Es gelte, "ihn über Trainingseinheiten, über hohe Intensität und Härte heranzuführen. Unabhängig davon, ob er spielt. Das wird ihm viel bringen". Und den Stuttgartern, die mit Ausleihen nach Sandhausen gute Erfahrungen gemacht haben. Zum Beispiel bei Nikolas Nartey, der 2020/21 eine gute Saison beim SVS absolvierte, bevor er zum VfB zurückkehrte.

Kuol habe etwas Pech gehabt, weil seine Leihe ins Badische erst spät im Januar zustande kam und er die Vorbereitung verpasste. "Er hat eine Stammelf vorgefunden. Das ist dann schwierig für junge Spieler", erklärt Mislintat. Außerdem sei die Gesamtkonstellation etwas kompliziert, "wenn eine Mannschaft im Abstiegskampf steckt. Ich hoffe, Sandhausen kann sich unten etwas absetzen, damit sich Alou auch mal belohnen kann".

George Moissidis

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