Bundesliga

Talent Samardzic: Nach Ärger bei Hertha nun zu Leipzig

Transfer soll Anfang der Woche fix werden

Talent Samardzic: Nach Ärger bei Hertha nun zu Leipzig

Lazar Samardzic

Abschied aus Berlin, Wechsel zu Leipzig: Mittelfeld-Talent Lazar Samardzic. imago images

In der Rückrunde der vergangenen Saison Lazar Samardzic unter Trainer Bruno Labbadia sein Bundesliga-Debüt für Hertha BSC. Nach dem Ende der Saison überwarf sich das 18 Jahre alte Talent dann mit dem Hauptstadtklub.

Nun steht der offensive Mittelfeldakteur vor einem Wechsel zu RB Leipzig. Wie auch der kicker erfuhr soll der Transfer von Samardzic auf der Zielgeraden sein, am Montag oder Dienstag soll Vollzug vermeldet werden. Zunächst hatte die "Bild" über den Deal berichtet. Die Ablöse für den technisch beschlagenen Linksfuß soll sich um eine Million oder etwas darunter bewegen. Sein Vertrag in der Hauptstadt läuft noch bis zum 30. Juni 2022.

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Samardzics unverblümte Forderung: Mehr Einsätze, mehr Spielminuten

Mehr Einsätze, mehr Spielminuten - mit dieser für einen 18-Jährigen, der unter dem im April installierten Bruno Labbadia in drei Spielen erstmals Bundesliga-Luft schnuppern durfte, verblüffenden Forderung konfrontierten der Spieler und Samardzics Berater bereits im Frühsommer Hertha. Der Deutsch-Serbe soll dem Vernehmen nach Bruno Labbadia in einem Gespräch recht unverblümt zu verstehen gegeben haben, dass er sich andernorts mehr Einsatzchancen und bessere Perspektiven erhofft. Zwischenzeitlich erwog das Lager des Spielers eine juristische Auseinandersetzung mit Hertha über die Gültigkeit des bis 2022 laufendes Vertrages. Davon kamen Berater und Spieler wieder ab, aber die Zukunft für diesen feinen Techniker, der bei aller Veranlagung in Sachen Robustheit und im Spiel gegen den Ball noch zulegen muss, sahen sie keinesfalls mehr in Berlin. Sie boten Samardzic europaweit an, vor allem in Spanien und Italien suchten sie händeringend einen Abnehmer. Zum Vorbereitungsstart Ende Juli stellte Hertha - vom Getöse hinter den Kulissen und den Forderungen nach mehr Spielzeit zunehmend genervt - Samardzic vom Training der Profis frei, damit der Mittelfeldspieler seine Zukunft klären kann. Die liegt jetzt in Leipzig.

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Drei Bundesliga-Partien - bittere Minuten gegen Frankfurt

Samardzic hatte seine Karriere beim FV Blau-Weiß Spandau begonnen und war 2009 in die Jugend von Hertha gewechselt. Er debütierte unter Bruno Labbadia in der Bundesliga, am 22. Mai wurde er in der Schlussphase des Berliner Derbys (4:0) eingewechselt. Unter Labbadias Vorgänger Alexander Nouri schaffte er den Sprung in den Profi-Kader, blieb in Düsseldorf und in Hoffeheim ohne Einsatz. In Dortmund kam am 31. Spieltag ein weiterer Kurzeinsatz hinzu, einen unglücklichen Auftritt hatte er beim 1:4 der Berliner gegen Frankfurt, als er in der 34. Minute für den verletzten Skjelbred kam, aber nur bis zur 55. Minute mitwirken durfte.

Am Sonntag spielte Samardzic für die deutsche U-20-Auswahl gegen Dänemark - beim torlosen Remis wurde ein Treffer des Noch-Berliners wegen Abseits nicht anerkannt.

Andreas Hunzinger/Steffen Rohr

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