Bundesliga

Tah erklärt zum Rassismus-Vorwurf: "Ich habe es selber nicht gehört"

Vorfall an der Alten Försterei

Tah erklärt zum Rassismus-Vorwurf: "Ich habe es selber nicht gehört"

Diskussionen in Berlin: Was wurde zu Nadiem Amiri gesagt?

Diskussionen in Berlin: Was wurde zu Nadiem Amiri gesagt? imago images

Am Freitagabend hatte Jonathan Tah im Interview mit DAZN publik gemacht, dass Teamkollege Nadiem Amiri bei Leverkusens Niederlage beim 1. FC Union von einem Profi der Eisernen rassistisch beleidigt worden sein soll. Unions Manager Oliver Ruhnert widersprach am Samstag der Darstellung und erklärte zudem, dass sich Tah auf "Hörensagen" berufen habe. Ein ARD-Interview mit Tah bestätigt das.

In dem rund dreieinhalb-minütigen Gespräch, das die ARD am Freitag nach dem Spiel mit Tah für die am Samstagabend ausgestrahlte Sportschau führte, wiederholte Leverkusens Abwehrspieler Tah zunächst, dass Amiri in den Schlussminuten der Partie von einem Profi des 1. FC Union Amiri rassistisch beleidigt worden sei ("scheiß Afghane"). Dann erklärte der Nationalspieler zu der besagten Äußerung: "Ich habe es selber nicht gehört."

Unions Manager Oliver Ruhnert hatte am Samstagvormittag erklärt, dass der zunächst namentlich nicht benannte Beschuldigte, bei dem es sich laut des ermittelnden DFB um Abwehrspieler Florian Hübner handelt, die im Raum stehende Beleidigung bestreitet. Zudem berichtete Ruhnert, dass er wie viele andere von dem Vorfall erst durch Tahs Interview erfahren habe. Zeuge der im Raum stehenden rassistischen Beleidigung sei er nicht gewesen - wie offensichtlich auch Tah nicht.

"Was da zwischen den Spielern abgelaufen ist, kann ich nicht bewerten. Das ist dann eher Hörensagen. Das kann sicherlich auch der Spieler, der es hinterher vor der Kamera geäußert hat, auch nur als Hörensagen wahrgenommen haben. Dadurch wird es, wenn es so gewesen wäre, nicht besser. Aber es ist eine Vermutung und uns nicht bekannt", sagte Ruhnert und ergänzte: "Wir reden von einer Aussage eines Spielers, die nach dem Spiel gefallen ist, der irgendwo was weitergegeben hat. Ohne das zu negieren - ich war nicht dabei, ich habe es nicht mitbekommen -, aber man muss auch immer sagen, da gehören immer zwei dazu."

Kontrollausschuss ermittelt

Ob und welche Zeugen es für die Vorwürfe gibt, muss nun der Kontrollausschuss ermitteln. Wie der DFB am Samstagvormittag erklärt hatte, werde der Vorfall untersucht. "Wir werden uns dieses Anfangsverdachts annehmen und mit Beginn der neuen Woche entsprechende Ermittlungen einleiten", teilte Dr. Anton Nachreiner mit. "Im ersten Schritt werden alle Beteiligten von uns angeschrieben und zu Stellungnahmen aufgefordert werden. Parallel dazu werden wir das bis dahin vorliegende Material auswerten", so der Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses weiter.

Jan Reinold