Bundesliga

Jonathan Tah über Bayer Leverkusen, Bayern und Hansi Flick

Leverkusen: Abwehrchef strahlt vor dem Spitzenspiel Zuversicht aus und lobt Trainer Seoane

Tah als Leader: "Heute steht eine Mannschaft auf dem Platz"

Will als Leader vorangehen in Leverkusen: Jonathan Tah.

Will als Leader vorangehen in Leverkusen: Jonathan Tah. imago images

Jonathan Tah gehört zu den Profifußballern, bei denen es sich lohnt, zuzuhören. Ein intelligenter Mensch spricht da über seinen Job, reflektiert, selbstkritisch, durchaus auch selbstbewusst. Gerade 25 Jahre als ist er, auch im schnelllebigen Fußballgeschäft noch kein älterer Herr. Und doch füllt er in Leverkusen eine Rolle aus, die geprägt davon ist, erworbenes Wissen weiterzugeben.

Tah hat beruflich schwere Monate hinter sich, einen steilen Absturz seiner Leistungskurve, verbunden mit Selbstzweifeln und Kämpfen. Heute weiß er, dass sich diese Kämpfe gelohnt haben, ein paar blaue Augen gab es, aber am Ende stand ein Sieg über sich selbst. Er bezahlte die Krise teuer, die Nationalmannschaft bestritt die EURO ohne den Leverkusener. Heute ist er wieder so weit, dass er sagen kann: "Da will ich hin. Da gehöre ich hin. Aber ich respektiere alle Entscheidungen."

Mit Hansi Flick gab es noch keinen Kontakt. Doch dem Bundestrainer wird nicht entgangen sei, dass Tah das Tal überwunden hat, es wieder bergauf geht. Das belegt sein kicker-Notenschnitt von 2,86, viel mehr noch aber die Verlängerung seines Vertrages bis 2025. Bayer baut auf ihn, dabei sind die Anforderungen an den jungen Routinier gewachsen: nach dem Karriereende der Bender-Zwillinge Lars und Sven ist es Tah, der seine Erfahrung einbringen und die jungen Kollegen auf dem Platz coachen muss. Dies sei wichtig, gerade die älteren Profis müssen den Blick auf die haben, denen es noch an der nötigen Reife gebricht: Edmond Tapsoba ist 22, Odilon Kossounou 20, Piero Hincapié 19, Mitchel Bakker 21, Jeremy Frimpong 20, der verletzte Timothy Fosu-Mensah auch erst 23.

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Für diese Rasselbande will er nicht der "Chef" sein, "das Wort Leader gefällt mir besser", sagt Tah. Anführer in eine bessere Zeit unter dem neuen Trainer Gerardo Seoane, den der Spieler auffällig oft dann nennt, wenn er nach den Gründen des Leverkusener Aufschwungs gefragt wird. Eine Aussage wie: "Der Trainer hat viel verändert" steht in direktem Zusammenhang mit dem Hinweis darauf, "dass heute eine Mannschaft auf dem Platz steht." Mit Seoane sei Mentalität in die Kabine gekommen: "Jeder muss Verantwortung übernehmen, für sich und für das Team." Die Fortschritte lassen diesen Schluss zu: "Wir sind erwachsener geworden, auch wenn wir insgesamt jünger sind."

Begeisterung statt Skepsis strahlt Tah vor dem Spitzenspiel („Wir sind alle heiß auf das Spiel!“) aus: "Diese Dynamik habe ich in den Jahren vorher nicht erlebt", sagt er, der "eine grundsätzlich positive Energie verspürt." Und diesen Wunsch: "Ich hoffe, dass wir es bis zum Ende der Saison durchziehen."

Frank Lußem

kicker.tv Stimme

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