Bundesliga

Svenssons verdienter Luxus vor dem Jahresendspurt

Mainz muss sich nicht über nackte Resultate definieren

Svenssons verdienter Luxus vor dem Jahresendspurt

"Ein Verein wie wir braucht die Trainingsinhalte, um die Qualität auf den Platz zu bekommen": Bo Svensson.

"Ein Verein wie wir braucht die Trainingsinhalte, um die Qualität auf den Platz zu bekommen": Bo Svensson. imago images/Eibner

Von Selbstzufriedenheit wirkt man in Mainz derzeit deutlich entfernt. Dafür waren die jüngsten Leistungen in Stuttgart (1:2) und gegen Köln (1:1) zu durchwachsen. "Gegen Köln hat es an der Bereitschaft, der mentalen Komponente gefehlt", urteilt Trainer Bo Svensson, "in Stuttgart mangelte es eher daran, dass jeder Spieler auf dem Platz die gleiche Idee hat, mit dem Ball wie gegen den Ball". Eben daran sei zu erkennen, "wie wichtig für uns eine komplette Trainingswoche ist", so Svensson. "wir hatten die Gruppe über drei Wochen nicht vollständig beisammen wegen der Länderspielpause". Und: "Wenn man nicht so viel Zeit investieren kann, benötigt man große individuelle Klasse. Ein Verein wie wir braucht die Trainingsinhalte, um die Qualität auf den Platz zu bekommen."

"Wenn unsere Leistung stimmt, sind wir zufrieden, unabhängig von den Punkten"

Nach drei Partien ohne Dreier im Monat November scheinen die Voraussetzungen somit gut für eine erfolgreiche Jahresendrallye. Das Programm bis Weihnachten hat es allerdings in sich. Nach Champions-League-Teilnehmer Wolfsburg am Samstag warten der FC Bayern (A), Hertha BSC (H) und die erstarkte Frankfurter Eintracht (A). Die bisherige Bilanz von 18 Zählern deutlich auszubauen, scheint da eine durchaus imposante Aufgabe. Mit welchem Punktestand er unterm Weihnachtsbaum zufrieden wäre, lässt sich für Svensson daher auch nicht konkret beantworten. "Es geht darum, dass wir mit unserer Leistung zufrieden sind", betont der Fußballlehrer und blickt beispielhaft auf die jüngsten beiden Heimpartien zurück: "Gegen Gladbach und Köln haben wir das gleiche Ergebnis erzielt (jeweils 1:1, d. Red.), aber es waren zwei unterschiedliche Auftritte. Mit dem einen waren wir zufrieden, mit dem anderen nicht. Wenn unsere Leistung stimmt, bin ich guter Dinge, dass wir zufrieden unterm Weihnachtsbaum sitzen, unabhängig davon wieviele Punkte zustande gekommen sind. " Diese Form von Luxus, sich nicht über die nackten Resultate definieren zu müssen, haben sich die Rheinhessen mit ihrer verdienten Ausbeute im bisherigen Saisonverlauf redlich erarbeitet.

Auftrag an Kohr-Vertreter Barreiro: "Sein Spiel mit Ball muss klarer werden"

Während gegen Wolfsburg der zuletzt gelb-gesperrte Stefan Bell in die Dreier-Abwehrkette zurückkehrt, wird Sechser Dominik Kohr gewiss noch für den Rest der Hinrunde ausfallen. "Er befindet sich immer noch am Anfang seiner Verletzungszeit", sagt Svensson über den zentralen Abräumer, der an einer Muskel-Sehnen-Blessur im Oberschenkel laboriert. Kohrs Stellvertreter Leandro Barreiro bewertete der Coach in Stuttgart übrigens positiver als das Gros der außenstehenden Beobachter: "Ich fand, er hat es gut gemacht. Er kann mit seinen Qualitäten gut in dieser Rolle spielen als extrem fleißiger und guter Balleroberer." Allerdings hat Svensson auch einen unmissverständlichen Auftrag an den 21-Jährigen: "Sein Spiel mit dem Ball muss klarer werden. Gerade alleine auf der Sechs brauchst du eine hohe Passquote, es geht ums saubere Verteilen. Das ist etwas anders als auf der Acht oder Zehn, wo du mehr Risiko eingehen kannst. Leandro muss sich da steigern, von der Technik, aber auch vom Wahrnehmen der Situationen." Gegen Wolfsburg dürfte er dazu die nächste Gelegenheit erhalten. 

Thiemo Müller