Bundesliga

Mainz-Coach Bo Svensson: "Die Kapitänsfrage wird von mir entschieden"

Der Mainzer Trainer über Personalauswahl, neue Außenverteidiger und die Rolle von Lee

Svensson: "Die Kapitänsfrage wird von mir entschieden"

Wer wird sein Chef auf dem Platz? Bo Svensson.

Wer wird sein Chef auf dem Platz? Bo Svensson. imago images/HMB-Media


Herr Svensson, holt Mainz gerade den Kaderumbau nach, der im Winter nicht möglich war?

Das ist ein völlig normaler Prozess, nachdem es schon im vergangenen Sommer wenig Veränderungen gab, auch wegen Corona. Wir hatten einige Abgänge, die mussten wir kompensieren.

Was steht bei der Personalzusammenstellung im Vordergrund: Die Kadergröße, die richtige Mischung, die Qualität?

Diese Aspekte spielen alle eine Rolle, noch wichtiger ist für mich, dass wir Spieler haben, die gerne hier spielen möchten, die wissen, was bei uns gefordert ist und Bock darauf haben, das umzusetzen.

Am Dienstag geht es in Trainingslager nach Tirol. War es schwierig, Neuzugang Silvan Widmer beizubringen, dass er 17 Tage nach dem EM-Aus ins FSV-Training einsteigen soll?

Eigentlich nicht, er hat natürlich einen sehr anstrengenden Sommer gehabt, weil die Schweiz nicht nur bis ins Viertelfinale gekommen ist, sondern auch noch die Mannschaft mit den meisten gelaufenen Kilometern stellte. Silvan hatte eine brutale Belastung, aber ich habe ihm erklärt, warum es wichtig ist, dass er dabei ist. Er ist voller Tatendrang und wird nach dem Trainingslager noch einmal einige Tage Urlaub bekommen.

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Svensson exklusiv - über den Mainzer Kader und "Common Goal"

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Phillipp Mwene hatte schon zugesagt beim FSV, als die Offerte von PSV Eindhoven kam. Wie sauer waren sie?

Ich war nicht sauer, und das Thema ist längst erledigt, so ist halt das Geschäft. Phillipp ist plötzlich ein lukratives Angebot aus Eindhoven reingeflattert, das muss man auch angesichts seines Alters akzeptieren, auch wenn es uns vom Timing nicht gepasst hat. Das wird mein Bild von Phillipp nicht beeinflussen: Er ist ein total guter Typ und eine Schlüsselfigur für das, was wir in der Rückrunde geleistet haben.

Können Anderson Lucoqui und Jonathan Meier die Lücke auf der Linksverteidigerposition schließen?

Andy Lucoqui hat eine gute Saison in Bielefeld gespielt und bei Jona Meier wollen wir sehen, wie weit er nach einem Jahr Leihe an Dynamo Dresden ist, dafür ist auch die Vorbereitung da. Darüber hinaus haben wir auch noch Aaron Martin und Edi Fernandes, die diese Position spielen können.

Tribünengespräch: kicker-Redakteur Michael Ebert mit Bo Svensson.

Tribünengespräch: kicker-Redakteur Michael Ebert mit Bo Svensson. kicker

Kann Jae-Sung Lee nach seiner Fußverletzung im Länderspiel und der Reha am 20. Juli im Trainingslager angreifen?

Ob es schon in dieser Woche sein wird, werden wir sehen. Die Reha läuft sehr gut, aber wir müssen vernünftig bleiben. Er macht einen sehr guten Eindruck auf uns, Jae-Sung ist ein Spieler, der gut zu Mainz 05 passt, ein Typ, der uns sehr gut zu Gesicht steht.

Sehen Sie Lees Rolle eher im Mittelfeld oder im Sturm?

Im Mittelfeld, auch wenn er ein Spieler ist, der mehrere Positionen spielen kann. Was ich als Vorteil betrachte, dann musst du dir keine Gedanken machen, wenn du im Spiel das System änderst. Ich sehe Jae-Sung am stärksten, wenn er ein bisschen hinter den Stürmern spielt und mit tiefen Laufwegen in die Box gehen kann, was nicht ausschließt, dass er auch mal ganz vorne eingesetzt wird.

Von außen betrachtet fehlt vor allem noch ein Stürmer im Kader, ist Mainz unterbesetzt?

Wir haben gerade über Lee, der vorne aushelfen kann, gesprochen. Derzeit haben wir drei nominelle Stürmer im Kader, es kann schon sein, dass hier noch was passiert. Wie aber Christian Heidel schon betont hat: Mit unserem Kader könnten wir morgen in die Bundesliga starten und wären konkurrenzfähig, ob wir damit 34 Spiele durchkämen, ist eine andere Frage. Ich bin zufrieden mit dem Stand der Dinge zum gegenwärtigen Zeitpunkt, und das Transferfenster ist noch lange offen.

Wird der Kapitän gewählt oder bestimmt?

Das wird von mir entschieden.

Wann?

Darüber habe ich mir vielleicht schon ein paar Gedanken gemacht, einen genauen Zeitplan gibt es aber noch nicht. Wir sind im Trainingslager erstmals mit allen Spielern zusammen, da wird es auch darum gehen, dass die Gruppe gut zusammenfindet.

Interview: Michael Ebert

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