2. Bundesliga

SVD-Entdeckung Pfeiffer: "Wir machen das, was der andere gerade nicht macht"

Darmstadts Sturmduo ergänzt sich ideal

SVD-Entdeckung Pfeiffer: "Wir machen das, was der andere gerade nicht macht"

Starkes Duo: Luca Pfeiffer (re.) mit Phillip Tietz.

Starkes Duo: Luca Pfeiffer (re.) mit Phillip Tietz. imago images/Schüler

Vor der Saison war Luca Pfeiffer als Profi ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. In der Jugend bei 1899 Hoffenheim war er nicht glücklich geworden, spielte danach zunächst für unterklassige Vereine, schoss dann die Würzburger Kickers in die 2. Liga und wechselte anschließend zum dänischen Erstligisten FC Midtjylland.

Glücklich wurde er auch in Dänemark nicht, obwohl er dort sogar sein Champions-League-Debüt gab. So entschloss er sich im Sommer zur Rückkehr nach Deutschland und ließ sich an den SV Darmstadt 98 ausleihen. Zusammen mit Nebenmann Phillip Tietz bildet er dort jetzt eines der besten Sturmduos der 2. Liga, das für acht der bislang 13 Lilien-Tore verantwortlich ist.

Der Wandstürmer und der Wühler

"Wir haben uns gegenseitig gut ergänzt", sagt der 25 Jahre alte Pfeiffer (drei Tore, kicker-Notenschnitt 2,5) über seinen ein Jahr jüngeren Nebenmann (fünf Tore, kicker-Notenschnitt 2,92). "Wir machen das, was der andere gerade nicht macht."

Der 1,96 Meter große Pfeiffer ist der Typ "wuchtiger Wandstürmer", der aber nur auf den ersten Blick etwas behäbig wirkt. Er macht die Bälle gut fest, wobei er seinen Körper sehr wirkungsvoll einsetzt und eine enorme Dynamik entwickelt. Tietz ist dagegen eher ein Wühler und Wuseler.

Auch abseits des Platzes verstehen sich die beiden Angreifer gut. Es gebe keinen Konkurrenzkampf, man gönne sich die Erfolge, sagt Pfeiffer. Auch der Verein habe ihn sehr positiv überrascht. "Wenn man zu einem neuen Verein kommt, ist das nicht immer so leicht", fügt er nach seinen Erfahrungen in Dänemark, aber auch in Hoffenheim an.

Zu Beginn gleich in die Quarantäne

Richtig gut ging es für Pfeiffer aber auch in Darmstadt nicht los. Weil es für ihn in Dänemark vor seinem Wechsel noch kein Impfangebot gegeben habe, musste er nach den Corona-Fällen bei den Lilien zu Saisonbeginn als Kontaktperson in Quarantäne.

Zwar durfte er ab dem 2. Spieltag wieder spielen, musste aber in der Kabine einen Mundschutz tragen und durfte nur allein im eigenen Pkw zu den Partien reisen. "Im Endeffekt war ich einfach froh, dass ich Fußball spielen konnte", sagt er, räumt jedoch ein: "Ich bin froh, dass die Zeiten vorbei sind. Das möchte ich nicht mehr erleben." Inzwischen sei er komplett durchgeimpft.

Premiere gegen Dresden

Wie viele seiner Mitspieler zuvor betont auch Pfeiffer die positiven Folgen des schwierigen Saisonbeginns: "Wenn man so eine Phase hat, kommt man entweder stärker heraus oder zerbricht völlig daran", sagt er. "Uns hat das noch mehr gefestigt."

Nach zuvor drei Spielen ohne Niederlage und 12:3 Toren gab es zuletzt mit der Pleite bei Aufsteiger Rostock allerdings einen Rückschlag. Nun geht es am Sonntag (13.30 Uhr) gegen Dynamo Dresden erneut gegen einen Aufsteiger. Da wolle man an die erfolgreichen Heimspiele gegen Ingolstadt (6:1) und Hannover (4:0) anknüpfen. "Wir gehen mit dem klaren Ziel in die Partie, drei Punkte zu holen", stellt Pfeiffer klar. Für ihn selbst wird es eine Premiere. In seiner überschaubaren Profilaufbahn hat er bislang noch nie gegen Dresden gespielt.

Stephan Köhnlein