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"Superspreader"-Event? Justiz untersucht Spiel zwischen Bergamo und Valencia

Champions League als Beschleuniger der Pandemie

"Superspreader"-Event? Justiz untersucht Spiel zwischen Bergamo und Valencia

"Spiel null"? Bei der Partie in Mailand verbreitete sich womöglich das Coronavirus. Getty Images

Die Staatsanwaltschaft der lombardischen Stadt Bergamo hat eine Untersuchung eingeleitet, da die in Mailand ausgetragene Partie im Verdacht steht, ein sogenanntes "Superspreader"-Event gewesen zu sein. Ein Drittel der etwa 120.000 Einwohner Bergamos war dem Team am 19. Februar nach Mailand gefolgt.

Die Staatsanwälte befürchten, dass sich dabei unzählige Personen mit dem Coronavirus angesteckt haben könnten. Die Ermittler prüfen die Liste der Tifosi, die im Stadion waren, und kontrollieren, wie viele Corona-Fälle in deren Herkunftsorten anschließend registriert wurden, berichtete Staatsanwalt Antonio Chiappani am Freitag im Interview mit "Rai 3".

"Wegen des Spiels sind 44.000 Atalanta-Tifosi zum San-Siro-Stadion nach Mailand gereist. Sie waren in Bussen, Zügen oder auf Autobahn-Raststätten und Restaurants in engem Kontakt. Die Epidemie ist in Bergamo genau zwei Wochen nach diesem Spiel explodiert", hatte Francesco Le Foche, Leiter der Abteilung für Infektiologie der römischen Poliklinik "Umberto I", bereits im März gesagt. Parallel zum Spiel im Giuseppe-Meazza-Stadion hatte es in Bergamo zahlreiche Public-Viewing-Veranstaltungen in Kneipen und Restaurants mit Hunderten von Teilnehmern gegeben. Mehrere Atalanta-Spieler sowie Trainer Gian Piero Gasperini erkrankten an COVID-19.

Das Rückspiel am 10. März in Valencia (3:4) hatte bereits ohne Zuschauer und Journalisten stattgefunden, ein spanischer Journalist hatte sich in Italien zuvor mit dem Coronavirus angesteckt. Sechs Tage nach dem Rückspiel hatte Valencia mitgeteilt, dass 35 Prozent der Personen aus dem direkten Umfeld der Profimannschaft positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden seien.

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