Champions League

UEFA-Supercup in Budapest: Porto droht der UEFA mit einer Klage

Bürgermeister wehrt sich gegen die Austragung in Ungarn

Supercup in Budapest: Porto droht UEFA mit Klage

In der Puskas-Arena wird das Supercup-Duell zwischen Bayern und Sevilla stattfinden.

In der Puskas-Arena wird das Supercup-Duell zwischen Bayern und Sevilla stattfinden. Getty Images

Was hat Porto mit der Austragung des Supercups zu tun? Sehr viel! Das Estadio do Dragao in Porto war ursprünglich für das Spiel des Champions-League-Siegers gegen den Europa-League-Champion vorgesehen, die UEFA hatte sich dann kurzfristig auf Budapest festgelegt.

Der Bürgermeister von Porto hat nun ein entsprechendes Schreiben an die UEFA gerichtet. "Ich hoffe, ich erhalte eine Antwort. Wenn nicht: Es gibt in Genf, wo sich in der Nähe das Hauptquartier der UEFA befindet, Gerichte", erklärte Moreira am Montag auf einer Stadtratssitzung.

Moreira stößt sauer auf, dass die Vergabe des Supercups an Budapest offiziell unter dem Hinweis auf die Corona-Lage in Porto erfolgte. Der eigentliche Grund sei aber gewesen, dass das Finalturnier der Königsklasse in Lissabon stattgefunden habe. Deshalb habe man das Supercupduell nicht ebenfalls in Portugal austragen lassen wollen.

Sie hätten sagen können, die Champions League wurde in Lissabon ausgetragen, wir wollen nicht ins gleiche Land gehen.

Portos Bürgermeister Rui Moreira

Da es nun heftige Kritik an Budapest hagelt, wo es ebenfalls eine hohe Infektionsrate gibt, will Moreira die Verlegung nicht mehr einfach so hinnehmen. "Ich wüsste nicht, dass es in Budapest keine Pandemie gibt..." Laut seiner Darstellung sei die Corona-Lage in Lissabon während der Champions-League-Finalrunde schlimmer gewesen als derzeit die Situation in Porto. "Sie hätten sagen können, die Champions League wurde in Lissabon ausgetragen, wir wollen nicht ins gleiche Land gehen. Das wäre nachvollziehbar gewesen. Oder sie hätten sagen können, wir werden für Porto in zwei Jahren einen Ausgleich finden", ärgerte sich Moreira.

Sportpolitische Gründe?

Es wird vermutet, dass sportpolitische Gründe die Verlegung des Supercups mit beeinflusst haben. Sandor Csanyi ist der reichste Mann Ungarns und steht dem nationalen Fußball-Verband vor. Außerdem sitzt er als Vize-Präsident im UEFA-Exekutivkomitee.

nik/sid

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