Champions League

Suarez: Zeit für die Premiere bei Atletico Madrid

Uruguayer wartet noch auf ersten Champions-League-Treffer für Atletico

Suarez: Zeit für die Premiere

Luis Suarez wartet noch auf seinen ersten Champions-League-Treffer im Atletico-Trikot.

Luis Suarez wartet noch auf seinen ersten Champions-League-Treffer im Atletico-Trikot. imago images

16 Tore hat Luis Suarez für Atletico Madrid in dieser Spielzeit bereits erzielt, allesamt jedoch in der Liga. Und da ist der Uruguayer auch schon seit drei Spielen torlos. Die Colchoneros sind aus dem Tritt, was sich offensiv wie defensiv manifestiert.

Vor zwei Wochen ging es los mit dem 2:2 gegen Vigo, Suarez hatte da noch zweimal getroffen, am Ende aber kassierten die Gastgeber den Ausgleich, die Abwehr ausgehebelt wie nichts, als wäre sie nicht die der Colchoneros. Es folgten ein Sieg, zwei Remis und zuletzt am Samstag eine Niederlage daheim gegen Levante.

Mich hat immer ausgezeichnet, dass ich einen Dickschädel habe, auch wenn es zwei- oder dreimal nicht klappt.

Luis Suarez

"Mich hat immer ausgezeichnet, dass ich einen Dickschädel habe, auch wenn es zwei- oder dreimal nicht klappt", erklärte Suarez dieser Tage. Er lasse den Kopf nicht hängen, so habe er es immer gehalten, "schon als Kind".

"Pistolero" hat die 500-Pflichtspieltreffer-Marke geknackt

Man sollte die Flaute des Mittelstürmers also nicht überbewerten, der mit seinen Toren in den letzten Monaten ja überhaupt erst dafür gesorgt hatte, dass Atletico realistisch vom Titelgewinn in Spanien träumen darf. Ein Doppelpack beim Debüt im September nach seinem Wechsel von Barca gab die Richtung vor: "Ich will hier selbst Geschichte schreiben", hatte der Angreifer bei seiner Vorstellung Tage zuvor im Klub-Museum der Rot-Weißen gesagt - und Taten folgen lassen. Mittlerweile hat der "Pistolero" die 500-Pflichtspieltreffer-Marke in seiner Karriere geknackt. Jubiläumsgerecht mit einem Panenka-Lupfer zum Sieg über Eibar Mitte Januar.

Dritter ist Suarez in der ewigen Torjägerliste des FC Barcelona

Zwölfmal hatte er einst für seinen Stammverein Nacional in Uruguay getroffen, 63-mal bis heute übrigens auch für die Nationalelf Uruguays, 15 Tore für den FC Groningen in seiner ersten Saison in Europa 2006/07 folgen lassen, 119 für Ajax bis Januar 2011, fortan 82 für den FC Liverpool und 198 in den sechs Jahren von 2014 bis 2020 für Barcelona. Dritter ist er in der ewigen Torjägerliste der Katalanen, die wohl auf alle Zeiten uneinholbar von seinem Kumpel Lionel Messi angeführt wird.

Dass die Freunde nicht mehr gemeinsam in einem Team spielen, hat ja nicht in erster Linie sportliche Gründe. Auch wenn Barças neuer Trainer Ronald Koeman nach seiner Ankunft im Sommer 2020 den damals 33-jährigen Suarez durch die Blume als zu alt titulierte. Der aufgrund der Corona-Pandemie finanziell nicht mehr wirklich liquide FC Barcelona wollte sich den mit kolportierten 20 Millionen Euro brutto honorierten Stürmer schlicht nicht mehr leisten. Da kam es der kurz darauf zurückgetretenen Klub-Spitze um Präsident Josep Maria Bartomeu gerade Recht, dass der neu installierte Coach Koeman ein "neues Projekt" aufbauen wollte - ohne Suarez.

"Ausgleichende Gerechtigkeit"?

Dass Barca ihn aber zum Titel-Kontrahenten Atletico ziehen ließ, war ein aus Sicht der Katalanen ungewollter taktischer Fehler der Sportdirektion, die es in den institutionellen Wirren nach dem 2:8 gegen Bayern München hinweggefegt hatte. Mancher Betrachter ist indes der Ansicht, da habe ein vermeintlicher Fußball-Gott für "ausgleichende Gerechtigkeit" gesorgt, hatte Suarez doch Tränen vergossen ob der Enttäuschung über das abrupte Ende.

"Wann ich aufhöre, entscheide noch immer ich", erklärte der nimmermüde Spieler unlängst erst nochmal - und es war irgendwie auch eine Anspielung auf den Sommer 2020 und die lausige Verabschiedung in Barcelona.

Seine 500 Karrieretore hat Suarez übrigens mittlerweile aufgestockt: Beim 3:1 über Valencia traf er am 24. Januar einmal. Es war sein 34. Geburtstag, und der Torjäger beschenkte sich mit einem Treffer quasi selbst. Es folgten zwei Tore beim 4:2 in Cadiz, als sich schon die zuletzt verstärkt aufgetretenen Abwehrprobleme manifestierten, und eben zwei vor zwei Wochen beim 2:2 gegen Vigo.

Seither aber ist Flaute. Guter Zeitpunkt also aus Sicht von Atletico und Suarez, heute gegen Chelsea sein Tordebüt für die Colchoneros in Europa zu feiern.

In uruguayischen Medien spekulieren sie bereits auf die 600er-Tore-Grenze. Irgendwann in drei Jahren oder so. Bleibt vielleicht auch nur ein Traum.

"Heimspiel" in Bukarest

Der mit Atletico und der Meisterschaft ist da schon konkreter. "Ich hoffe, noch ein paar Jahre auf maximalem Niveau spielen zu können." Also auch Champions League. Just in diesem Wettbewerb warten sie bei Atletico noch auf den ersten Treffer von Suarez. Vielleicht fällt es ja heute in Bukarest im "Heimspiel" gegen Chelsea. Wäre ein guter Zeitpunkt aus Sicht des "Pistolero".

Jörg Wolfrum

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