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Suarez' Befreiung - Barça-Boss Bartomeu hinter Gitter?

Neymar-Affäre: Bartomeu und Rosell drohen Haftstrafen

Suarez' Befreiung - Barça-Boss Bartomeu hinter Gitter?

Befreiung: Luis Suarez feiert seinen Siegtreffer ausgelassen.

Befreiung: Luis Suarez feiert seinen Siegtreffer ausgelassen. Getty Images

Die Befreiung war ihm deutlich anzusehen: Mit weit geöffnetem Mund fletschte Luis Suarez die Zähne. Glücklicherweise für seine Gegenspieler in Weiß fernab von ihnen. Unglücklicherweise war es nach dem Siegtreffer zum 2:1, durch den Suarez seinen Stellenwert für seinen neuen Klub einmal mehr unter Beweis stellte. Endlich sorgt der Uruguayer wieder durch Tore für Aufsehen, nicht durch Bisse in gegnerische Schultern und Arme. Reals Innenverteidiger Pepe konstatierte martialisch wie passend zum Ruf des "Beißers": "Das Tor von Suarez hat uns umgebracht."

Nach Zuspiel von Dani Alves war Suarez nach perfekter Ballannahme seinen Bewachern entwischt und hatte den Ball mit rechts ins linke Eck geschoben. "Das war ein Tor, das nur ganz wenige Spieler erzielen können. Deshalb haben wir für ihn gezahlt, was wir gezahlt haben", erklärte Barcelonas Trainer Luis Enrique mit Genugtuung nach dem Clasico-Erfolg. Suarez zahlte binnen weniger Tage einiges seiner stattlichen 81 Millionen Euro teuren Ablösesumme zurück: Erst zwei Tore im Hinspiel der Champions League bei Manchester City, nun der Siegtreffer im Clasico, der die Blaugrana von der Meisterschaft träumen lässt (auch wenn der direkte Vergleich an Real geht).

Spielersteckbrief Suarez
Suarez

Suarez Luis

FC Barcelona - Vereinsdaten
FC Barcelona

Gründungsdatum

29.11.1899

Vereinsfarben

Blau-Rot

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Der Held des Abends blieb nach seinem achten Ligator derweil bescheiden: "Ich freue mich für die Mannschaft. Dieser Sieg ist für uns ganz wichtig." Dann fügte der Stürmer zufrieden hinzu: "Es war das wichtigste Tor, seit ich bei Barça bin." Vier Zähler haben die Katalanen auf den Rivalen aus der Hauptstadt Vorsprung, eine Vorentscheidung im Titelrennen will man daraus aber nicht ableiten. "Wir haben zehn schwere Spiele vor uns, und in jedem kann es passieren, dass wir Punkte abgeben", beschied Enrique.

Neymar-Affäre: Rosell und Bartomeu drohen Haftstrafen

Barcelonas Präsident Josep Maria Bartomeu (re.) und Vorgänger Sandro Rosell drohen Haftstrafen.

Unter Beschuss: Barcelonas Präsident Josep Maria Bartomeu (re.) und Vorgänger Sandro Rosell droht der Gang hinter Gitter. Getty Images

Während es sportlich in allen drei Wettbewerben gut aussieht, rumort es hinter den Kulissen jedoch weiter gewaltig. In der Affäre um den Transfer von Neymar macht Spaniens Justiz offenbar Ernst: Wegen Steuerhinterziehung beantragt die Staatsanwaltschaft beim Nationalen Gerichtshof in Madrid mehrjährige Haftstrafen gegen Präsident Josep Maria Bartomeu und seinen Vorgänger Sandro Rosell. Zudem droht dem Klub eine hohe Geldstrafe. Bartomeu soll spanischen Berichten zufolge für zwei Jahre hinter Gitter, Rosell als Drahtzieher des undurchsichtigen Transfers sogar für sieben Jahre. Für Barcelona stehen eine Geldstrafe und Nachzahlungen in Höhe von insgesamt 22,2 Millionen Euro im Raum.

Ein Termin für die Verkündung des Urteils durch den zuständigen Richter Pablo Ruiz ist noch nicht bekannt. Trotz der Bemühungen um eine Verschleierung der in mehrere Kanäle geflossenen Gelder hatten Bartomeu und Barça bis zuletzt die Abwicklung des Transfers als gesetzeskonform bezeichnet.

atr