2. Bundesliga

Stuttgarter Spektakel gegen Dresden "eigentlich geil"

Last-Minute-Remis rettet VfB einen Punkt

Stuttgarter Spektakel "eigentlich geil"

Die Erlösung für den VfB: Simon Terodde bejubelt das 3:3.

Die Erlösung für den VfB: Simon Terodde bejubelt das 3:3. imago

Eigentlich wollte der VfB, bei dem Ebenezer Ofori sein Bundesliga-Debüt gab, ja auch die 0:5-Hinspiel-Pleite geraderücken und der Rahmen mit 58.000 Zuschauern schien passend. Nur Dresden spielte einmal mehr nicht mit. Dabei hatte Wolf sein Team im Vorfeld eindringlich gewarnt. "Wach und klar" wollte er seine Mannschaft sehen und hatte die hohe Qualität in der gegnerischen Offensive hervorgehoben. Es gab in der ersten halben Stunde reichlich Anschauungsunterricht, was Stuttgarts Trainer damit meinte. Denn die Sachsen überrumpelten den VfB und führten nach 26 Minuten mit 3:0. Kutschke (4., 22., 26.) erledigte die Hausherren dabei fast im Alleingang. Einmal mehr zeigte die Defensive der Schwaben bedenkliche Lücken.

"Die Qualität unserer Mannschaft wird oft betont, aber Qualität bedeutet auch, gegen den Ball zu sprinten. Das muss jeder verinnerlichen, sonst rennen wir immer hinterher", ärgerte sich Wolf. "Die Tore von Dresden haben wir zu einfach zugelassen."

2. Bundesliga - Torjäger 2016/17
VfB Stuttgart Terodde Simon
17
1. FC Nürnberg Burgstaller Guido
14
Dynamo Dresden Kutschke Stefan
14
2. Bundesliga - 26. Spieltag
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
VfB Stuttgart VfB Stuttgart
50
2
Eintracht Braunschweig Eintracht Braunschweig
50
3
1. FC Union Berlin 1. FC Union Berlin
50

Dabei hätte die Partie auch anders laufen können. Vor dem zweiten Treffer scheiterte erst Julian Green am Pfosten und Christian Gentner im Nachschuss. Zudem blockte vor dem Konter zum 2:0 Giuliano Modic einen Schuss des Kapitäns mit der Hand ab. Den fälligen Elfmeter gab es allerdings nicht und das Unheil nahm aus Stuttgarter Sicht seinen Lauf.

Insua: "Die Unterstützung war großartig"

Der VfB ließ sich diesmal aber nicht hängen und wurde zusätzlich vom Anhang gepusht. "Selbst nach dem 0:3 sind wir optimistisch geblieben und haben den Kopf nicht hängen lassen. Es war wichtig, dass wir weiter Gas gegeben haben. Die Atmosphäre hat uns einen zusätzlichen Schub gegeben", sagte Doppeltorschütze Simon Terodde. Auch Emiliano Insua, der sich wie ein echter Strafraumstürmer zu seinem Treffer dribbelte, schickte noch eine Botschaft an den Anhang. "Vielen Dank an die Fans für die Unterstützung. Das war großartig."

Doch bis zum kleinen Happy End mit einem Punkt und der Tabellenführung war es ein langer und vor allem kräftezehrender Weg. Stuttgart presste Dresden nach dem Wechsel regelrecht die Luft weg. Jeder Spieler wurde sofort angelaufen, wurde ein Zweikampf verloren, setzten die Schwaben unermüdlich nach und provozierten Fehler. Doch im Abschluss fehlte das Glück. Nach 90 Minuten waren es allein drei Latten- und ein Pfostentreffer.

Es war ein absolutes Fußballfest mit einem würdigen Rahmen vor fast 60.000 Zuschauern.

Dynamo-Trainer Uwe Neuhaus

Letztlich wurden die Hausherren aber doch noch belohnt. Per Elfmeter erzielte Terodde in der Nachspielzeit eines mitreißenden Fußballspiels das vielumjubelte 3:3. "Ich biete Mané den Fuß an und er nimmt die Situation natürlich dankend an", sagte ein unglücklicher Philip Heise, der im letzten Jahr noch am Neckar gespielt hatte. "Die zwei verlorenen Punkte nehme ich auf mich."

Vollständig glücklich war auch der VfB-Trainer nicht. "So kurz nach dem Schlusspfiff kann ich mich noch nicht richtig über den Punktgewinn freuen. Wir hatten viele Chancen und haben drei Tore erzielt. Das ist positiv", sagte Wolf und ärgerte sich einmal mehr, über zu viele einfache Fehler in der Defensive. Doch letztlich musste auch der Stuttgarter Trainer feststellen: "Eigentlich war es ein geiles Spiel", schob aber hinterher: "Für alle anderen."

Wolf: "Die Saison spitzt sich jetzt zu"

Selbst Uwe Neuhaus hakte den späten Ausgleich schnell ab. "Es war ein absolutes Fußballfest mit einem würdigen Rahmen vor fast 60.000 Zuschauern. Wir haben zwei komplett unterschiedliche Hälften gesehen. Dass wir den Zeitpunkt des dritten Gegentreffers bemängeln, ist klar. Unterm Strich war es aber gerecht, dass Stuttgart noch zum Ausgleich gekommen ist", so Dresdens Trainer.

Wie viel der Punkt am Ende wert sein wird? Nach dem 26. Spieltag steht Stuttgart mit Braunschweig und Union Berlin punktgleich an der Tabellenspitze. "Die Saison spitzt sich jetzt zu", weiß auch Wolf. "Wir als Trainer, aber auch die Spieler sind gefordert. Wir werden noch mehr investieren müssen, damit wir unser Ziel erreichen."

tru