2. Bundesliga

Stuttgart nach Kantersieg fast durch - Heidenheim überholt den HSV dramatisch

KSC im Keller nur noch zwei Punkte hinter Club - Dresden und Wiesbaden fast abgestiegen

Stuttgart nach Kantersieg fast durch - Heidenheim überholt den HSV dramatisch

Hamburgs Beyer kann es nicht fassen - 1:2 in Heidenheim und Platz vier.

Hamburgs Beyer kann es nicht fassen - 1:2 in Heidenheim und Platz vier. imago images

Heidenheim jetzt Dritter: Kerschbaumer macht das HSV-Drama perfekt

Das Topspiel des 33. Spieltags stieg in Heidenheim, wo der FCH im direkten Duell den Hamburger SV vom dritten Platz verdrängen wollte. Der HSV begann die Partie allerdings selbstbewusster und hatte durch Jung und Beyer eine frühe Doppelchance. Spielerisch waren die Gäste von der Alster zunächst eine Klasse besser, doch schaffte es die Hecking-Elf nicht, diese Überlegenheit in weitere Chancen umzumünzen. Was die Hecking-Elf im ersten Abschnitt an Zielstrebigkeit vermissen ließ, holte sie nach dem Seitenwechsel sofort nach: Wieder einmal war es Pohjanpalo, der die Hamburger in der 46. Minute jubeln ließ. Heidenheim musste reagieren und traf durch Joker Schimmer zum Ausgleich, doch dieser wurde vom VAR wegen Handspiels aberkannt. Der FCH war nun aber dennoch heißer und kam in der Schlussphase zum Ausgleich - ein Eigentor von Beyer brachte die Schmidt-Elf zurück (80.). In der Schlussphase wog die Partie hin und her und in der 5. Minute der Nachspielzeit schlugen die Heidenheimer tatsächlich erneut zu: Kerschbaumer machte den 2:1-Siegtreffer und schoss den HSV damit ins Tal der Tränen. Die Hanseaten sind damit nur noch Vierter.

Stuttgarter Kantersieg in Nürnberg - Aufstieg so gut wie sicher

Der VfB jubelt - nicht nur über das 6:0 in Nürnberg.

Der VfB jubelt - nicht nur über das 6:0 in Nürnberg. imago images

Nürnberg ging im Abstiegskampf mental gestärkt in das Duell mit dem VfB Stuttgart, hatte der Club doch unter der Woche mit dem 6:0 in Wiesbaden ein Ausrufezeichen gesetzt. Die aufstiegswilligen Schwaben indes zeigten am Sonntag ein ganz anderes Niveau und schlugen gegen leichtfertige Mittelfranken schnell doppelt zu: Erst verlor Margreitter im Aufbau den Ball gegen den pfeilschnellen Wamangituka, der alleine vor Keeper Mathenia die Nerven behielt. Und nach einer Ecke und einer artistischen Vorlage von Gonzalez kam das Leder zu Karazor, der die Kugel zum 2:0 für den VfB über die Linie bugsierte. Vom Club kam wenig bis nichts, so dass das dritte Tor für den VfB noch vor der Halbzeitpause die logische Konsequenz war - gegen eine halbherzig zu Werke gehende FCN-Abwehr erzielte Kalajdzic mühelos das 3:0. Wie sollte die Reaktion der Nürnberger in Hälfte zwei aussehen? Unverändert! Die Stuttgarter wurden weiterhin zum Toreschießen eingeladen - Gonzalez köpfte unbedrängt zum 4:0 ein, Karazor erhöhte zum 5:0 und abermals Gonzalez markierte den 6:0-Endstand. Weil der HSV in Heidenheim verlor, hat der VfB mit drei Punkten Vorsprung und dank der deutlich besseren Tordifferenz gegenüber dem FCH den direkten Aufstieg so gut wie sicher. Die Nürnberger müssen zum Abschluss in Kiel auf Sieg spielen, um Platz 16 zu vermeiden.

KSC holt ein 0:3 gegen Bielefeld auf - und hofft

KSC-Torjäger Hofmann traf dreimal gegen Bielefeld - ein Punkt, der viel wert sein kann.

KSC-Torjäger Hofmann traf dreimal gegen Bielefeld - ein Punkt, der viel wert sein kann. imago images

Bielefeld feierte am vergangenen Dienstag auf der Couch den Aufstieg und am Donnerstag die Zweitliga-Meisterschaft. Doch von Party-Nachwehen bei den Arminen keine Spur, ganz im Gegenteil. Die Ostwestfalen zerlegten die abstiegsbedrohten Karlsruher schon in den ersten 20 Minuten - Hartel, Klos und ein Eigentor von Kobald brachte die Neuhaus-Elf mühelos in Führung. Die Badener indes schienen der nervlichen Belastung des Abstiegskampfes zunächst nicht gewachsen zu sein und schenkten fast kampflos ab. Immerhin nach 25 Minuten gab es ein erstes Lebenszeichen des KSC - Torjäger Hofmann erzielte sehenswert das 1:3. Ein Signal zur Aufholjagd war dieser Anschlusstreffer allerdings noch nicht direkt, der KSC tat sich weiterhin schwer. Erst ein verwandelter Elfmeter von Hofmann in der 70. Minute ließ die Badener nochmals hoffen. Drei Minuten vor dem regulären Ende durfte dann Hofmann erneut vom Elfmeterpunkt ran und verwandelte erneut sicher zum 3:3-Endstand. Die Eichner-Elf tritt am 34. Spieltag in Fürth an und kann den Club aus Nürnberg noch als Tabellenfünfzehnten abfangen.

Osnabrück rettet sich selbst gegen Kiel

Aufsteiger Osnabrück brauchte gegen Kiel noch einen Sieg, um ganz sicher in der Liga zu bleiben. Und diese Chance wollte sich der VfL zuhause gegen die Holsteiner nicht entgehen lassen. Schon in der Anfangsphase drehte die Thioune-Elf auf und ging durch Heyer und Ajdini schnell mit 2:0 in Führung. Als sich die Kieler nach 26 Minuten durch Neumanns Roter Karte wegen einer Notbremse dezimierten, hatten die Niedersachsen fortan leichtes Spiel. Nach Wiederbeginn machte Gugganig vom Punkt das 3:0 - die Partie war entschieden. Der Elfmeterschütze war dann auch für den Kieler Treffer zum 3:1 per Eigentor verantwortlich. Für den Schlusspunkt sorgte Amenyido, der Joker traf zum 4:1. Aufgrund der Ergebnisse im Keller hat der VfL damit den Ligaerhalt geschafft.

Wiesbaden unterliegt in Darmstadt - Platz 16 in weiter Ferne

Der SV Wehen Wiesbaden musste sich nach dem 0:6 gegen Nürnberg sammeln, um den Abstiegskampf beim Nachbarschaftsduell in Darmstadt wiederaufzunehmen. Und das schafften die Hessen auch dank Torjäger Schäffler, der die Rehm-Elf mit seinem 19. Saisontor schon in der fünften Minute in Front schoss. Danach aber waren die Gäste vor allem mit Defensivarbeit beschäftigt, die Lilien wurden stärker, Schäffler sah seine zehnte Gelbe Karte (gesperrt gegen St. Pauli) und zudem gab es auch noch Elfmeter für den SV98 - Kempe lief an, scheiterte aber am gut reagierenden Keeper Lindner, so dass es mit einer etwas glücklichen Wiesbadener Führung in die Pause ging. Nach dem Seitenwechsel wurde Darmstadt effizienter - das galt vor allem für Stürmer Dursun, der in Hälfte eins einiges liegen gelassen hatte. In der 63. Minute war er aber per Kopf zur Stelle und markierte den verdienten 1:1-Ausgleich. Die Lilien waren nun viel besser in der Partie und kamen durch Paik zum 2:1-Führungstreffer. Den Schlusspunkt zum 3:1-Endstand markierte Darmstadts Routinier Heller. Mit der Niederlage verspielte der SVWW wohl alle Hoffnung auf Platz 16, denn auf den KSC fehlen drei Punkte und zehn Tore.

Dresden siegt in Unterzahl - trotzdem wohl keine Rettung

Dresdens Patrick Ebert

Gewonnen, aber doch nicht mehr zu retten: Dresden und Patrick Ebert. imago images

Dynamo Dresden musste in Sandhausen unbedingt gewinnen, um die letzte Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Die Sachsen hatten in 17. und 18. Minute Glück, als die Hausherren eine Doppelchance von Bouhaddouz und Kister liegen ließen. Dynamo tat sich im Vorwärtsgang enorm schwierig und hatte im ersten Abschnitt kaum Torchancen. Im zweiten Abschnitt leistete sich Dresdens Löwe ein Frustfoul und kassierte die Rote Karte. In Unterzahl war an einen Sieg kaum mehr zu denken, doch in der 90. Minute schlug Marco Hartmann mit dem Siegtreffer für Dynamo zu. Reichen wird dies zum Relegationsplatz wohl dennoch nicht, weil die Sachsen neben drei Zählern Rückstand auch eine um 14 Tore schlechtere Tordifferenz gegenüber dem KSC aufweisen.

St. Pauli holt entscheidenden Punkt

Nichts mehr mit dem Abstieg zu tun hat der FC St. Pauli, der gegen Jahn Regensburg 1:1 spielte. Beide Tore fielen in der ersten Halbzeit: Diamantakos traf in der 11. Minute zur Führung für die Kiezkicker, Hein glich in der 27. Minute aus. Nach der Pause passierte nicht mehr viel. Regensburg bleibt auf Rang zehn, St. Pauli rutscht auf Rang 14, hat aber zum Relegationsplatz fünf Punkte Puffer.

Kein Sieger in Bochum

Bochum bleibt nach dem Re-Start weiter ungeschlagen und hätte sogar als Sieger vom Platz gehen können. Denn nach dem frühen Rückstand durch Hrgota (7.) drehten Tesche (43.) und Osei-Tutu (52.) das Spiel. Anschließend ließ der VfL den Gegner besser ins Spiel kommen, Ernst nutzte einen Black-out der Bochumer Abwehr zum Ausgleich. Für beide Teams ging es um nicht mehr viel, das 2:2 war am Ende leistungsgerecht.

Aue stoppt Negativserie

Vier Niederlagen aus den letzten fünf Spielen war die Bilanz von Erzgebirge Aue vor der Partie gegen Hannover. Doch gegen Hannover gelang nun ein 2:1-Erfolg. Sportlich war nicht viel geboten, die Tore von Testroet (23.) und Fandrich (67.) fielen gewissermaßen aus heiterem Himmel. Der Anschlusstreffer von Dusksch (79.) kam zu spät.

kon