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Sturz-Chaos bei der Tour de France: "Das ist kein Radsport mehr"

Diskussionen über die Sicherheit der Fahrer nimmt an Fahrt auf

Sturz-Chaos nimmt kein Ende: "Das ist kein Radsport mehr"

An der Tagesordnung: Einer von vielen Stürzen bei der Tour de France.

An der Tagesordnung: Einer von vielen Stürzen bei der Tour de France. imago images

Primoz Roglic, Geraint Thomas, Peter Sagan, Caleb Ewan und viele mehr - zahlreiche Fahrer der Weltelite gingen schwer gezeichnet aus der turbulenten 3. Etappe der Tour. Top-Sprinter Ewan musste das Rennen nach einem Schlüsselbeinbruch infolge eines Sturzes bei rund 70 km/h auf der Zielgeraden gar aufgeben. "Das Tempo ist heutzutage so hoch, da passiert so etwas ganz schnell", sagte Mathieu van der Poel, der sich an diesem Tag weder über das Gelbe Trikot noch über den Etappensieg von seinem Teamkollegen Tim Merliers unbeschwert freuen konnte.

Wenn wir nichts ändern, wird es Tote geben.

Ex-Profi und FDJ-Teamchef Marc Madiot

Stürze gehören in der ersten Woche der Tour zur Tagesordnung, doch die Diskussion um die Sicherheit der Fahrer wird nun Fahrt aufnehmen. "Ich freue mich nicht darauf, die Familien der Fahrer anzurufen. So können wir nicht weitermachen. Wenn ich so etwas sehe, möchte ich nicht, dass mein Kind Radprofi wird", sagte FDJ-Teamchef Marc Madiot und legte nach: "Das ist kein Radsport mehr. Wir müssen das ändern, so geht es nicht mehr weiter. Wenn wir es nicht machen, wird es Tote geben."

Stürze auch auf der 3. Etappe: Tour ist für Ewan beendet

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Geschke ist enttäuscht von der UCI

Die Rufe nach besseren Sicherheitsvorkehrungen wurden bereits in den letzten Jahren stetig lauter. Doch viel passiert ist nicht, auch die zum 1. April vom Radsportweltverband UCI eingeführten Regeländerungen stoßen im Peloton auf wenig Gegenliebe. "Lustig, wie die Supertuck- und Unterarmpositionen aus "Sicherheitsgründen" verboten wurden, während wir gleichzeitig Ziele wie heute haben", schrieb der deutsche Profi Simon Geschke auf Twitter. Der Cofidis-Fahrer spielte dabei auf das jüngste Verbot zweier aerodamischer Sitzpositionen auf dem Rad an - beide führten in der Vergangenheit aber gar nicht zu Stürzen.

Viel mehr sind es die Streckenführungen, die für Gefahr sorgen. "Ich find es immer komisch wenn wir den ganzen Tag auf relativ normalen Straßen fahren und dann die letzten 20 Kilometer so ein Harakiri ist. Da ist man als Fahrer schon enttäuscht von UCI und ASO. Stürze wie heute kann man als Veranstalter schon kommen sehen, wenn man sich das Finale anguckt", fuhr Geschke fort.

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MK/dpa/sid

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