Bundesliga

FCA-Geschäftsführer: "Der Fußball darf seine Wurzeln nicht verlieren"

FC Augsburg unterstützt Fan-Bündnis "Unser Fußball"

Ströll: "Der Fußball darf seine Wurzeln nicht verlieren"

Ist Geschäftsführer des FC Augsburg: Michael Ströll.

Ist Geschäftsführer des FC Augsburg: Michael Ströll. imago images

Mit einem Plakat auf der verwaisten Ulrich-Biesinger-Tribüne machten die FCA-Fans am vergangenen Samstag beim 1:2 gegen RB Leipzig deutlich, was sie von der Vereinsführung erwarten: "FC Augsburg - Ist 'Unser Fußball' auch euer Fußball?", stand da in großen Buchstaben. Das Bündnis "Unser Fußball" fordert die Einleitung konkreter Reformen. Die Zukunft des Fußballs müsse "grundlegend neu gestaltet werden - basisnah, nachhaltig und zeitgemäß", hieß es in einer Erklärung, der sich alle großen bundesweiten Fanorganisationen sowie mehr als 1000 lokale Dachverbände, Fanklubs und Fan- und Ultragruppen als Erstunterzeichner anschlossen.

"Die Forderungen der Fanvertreter sind absolut nachvollziehbar", sagt Ströll. "Liga, Verbände und Vereine müssen diskutieren, wie der Fußball in Deutschland in der Zukunft aussehen soll. Daher unterstütze ich das Bündnis, indem ich sage, dass diese Diskussion schnellstmöglich beginnen muss." Der FCA-Geschäftsführer betont: "Wir setzen uns für einen konstruktiven Austausch ein und bringen uns gerne aktiv mit ein." Dieser Austausch müsse "ernsthaft und auf Augenhöhe geführt werden, indem auch unterschiedliche Interessensgruppen gehört werden".

"Ein sportlich fairer Wettbewerb ist die Grundlage"

Ströll und der FCA hatten sich bereits vor Monaten für Veränderungen im Fußball und mehr Nachhaltigkeit ausgesprochen. "Wir haben direkt zu Beginn der Corona-Krise gesagt, dass es ein 'Höher, schneller, weiter' so nicht mehr geben kann. Der Fußball darf seine Wurzeln und die Basis nicht verlieren, denn dies zeichnet den deutschen Fußball aus und macht ihn in ganz Europa einzigartig", macht der 36-Jährige deutlich.

Für Ströll, der beim FCA die Bereiche Finanzen, Organisation und Personal verantwortet, steht fest: "Ein sportlich fairer Wettbewerb mit nachhaltigem Wirtschaften ist die Grundlage für eine attraktive Liga."

Deshalb hatte er sich kürzlich auch für eine andere Verteilung der TV-Gelder in Zukunft ausgesprochen: "Bei Beibehaltung des aktuellen Verteilerschlüssels würde die Schere zwischen Groß und Klein noch weiter auseinandergehen. Dies kann nicht im Sinne des Wettbewerbs und einer größtmöglichen Chancengleichheit sein."

David Bernreuther

Klub für Klub: Diese Leihspieler kehren zurück