Bundesliga

Streit um TV-Gelder: Neuer Vorstoß einzelner Klubs

2. Liga soll mehr an internationalen Erlösen teilhaben

Streit um TV-Gelder: Neuer Vorstoß einzelner Klubs

Trotz Corona: Die DFL hat die TV-Rechte für einen Milliardenbetrag versteigert.

Trotz Corona: Die DFL hat die TV-Rechte für einen Milliardenbetrag versteigert. picture alliance

Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, haben sich der 1. FSV Mainz, der VfB Stuttgart, Arminia Bielefeld und Jahn Regensburg zusammengetan und dem Präsidium der DFL ein Positionspapier vorgelegt. Eine zentrale Forderung: Die nationalen und internationalen TV-Einnahmen sollen in einen Topf wandern. Maximal 80 Prozent der Gesamterlöse sollen dann den Bundesligisten zustehen.

Bei der Versteigerung im Sommer kamen für vier Spielzeiten 4,4 Milliarden Euro aus den nationalen Erlösen zusammen. Dem Bericht zufolge erwartet die DFL aus der internationalen Vermarktung zudem 250 Millionen Euro pro Saison. Demzufolge würde die 2. Bundesliga ab der Saison 2021/22 50 Millionen Euro (statt neun Millionen) aus dem Topf der internationalen TV-Gelder bekommen.

Bisher sieht die Verteilung der internationalen Erlöse vor, dass zunächst 25 Prozent auf alle 18 Vereine der Bundesliga gleichmäßig verteilt werden. Weitere 50 Prozent werden anhand einer Fünf-Jahres-Wertung mit Blick auf das internationale Abschneiden ausgeschüttet. Die übrigen 25 Prozent basierend auf den Starts in der Europa League und Champions League in den vergangenen zehn Jahren. Ein Fixbetrag von fünf Millionen Euro (ab der Saison 2017/18), der jährlich um eine Millionen Euro steigt, geht aktuell an die Zweitligisten (in der Saison 2021/22 wären demnach neun Millionen Euro fällig).

Mainz bestätigt den Vorstoß

Gegenüber den Zeitungen der VRM (Allgemeinen Zeitung Mainz, Wiesbadener Kurier, Darmstädter Echo) wurde das Werben um ein neues Verteilermodell vom FSV Mainz 05 bestätigt. "Bislang gibt es zwei Töpfe mit unterschiedlichen Verteilschlüsseln, die Schere geht daher immer weiter auseinander", erklärt Jan Lehmann, Kaufmännischer Vorstand in Mainz. Insgesamt mindestens zehn Erst- und Zweitligisten würden das Papier unterzeichnen, so Lehmann. "Sieben Klubs gehören ja dem Präsidium an, somit haben gut ein Drittel der verbleibenden Profi-Vereine dem Vorgehen zugestimmt. Mehrere weitere Klubs haben signalisiert, dass sie die Veränderungen in weiten Teilen ebenfalls befürworten. Wir haben also durchaus ein mehrheitsfähiges Papier."

Mehr Geld für Traditionsklubs

Eine weitere Forderung ("Einführung eines neuen Wertschöpfungskriteriums zur Honorierung des Beitrags zur Attraktivität des Medienproduktes Bundesliga") ist schon aus der Vergangenheit bekannt. So sollen Traditionsklubs mit entsprechend vielen Fans ebenfalls ein größeres Stück vom Kuchen abbekommen.

Wie die Auktions-Erlöse letztlich wirklich verteilt werden, entscheidet das DFL-Präsidium um Präsident Christian Seifert. Da das neunköpfige Gremium mittlerweile von Vertretern der mittelgroßen und kleinen Vereinen dominiert wird, könnte es durchaus zu einer Umverteilung kommen.

Weitere Informationen:

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