Amateure

TuS Koblenz muss ohne Fans zu Hassia Bingen

Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Nord

Streit um Sicherheitsdienst: Fans der TuS Koblenz dürfen nicht nach Bingen

Auswärtsreise gestrichen: Die Fans der TuS Koblenz müssen gegen Hassia Bingen draußen bleiben.

Auswärtsreise gestrichen: Die Fans der TuS Koblenz müssen gegen Hassia Bingen draußen bleiben. imago images/Jan Huebner

Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Nord

Schon wieder Hassia Bingen, schon wieder ein Spiel gegen einen namhaften Vertreter. Wurde im Vorfeld des Aufeinandertreffens mit Eintracht Trier am 9. November bekannt, dass Bingen aus Sicherheitsgründen sämtliche Zuschauer ausschließen werde, dürfen beim Heimspiel am Samstag gegen die TuS Koblenz immerhin die eigenen Fans ins Stadion.

Der Gästeblock bleibt allerdings leer. Bingen begründet diesen Schritt in einer Mitteilung so: "Der Grund hierfür ist, dass der Gastverein nicht bereit ist, die Auflagen des Fußball-Regional-Verbandes Südwest zu erfüllen."

Koblenz ließ nicht lange auf eine Stellungnahme warten. Die liest sich so, dass, anders als in der Causa "Trier", der Verband diesmal auf Seite der Binger steht. Bernd Schneider, Spielausschuss-Vorsitzender beim Fußball-Regional-Verband Südwest (FVR), will das auf kicker-Nachfrage so nicht verstanden wissen und sagt in deutlichem Ton: "Wir stehen nicht auf der Seite von Bingen, sondern auf Seiten der Polizei." Auf Grundlage vorheriger Gespräche habe der Verband angeordnet, dass der normale, vom Heimverein organisierte Ordnungsdienst nicht ausreiche. Daher müsse ein externer Sicherheitsdienst hinzugezogen werden, dessen Kosten aufgrund besagter früherer Verfehlungen seiner Fans in Bingen auf die Koblenzer umgelegt werden sollten. Dieses Argument kontert die TuS: "Bingen und der Fußball-Regional-Verband Südwest verweisen auch heute auf vergangene Vorkommnisse, bei denen es bei einem Spiel der TuS Koblenz unter anderem zu einer Beschädigung eines Bauzauns während eines Torjubels gekommen ist. Was in den Erklärungen oft nicht gesagt wird: Die TuS Koblenz wurde dafür sanktioniert und ist darüber hinaus für die Instandsetzungskosten aufgekommen."

Klar ist, die Koblenzer weigern sich, den geforderten zusätzlichen Ordnungsdienst zu bezahlen: "Die TuS Koblenz lehnt dieses Vorhaben ab, missbilligt dieses Verhalten von Hassia Bingen und des Fußballverbands ausdrücklich und sieht hier die Gefahr eines Präzedenzfalls. Soll die TuS Koblenz demnächst der Eintracht aus Trier oder dem FV Engers die Kosten für Sicherheitsdienste in Rechnung stellen?" Vielmehr betont der frühere Zweitligist: "Ein Verein in der Oberliga muss unserer Einschätzung nach organisatorisch in der Lage sein, einen Spieltag mit 100 - 200 zu erwartenden Gästefans auszurichten. Viele Vereine aus unserer Region schaffen das mit Bravour, einige können oder wollen das wohl nicht." Generell, so schreibt der Verein weiter, ist "diese neuerliche Entwicklung in Bingen mit Rückendeckung des Verbands für uns nicht hinnehmbar und für die Vereins- und Fankultur nicht tragbar".

Denjenigen, die jetzt genauso wie Koblenz befürchten, so ein Beispiel könnte Schule machen, versucht FVR-Funktionär Schneider den Wind aus den Segeln zu nehmen: "Das hier ist eine einmalige Sache. Ein Präzedenzfall wird das in meinen Augen nicht, da würden wir als Verband sicher gegensteuern."

Stefan Wölfel

Das ist die Social-Media-Tabelle der Oberliga