Bundesliga

Streichs unnötiges Versteckspiel bei den Torhütern

Flekken fehlt nach OP lange - keine Einsatzbestätigung für Müller

Streichs unnötiges Versteckspiel bei den Torhütern

Lässt sich bei der Torwartfrage noch nicht in die Karten schauen: SC-Trainer Christian Streich.

Lässt sich bei der Torwartfrage noch nicht in die Karten schauen: SC-Trainer Christian Streich.

"Mark hat sich den Ellenbogen ausgekugelt und bei der Operation hat man gesehen, dass ein paar Bänder abgerissen und Sehnen verletzt waren", informierte Streich und rechnet mit einem sehr langen Ausfall des nach Alexander Schwolows Abschied zum neuen Stammkeeper beförderten Niederländers: "Wenn alles gut läuft, wird es plus-minus sechs bis sieben Monate dauern, bis er wieder gesund ist. Wir sprechen also nicht von Dezember oder Januar."

Der direkt befürchtete und nun bestätigte lange Ausfall führte dazu, dass auch der erst im Sommer ablösefrei vom KSC geholte Flekken-Vertreter Benjamin Uphoff Pech hat. Das noch geöffnete Transferfenster wurde dem 27-Jährigen zum Verhängnis. Die Verantwortlichen trauten der Nummer 2, dessen 34 Zweitligaeinsätze in der vergangenen Saison für Karlsruhe seine bisher werthaltigsten Erfahrungswerte darstellen, die wichtige Rolle als Rückhalt in der Bundesliga noch nicht zu. Uphoff, der in der Vorbereitung und auch bei der insgesamt soliden Leistung im Pokal in Mannheim zudem fußballerische Defizite offenbarte, bekam am Dienstag Florian Müller vor die Nase gesetzt.

Streich dankte dem Mainzer Sportvorstand Schröder

Der 22 Jahre alte Mainzer Keeper hat zwar jüngst den engen Zweikampf ums 05-Tor gegen Robin Zentner verloren, stellte in 42 Einsätzen aber bereits seine Bundesligatauglichkeit unter Beweis und gilt technisch für das anspruchsvolle Streich-System, in dem der Torwart im Aufbau eine zentrale Rolle einnimmt, als ausreichend beschlagen. Am Dienstag nahm der SC den früheren U-21-Nationalkeeper also leihweise für ein Jahr unter Vertrag, zahlt dafür eine Gebühr von 200.000 Euro. Streich dankte am Donnerstag nochmals dem Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder sowie Trainer Achim Beierlorzer für die aus seiner Sicht nicht selbstverständlichen, unkomplizierten Abläufe rund um diesen sehr schnell abgewickelten Transfer.

Antwort auf die Torwartfrage dürfte klar sein

Bei der Frage, wer denn am Samstag in Stuttgart im SC-Tor stehen werde, entschied sich Streich trotz der klaren Faktenlagen allerdings für ein unnötiges Versteckspiel: "Das will ich nicht sagen, das sehen Sie am Samstag." Amüsanterweise hatte nämlich der Mainzer Sportchef Schröder für die traditionell verbal eher zurückhaltenden SC-Entscheider die Rollendefinition für Müller in der offiziellen Transfermitteilung bereits übernommen: "Ein Engagement auf Leihbasis beim SC Freiburg bietet Florian nun die Möglichkeit, bei einem sehr guten Bundesliga-Verein Stammspieler zu sein." Sollte Müller körperlich fit bleiben und sich in den verbleibenden Einheiten keine besonders schlechten Leistungen erlauben, dürfte die Antwort auf die Torwartfrage klar sein. Uphoffs Standing, der sich bei normalem Verlauf im Schatten von Flekken unbehelligt hätte entwickeln können, trägt nun automatisch und unverschuldet einige Kratzer davon.

Möglich wäre einzig noch diese Variante: Nach Müllers nur drei kompletten Trainingstagen beim SC käme die Auftaktpartie am Samstag wegen der fehlenden Eingespieltheit für das Trainerteam noch zu früh. Spätestens danach aber wären die Rollen klar verteilt, sonst würde die Müller-Ausleihe keinen Sinn ergeben, wenn man auf Uphoff setzte, hätte der SC das Torwart-Trio auch mit einem weiteren jungen Keeper neben Talent Niclas Thiede ergänzen können. Warum Streich, obwohl offensichtliche Fakten geschaffen wurden, die neue Torwart-Rangfolge nicht klar benennt, bleibt sein Geheimnis.

Carsten Schröter-Lorenz

Das sind die Gewinner der Vorbereitung