Bundesliga

Freiburgs Streich: "Dann haben wir mit Dortmund nichts zu tun"

Freiburgs Trainer missfällt die Art und Weise beim 1:5

Streichs Generalkritik: "Dann haben wir mit Dortmund nichts zu tun"

Konnte mit dem Auftritt seiner Freiburger am Freitagabend nicht zufrieden sein: Christian Streich.

Konnte mit dem Auftritt seiner Freiburger am Freitagabend nicht zufrieden sein: Christian Streich. imago images/Laci Perenyi

Die Kritik war ebenso hart wie verdient. "Es war zu wenig. Insgesamt, aber auch vom Mut her. Ein schlechtes Spiel von uns", urteilte Freiburgs Cheftrainer Christian Streich nach dem 1:5-Debakel am Freitagabend bei Borussia Dortmund am DAZN-Mikrofon. Es war die mit Abstand höchste Niederlage in dieser Bundesliga-Spielzeit. Nicht einmal in einem Testspiel hatte der Sport-Club zuvor mehr als zwei Gegentore kassiert. Nun klingelte es gleich fünfmal im Kasten von Torhüter Benjamin Uphoff, der erneut den in Isolation feststeckenden Stamm-Keeper Mark Flekken vertrat.

"Wir hatten eigentlich ein gutes Vorbild"

Noch in der Hinrunde hatte Streichs Elf den BVB mit 2:1 besiegt und damit die beste Hinrunde der Klubhistorie eingeleitet - jedenfalls mit Blick auf den Tabellenplatz. "Wir hatten eigentlich ein gutes Vorbild: Das Hinspiel", sagte der SC-Coach und übte dann wieder harsche Kritik: "Die Frustrationstoleranz und dieser Hunger gegen den Ball, dass man in Zweikämpfe kommt, auch wenn man immer wieder hinläuft und nicht beim ersten oder zweiten Mal hinkommt, die waren nicht in diesem Maße da." Zweimal traf Dortmunds Thomas Meunier nach einer Ecke, zweimal musste Uphoff nach einem schnellen Ballverlust im Mittelfeld hinter sich greifen.

Gefühlt hatten wir überall auf dem Platz Unterzahl.

Freiburgs Kapitän Christian Günter

Kapitän Christian Günter haderte mit der Art und Weise des Auftritts in Westfalen. "Wir wollten schon Nadelstiche setzen und den Ball erobern, aber gefühlt hatten wir überall auf dem Platz Unterzahl", klagte der Linksverteidiger. Auch sein Trainer analysierte in eine ähnliche Richtung: "Wir waren das eine oder andere Mal zu hoch aber auch Nicolas Höfler und Janik Haberer standen das eine oder andere Mal nicht richtig."

Streich lobt seine Joker

Etwas besser wurde es erst nach dem Seitenwechsel. Streich hatte mit Talent Kevin Schade und Stürmer Ermedin Demirovic zwei frische Offensivspieler gebracht und dafür die völlig neben sich stehenden Vincenzo Grifo und Woo-Yeong Jeong in der Kabine gelassen. Nach einem engagierten Antritt Schades und einem Abschluss von Roland Sallai konnte Demirovic immerhin zum 1:3 abstauben. "Von den beiden kam Energie rein", stellte Streich fest.

Nur: Die Wende gelang nicht mehr, stattdessen setzte es weitere Gegentreffer. "Wir haben eine schlechte erste Halbzeit gespielt. Die zweite war dann besser. Dortmund war gut, wir waren nicht gut", fasste Streich zusammen und betonte: "Bis jetzt war es ganz gut, was wir in dieser Saison gespielt haben. Aber wenn wir nicht richtig gut drauf sind, haben wir mit dem BVB nichts zu tun."

Jim Decker

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