Bundesliga

Streich: "Leipzig bleibt Leipzig"

Freiburger Re-Start mit besserer Personalsituation

Streich: "Leipzig bleibt Leipzig"

So lief es in der Hinrunde gegen Leipzig: Der Freiburger Trainer Christian Streich jubelt über den 2:1-Sieg.

So lief es in der Hinrunde gegen Leipzig: Der Freiburger Trainer Christian Streich jubelt über den 2:1-Sieg. imago images

Die Spielvorbereitung von vor zwei Monaten habe nur "nochmal aufgefrischt" werden müssen, sagte SC-Trainer Christian Streich. Schließlich haben weder Leipzig noch der SC seit der kurzfristig abgesagten Partie ein Spiel bestritten, neues Videomaterial gibt es nicht. Was sich aber verändert hat, sind die personellen Voraussetzungen. "Wir haben nur ganz wenig Angeschlagene", berichtete Streich in der virtuellen Pressekonferenz. Die Stammspieler Christian Günter und Janik Haberer, die damals ausgefallen wären, sind wieder fit.

Wir dürfen uns keine dummen Ballverluste erlauben, vor allem nicht im Zentrum.

Christian Streich

"Leipzig bleibt Leipzig, mit ihrer Art Fußball zu spielen", sagte Streich. Und Torwart Alexander Schwolow erklärte, was sein Trainer damit gemeint haben könnte. "Leipzig ist nicht unbedingt auf minutenlange Ballpassagen aus, sondern sie haben es auch gern, wenn der Gegner mal den Ball hat", so der Keeper, "es ist bekannt, dass sie schnell versuchen umzuschalten. Wir dürfen uns keine dummen Ballverluste erlauben, vor allem nicht im Zentrum." Konterabsicherung, gutes Passspiel und Ballkontrolle seien die Grundvoraussetzungen, um in Leipzig erfolgreich sein zu können. Bislang hat der SC nur im eigenen Stadion gegen RB gewonnen, zuletzt beim 2:1 in der Hinrunde. In Leipzig haben die Freiburger dreimal verloren und im Schnitt 3,33 Tore kassiert.

Große Freude im Team über die Erlaubnis für Zweikämpfe

Auch wenn die Umstände ungewöhnlich sein werden, wenn der Sport-Club aus dem Quarantäne-Trainingslager in einem Hotel in der Nähe von Freiburg nach Leipzig reist und die Fans "brutal fehlen werden", freut sich Schwolow auf zumindest ein bisschen Normalität: "Es tut gut, auf dem Trainingsplatz stehen zu können und am Samstag endlich wieder auf dem Bundesligaparkett." Bei der gesamten Mannschaft hat Streich eine große Vorfreude gespürt, seit sie vor einer Woche wieder gemeinsam trainieren und in Zweikämpfe gehen durfte. Angst vor einer Ansteckungsgefahr habe kein Spieler geäußert, auch weil die Mannschaftsärzte der Freiburger Uniklinik sie "sehr gut vorbereitet" hätten, vermutete er. "Aber wenn ein Spieler mit Bedenken kommt, würde ich das vollständig akzeptieren und das auch in der Mannschaft so kommunizieren", betonte Streich.

Trainer mit Mundschutz auf der Bank: "Am Samstagmorgen weiß ich es dann"

Auch wenn er wie alle lieber vor Zuschauern und mit der Unterstützung der Fans spielen würde, ist er auch gespannt, wie sich die Geisterspiele entwickeln. Immerhin könne ihn seine Mannschaft jetzt hören, wenn er etwas reinruft, "so war es in der A-Jugend auch". Und auch die Spieler könnten sich gegenseitig besser coachen. Dass der Trainer auf der Bank einen Mundschutz tragen muss und ihn nur abnehmen darf, wenn er in der Coachingzone Anweisungen gibt, damit hat sich Streich bislang noch nicht beschäftigt, erklärte er. "Am Samstagmorgen weiß ich es dann", sagte Streich, vorher wollte er sich nur mit Dingen befassen, "die ich beeinflussen kann". Und dazu gehörte vor allem die Beschäftigung mit seinen Spielern, denn bei der Aufstellung muss er wegen der wenigen Trainingseindrücke noch mehr als sonst auch auf sein Bauchgefühl setzen. Verraten hat er darüber wie üblich nichts.

Daniela Frahm

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