Bundesliga

Streich ist "hochmotiviert, als wenn es um alles ginge"

Sport-Club wird im Saisonfinale personell wohl nicht experimentieren

Streich ist "hochmotiviert, als wenn es um alles ginge"

Christian Streich

Will die Saison positiv beenden: Freiburgs Trainer Christian Streich. imago images

Das wünscht man niemandem, wie es jetzt in Schalke ist - schon gar keinem Trainer, Verantwortlichen oder Spieler dort", sagte Streich vor dem Heimspiel gegen das Team von David Wagner, den er als "geschätzten Kollegen" bezeichnete. "Da geht man echt durch ganz finstere Zeiten und das ist kompliziert", fügte der SC-Coach hinzu, und es war klar, dass er damit nicht nur die sportliche Situation meinte, sondern auch die Debatten um den Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies. "Ich habe meinen Spielern gesagt, wenn Schalke 04 es schafft, uns zu schlagen, dann findet eine kurzfristige Beruhigung statt und dann kann man sagen: Wir haben uns aufgebäumt", erklärte Streich "und wir möchten in einem harten, fairen Wettstreit Schalke 04 besiegen, weil es für uns um den Sport geht."

Der SC-Trainer ist "hochmotiviert als wenn es um alles ginge". Schließlich sei es für den Verein aus wirtschaftlicher Sicht nicht egal, ob er den achten Platz verteidigt oder noch auf den neunten rutscht - auf dem er in dieser Saison übrigens nur zwei Spieltage stand, an den anderen waren die Freiburger besser platziert. Für Streich geht es "am Samstag auch um die Fünf-Jahres-Wertung", nach der die Fernsehgelder vergeben werden.

Wie alle Clubs und viele Betriebe habe auch der Sport-Club mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen, "und wir wollen Geld für den Verein einspielen", erklärte Streich. Der SC habe neben den Gehältern schließlich auch noch den Bau des neuen Stadions zu finanzieren. Streich geht allerdings nicht davon aus, dass der SC wie geplant zum Start der neuen Saison umziehen wird, das Spiel gegen Schalke also nicht das letzte im Schwarzwald-Stadion sein wird. "Wir werden uns angemessen verabschieden müssen und wollen, mit Leuten - ich hoffe, dass das dann geht."

Wieder Flekken statt Schwolow?

Streich hofft, dass die kommende Saison in etwa Mitte September wieder beginnt. Bis dahin seien allerdings noch sehr viele offene Fragen zu klären. "Da kommen viele Aufgaben auf die Sportpolitik und die allgemeine Politik und auch auf die Bürger zu", sagte der SC-Coach, "jeder entscheidet, was auf dem Teller ist, und was er für was zahlt." Klar ist, dass die Mannschaft nach dem Spiel gegen Schalke erst mal ein paar Wochen frei bekommt. "Wir freuen uns total auf das Spiel am Samstag, aber auch sehr auf Urlaub danach, weil wir ihn jetzt auch brauchen", erklärte Streich.

Vorher möchte er gerne noch die Rückrunde, in der die Leistungen nicht so stabil gewesen seien wie in der Hinrunde, erfolgreich abschließen. Deswegen wird es möglicherweise auch nicht so viele personelle Veränderungen im Vergleich zum Spiel bei den Bayern geben. Ob wie zum Abschluss der vergangenen Saison (beim 5:1 gegen die schon abgestiegenen Nürnberger) Mark Flekken anstelle von Alexander Schwolow im Tor stehen wird, soll laut Streich noch zusammen mit Torwarttrainer Andres Kronenberg entschieden werden. Ausfallen werden auf jeden Fall Janik Haberer (Sprunggelenksverletzung) und Lino Tempelmann, der sich beim Aufwärmen in München eine Sehnenverletzung im Knie zugezogen hat. Verteidiger Manuel Gulde ist nach einem Muskelfaserriss inzwischen wieder im Training, ein Einsatz deshalb nicht ausgeschlossen.

Daniela Frahm

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