Bundesliga

Streich besorgt: "Wir sind auf einem ganz schlimmen Weg"

Der Fußball dürfe sich nicht aus der Verantwortung nehmen

Streich besorgt: "Wir sind auf einem ganz schlimmen Weg"

Fordert Haltung und Geschlossenheit: Freiburgs Trainer Christian Streich.

Fordert Haltung und Geschlossenheit: Freiburgs Trainer Christian Streich. imago images

Nach beleidigenden Gesängen gegen Hopp war die Partie in Dortmund kurzzeitig unterbrochen worden. Via Stadiondurchsage wurden die Anhänger darauf hingewiesen, dass der Spielabbruch drohe, sollten die Beleidigungen nicht aufhören.

"Diese Hetze gegen Menschen ist nicht hinnehmbar", fand Christian Streich danach deutliche Worte für die Anfeindungen gegen Hopp. "Was in diesem Land in den letzten zehn Monaten passiert ist, in puncto Hetze, in puncto Anschläge auf Politiker, auf jüdische Einrichtungen und jetzt auf eine türkische Shisha-Bar, ist extrem gefährlich", warnte der Freiburger Trainer: "Wir sind auf einem ganz schlimmen Weg. Und wenn du siehst, wie das instrumentalisiert wird von einer Partei in diesem Land, muss ich sagen, wehret den Anfängen."

Es geht natürlich um Haltung und es geht natürlich nur über Geschlossenheit. Dann muss die gesamtgesellschaftliche Verantwortung an höchster Stelle stehen.

Christian Streich

Gerade in diesem Kontext sei Hetze wie gegen Hopp "absolut nicht hinnehmbar": "Wir wissen genau, wie das die Leute animiert, dann zur Tat zu schreiten. Da gibt es natürlich genügend Brandstifter, die dann letztendlich dafür Mitverantwortung tragen. Wo Menschen umgebracht werden oder in einem hohen Maße diffamiert werden."

Der Fußball sei nicht unpolitisch und dürfe sich nicht aus der Verantwortung nehmen, betonte Streich: "Es geht natürlich um Haltung und es geht natürlich nur über Geschlossenheit. Dann muss die gesamtgesellschaftliche Verantwortung an höchster Stelle stehen."

Aus diesen Gründen halte er die Maßnahmen wie in Dortmund oder in Sinsheim, wo die Partie zwischen Hoffenheim und Bayern München gar fast 14 Minuten lang unterbrochen war, für richtig, meinte Streich und betonte: "Wenn solche Dinge passieren oder Spieler beleidigt werden, die eine andere Hautfarbe haben oder einen anderen religiösen Glauben. Dann müssen wir vom Platz runtergehen, und dann ist das Spiel beendet. Weil es gibt Wichtigeres als Fußball, und da werde ich voll mitziehen. Da gibt es für mich keine zwei Meinungen."

Lesen Sie auch einen Kommentar zum Thema: Große Gesten - aber jetzt muss vereint gehandelt werden

ski/md

Schmähplakate, Spielunterbrechung, Nichtangriffspakt