Bundesliga

Freiburgs Trainer Streich zwischen Ehrgeiz und herbeigesehntem Urlaub

Freiburgs Trainer lobt die Pandemie-Maßnahmen der DFL

Streich zwischen Ehrgeiz und herbeigesehntem Urlaub

Urlaubsreif: Christian Streich.

Urlaubsreif: Christian Streich. imago images

"Notwendig, angemessen, richtig", so kommentiert Streich die von der DFL für alle 36 Profiklubs angeordneten Quarantäne-Trainingslager ab dem 12. Mai. Der 55-Jährige lobt den Ligaverband mit Christian Seifert an der Spitze allgemein für die sehr vielen in Abstimmung mit den Klub-Chefs getroffenen, "richtigen Entscheidungen und vernünftigen Maßnahmen" in diesen nun schon über zwölf Monaten unter Pandemie-Bedingungen.

Die sind natürlich auch an Streich nicht spurlos vorbeigegangen. "Wenn die Saison zu Ende ist, bin ich gottfroh, weil wir ja dann Urlaub haben und ich unbedingt jetzt Urlaub haben will, weil es eine sehr, sehr anstrengende Saison war mit diesen Rahmenbedingungen, für alle Menschen natürlich, aber für uns auch", sagt Streich: "Wir alle und ich auch brauchen jetzt echt Erholung, weil es mich angestrengt hat, aber das ist natürlich auch jedes Jahr so." Der Freiburger Trainer investiert immer seine gesamten Energien während einer Spielzeit.

Kommt dann noch, wie in der Zeit seit seines Amtsantritts Ende 2011 schon öfter geschehen, nervenaufreibender Abstiegskampf dazu, steht die Anzeigenadel von Streichs physischer und mentaler Kraftreserve noch etwas tiefer im roten Bereich. Das bleibt ihm diese Saison immerhin erspart. "Das Schöne ist, dass wir schon zum jetzigen Zeitpunkt so gut dastehen und schon zur Halbserie 24 Punkte hatten und nie in der ganz großen fußballerischen Not waren. Wenn du das dann auch noch hast, dann ist es echt schwierig", erklärt der SC-Coach.

Wir sind absolut ehrgeizig und wollen Hoffenheim hinter uns lassen.

Christian Streich

Streich ist jedoch weit davon entfernt, die Spielzeit im gesicherten Tabellenmittelfeld stehend mit nachlassender Spannung austrudeln lassen zu wollen. Das belegten sowohl seine miese Laune nach der schwachen Leistung in Bielefeld (0:1) als auch der entschlossene Auftritt seiner Mannschaft als unmittelbare Reaktion darauf eine Woche später beim 4:0 gegen Schalke.

"Wir sind absolut ehrgeizig und wollen Hoffenheim hinter uns lassen", stellt Streich mit Blick auf das anstehende badische Duell im Schwarzwald-Stadion klar: "Die Jungs und wir alle sind hochmotiviert, darüber haben wir auch schon gesprochen. Ich gehe fest davon aus, dass wir mit totaler Intensität am Samstag auf dem Platz stehen. Alles andere würde mich auch in keiner Weise zufrieden stellen."

Grifo vor Startelf-Rückkehr

Höchstwahrscheinlich wird Vincenzo Grifo (7 Tore/6 Vorlagen), der während seines 90-minütigen Bankaufenthalts gegen Schalke von Roland Sallai (8/7) als SC-Topscorer abgelöst wurde, gegen seinen Ex-Klub wieder auf dem Rasen stehen. Nach der von einer Woche beendeten COVID-19-Isolation sei der italienische Nationalspieler wieder fit, so Streich: "Vince ist Teil unserer Überlegungen, vielleicht fängt er an." Für den gesperrten Baptiste Santamaria (5. Gelbe Karte) wird derweil sehr wahrscheinlich Eigengewächs Yannik Keitel ein Startelfmandat erhalten.

Wie die Elf auch aussehen wird, die SC-Profis dürften Streichs Vorgabe auf dem Weg zur herbeigesehnten Ziellinie verinnerlicht haben. "Wir wollen unbedingt noch richtig gut spielen und dann wollen wir ein paar Wochen Ruhe haben, soweit es Ruhe gibt." Fünf Partien sind es noch für den SC, der sein Nachholspiel bei Hertha BSC am Donnerstag, dem 6. Mai, austrägt.

Carsten Schröter-Lorenz

kicker.tv Trainerstimme

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