Bundesliga

SC Freiburg Coach Streich: "Wir waren nicht gut genug mit dem Ball"

Zweigeteiltes Fazit des Freiburger Trainers nach Nullnummer in Mainz

Streich: "Wir waren nicht gut genug mit dem Ball"

Fährt mit vielen Erkentnissen aus Mainz nach Hause: Freiburgs Trainer Christian Streich

Fährt mit vielen Erkentnissen aus Mainz nach Hause: Freiburgs Trainer Christian Streich imago images/Jan Huebner

Streich hatte dem zuletzt erfolgreichen 4-4-2 - in dieser Startformation holten die Breisgauer gegen Dortmund (2:1), in Stuttgart (3:2) und zuletzt gegen Köln (1:1) insgesamt sieben Punkte - eine Offensivkraft entzogen und zu einem 3-4-1-2 umgewandelt. Stürmer Lucas Höler agierte etwas zurückgezogen auf der Zehn und leistete wie die beiden Außenstürmer Roland Sallai und Kevin Schade vor allem ohne Ball viel wertvolle Laufarbeit und rieb sich in Zweikämpfen auf - zu einem gefährlichen Abschluss kam das Trio jedoch nicht.

Erst der eingewechselte Vincenzo Grifo kam unmittelbar vor dem Abpfiff zur einzigen echten Freiburger Torchance, scheiterte mit seinem Schlenzer an Mainz-Schlussmann Robin Zentner. Bezeichnend, dass diese Gelegenheit nur durch einen Mainzer Fehler zustande kam, Anton Stach war an der abgefälschten Flanke Woo-Yeong Jeongs vorbeigesprungen.

Fußballerisch mit Luft nach oben

Andere symptomatische Szenen für den Freiburger Anteil am unansehnlichen, taktisch geprägten Kampf- und Krampfspiel mit viel Stückwerk, Fehlpässen und sich beharkenden Spieltrauben: Zwei Freistöße aus dem Halbfeld, die kurz und flach ausgeführt den freistehenden Mitspieler auf der Außenbahn verfehlten (Günter auf Kübler, Sallai auf Kübler) oder der Befreiungsschlagversuch von Philipp Lienhart, der Innenverteidiger-Kollege Manuel Gulde aus wenigen Metern im Gesicht traf.

"Wir waren nicht gut genug mit dem Ball, um einen Sieg verdient zu haben", gab Streich zu. Was ihn dennoch zufriedenstellte: "Auch wenn wir fußballerisch besser spielen wollen, haben wir eine gewisse Stabilität gezeigt und uns in Mainz einen Punkt erkämpft. Das ist gut, okay und spricht für unsere Einstellung und Herangehensweise. Alles andere müssen wir analysieren, trainieren und darin besser werden."

Lob für den Startelfdebütanten

Daher bekam der 20 Jahre alte Debütant Schade, der wegen seiner Kopfballstärke und Schnelligkeit den Vorzug vor Grifo und Jeong bekommen hatte, von Streich Lob für seine Arbeit und gute Beteiligung an vielen Kopfballduellen. In puncto Offensivspiel und Torgefährlichkeit muss er sich noch deutlich steigern - wie der Rest des Teams. Da Freiburg jedoch weiter ungeschlagen ist und schon neun Punkte gesammelt hat, lässt sich dieses Defizit vergleichsweise entspannt angehen.

Carsten Schröter-Lorenz