Bundesliga

Streich verlängert in Freiburg - 2019 war Löw ein Nachfolgekandidat

Erfolgscoach strebt rundem Jubiläum entgegen

Streich verlängert in Freiburg - 2019 war Löw ein Nachfolgekandidat

Trainer Christian Streich hat in Freiburg verlängert. Zsolt Löw war einst Nachfolgekandidat.

Trainer Christian Streich hat in Freiburg verlängert. Zsolt Löw war einst Nachfolgekandidat. imago images

Energie. Alle Jahre wieder geht es bei Streich vor allem darum. Spürt er noch die volle Energie, die für seinen intensiven Arbeitsstil notwendig ist? Nur bei einem klaren Ja könne er seinem Herzensverein, für den er insgesamt schon über 25 Jahre als Trainer tätig ist, weiterhin als Verantwortlicher für die Profi-Mannschaft dienen. Das hat der 55-Jährige immer wieder betont.

Auch wenn sie beim Sport-Club das eigene Tun nicht nur mit Blick auf die Ergebnisse an den Wochenenden bewerten - aktuell kann man auch an der Tabelle ablesen, wie fruchtbar die Zusammenarbeit ist. Platz acht, 30 Punkte - so viele wie noch nie nach 20 Spieltagen unter Streich, der in der Endabrechnung schon Fünfter (2013, 51 Punkte), Siebter (2017, 48 Punkte) und vergangenen Sommer Achter mit ebenso 48 Zählern wurde.

Trainersteckbrief Streich
Streich

Streich Christian

Vertragslaufzeit nicht bekannt

Schon Mitte Dezember prognostizierte der kicker, dass der Sport-Club in Bälde seine in der Liga beispiellose personelle Kontinuität bei den Verantwortungsträgern mit Vertragsverlängerungen untermauern würde. So kam es. Am 22. Dezember unterschrieben die Vorstände Jochen Saier und Oliver Leki neue Arbeitspapiere, die als absolute Ausnahme mit einer Dauer bis 2024 ausgewiesen wurden, am 12. Januar folge Sportdirektor Klemens Hartenbach und nun Streich. Bei den beiden Letztgenannten wurde wie bei den SC-Profis üblich keine Laufzeit kommuniziert.

"Ich freue mich über die Anerkennung und das Vertrauen, die unserer Arbeit entgegengebracht wird. Die Zusammenarbeit beinhaltet alle Voraussetzungen, die wichtig sind, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen", sagt Christian Streich in der Vereinsmitteilung. Und Sportvorstand Jochen Saier betont: "Es ist ungemein wertvoll, sich bewusst und immer wieder neu für das gemeinsame Projekt zu entscheiden - weil es total intensiv und herausfordernd ist. Wir verspüren weiterhin große Lust auf den gemeinsamen Weg. Das Miteinander ist einfach konstruktiv."

Da die Co-Trainer Patrick Baier, Lars Voßler und Florian Bruns, Torwarttrainer Andreas Kronenberg sowie Athletiktrainer Daniel Wolf Verträge über den Sommer 2021 hinaus besitzen, bleibt das eingespielte Ensemble aus dem kleinen, kultigen Trainerbüro unterhalb des Fanshops im Schwarzwald-Stadion mit Streich an der Spitze erhalten. Dessen zehnjährigem Jubiläum am 29. Dezember 2021 steht also nichts im Wege.

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Zsolt Löw war Nachfolgekandidat

Eine lange und bemerkenswerte Erfolgsgeschichte, in der er es aber auch schon Momente gab, in denen die Fortsetzung des gemeinsamen Weges keineswegs sicher schien. Die Saisons 2017/18 (15. Platz, 36 Punkte) und 2018/19 (13. Rang, 36 Punkte) hatten aufgrund des jeweils intensiven Kampfes gegen den Abstieg an Streichs Energiereserven gezehrt. Gedanken an ein sauberes, einvernehmliches Ende der Zusammenarbeit, wie es sich Streich für den Tag X immer wünscht, wurden im Jahr 2019 besprochen. Die Sportchefs Saier und Hartenbach mussten sich vor diesem Hintergrund aus Verantwortung dem Verein gegenüber etwas konkreter mit einem Trainerplan B auseinandersetzen und Gespräche mit anderen Trainern führen. Ein Nachfolgekandidat für den Fall, dass Streich wirklich aufhören sollte, war damals nach kicker-Informationen Zsolt Löw.

Der Mann mit dem berühmten Nachnamen stand damals als Assistent von Thomas Tuchel bei Paris St. Germain unter Vertrag und ist zuletzt in gleicher Funktion zum FC Chelsea gewechselt. Aus Sicht beider Parteien sind die Planspiele inzwischen Schnee von gestern - Löw kämpft an der Seite von Tuchel in der Premier League um Punkte und Streich und der SC versuchen ihre bislang beste Punktausbeute auch am Saisonende vorweisen zu können, um dann kommende Saison voraussichtlich im neuen Stadion ein neues gemeinsames Kapitel aufzuschlagen.

Carsten Schröter-Lorenz

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