Bundesliga

Streich: "Unglaublich, dass wir dieses Spiel verloren haben"

Chancenwucher und Patzer münden in dritter Niederlage in Serie

Streich: "Unglaublich, dass wir dieses Spiel verloren haben"

Christian Streich verliert mit Freiburg in Bochum - und kann es nicht glauben.

Christian Streich verliert mit Freiburg in Bochum - und kann es nicht glauben. AFP via Getty Images

Eines der "ungerechtesten Resultate"

"Ich bin ein Stück weit konsterniert über dieses Ergebnis", sagte Streich nach seinem 300. Bundesligaspiel auf der SC-Bank: "Die Mannschaft hat ein richtig gutes Spiel gemacht, wir hatten Torchancen ohne Ende. Wir sind gescheitert an einem sensationellen Torhüter und an uns selbst, weil wir die Chancen nicht genutzt haben. Dieses Ergebnis - da brauche ich zwei, drei Tage. Es ist unglaublich, dass wir dieses Spiel verloren haben, und ich habe schon viele Spiele gesehen." Im Interview mit Sky meinte der Freiburger Coach noch, dass es sich um eines der "ungerechtesten Resultate" handele, die er in seiner knapp zehnjährigen Zeit als Profitrainer erlebt habe.

Neun Torchancen, viermal Schlotterbeck

In der Tat hat der SC die Partie in Bochum über weite Strecken dominiert und erarbeitete sich dreimal so viele Torchancen wie der Gegner (9:3). Allein der wieder einmal stark aufspielende Innenverteidiger Nico Schlotterbeck verpasste viermal knapp sein erstes Saisontor. Einen Kopfball setzte er zu hoch an, mit einer guten Direktabnahme scheiterte er am Pfosten, seine zwei Kopfbälle in der zweiten Hälfte entschärfte der glänzend aufgelegte Manuel Riemann. Auch die Schussversuche von Kevin Schade, Lucas Höler, Nicolas Höfler und Christian Günter parierte der VfL-Keeper.

Das Handspiel wird natürlich nicht gepfiffen in so einem Spiel, das kommt dann auch noch dazu, dann verlierst du.

Christian Streich

Nur Philipp Lienhart konnte Riemann nach einem Freistoß von Antreiber Vincenzo Grifo per Kopf überwinden. Nach dieser verdienten 1:0-Führung kurz nach der Pause schien der Weg zum Erfolg für die SC-Profis geebnet, die dann allerdings - und das ist auch ein entscheidender Teil der Spielanalyse und deutlicher Unterschied zur ebenso unglücklichen 0:2-Niederlage gegen Frankfurt - vor beiden Gegentoren patzten. Erst legte sich Höfler kurz nach der Führung im Aufbau den Ball zu weit vor und Lienhart ließ Torschütze Polter durch die Schnittstelle zwischen ihm und Schlotterbeck entwischen. Und vor dem 2:1 war es wieder Lienhart, der einen langen Ball zunächst falsch einschätzte, der ihm unglücklich an den hinteren Oberschenkel prallte, und dann vor dem Klärungsversuch auch noch ausrutschte.

"Dann legen wir natürlich den Ball auf. Das ist auch nicht schlimm, wir alle machen Fehler inklusive mir. Ich habe schon genug Fehler gemacht als Trainer. Dann macht Chicco (Höfler, Anm. d. Red.) diesen Fehler, das ist dann halt so, da kommt dann alles zusammen", kommentierte Streich nur das erste Missgeschick und ärgerte sich obendrein, dass Anthony Losillas Handspiel nach einer guten Stunde nicht mit Strafstoß geahndet wurde: "Das Handspiel wird natürlich nicht gepfiffen in so einem Spiel, das kommt dann auch noch dazu, dann verlierst du."

Bochum hatte in dieser kniffligen Szene tatsächlich Glück, weil es kein Fehler gewesen wäre, hätte Schiedsrichter Patrick Ittrich auf den Punkt gezeigt. Andererseits ist seine Entscheidung auf Weiterspielen nach der Handspielregeländerung im Sommer, die den Fokus auf die Absicht bei der Beurteilung erhöhte, durch Losillas Bewegungsablauf gerade noch vertretbar.

Streich bleibt optimistisch

"Nicht aus diesem Grund haben wir verloren", ordnete Grifo, dessen Schuss von Losilla mit der Hand berührt wurde, die Szene sportsmännisch und treffend ein. Und so blieb Streich auch nichts anderes übrig, als ein wenig an den Fußballgott appellierend nach vorne zu blicken: "Jetzt haben wir dreimal verloren, jetzt müssen wir schauen, dass wir in Gladbach wieder so spielen. Wenn wir mit der Intensität spielen, kann es ja nicht sein, dass du Woche für Woche die Spiele verlierst."

Carsten Schröter-Lorenz

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