Bundesliga

Streich über Siquet: "Ankommen, trainieren, Deutsch lernen"

Freiburgs Winterzugang vor Zweikampf mit Kübler

Streich über Siquet: "Ankommen, trainieren, Deutsch lernen"

Christian Streich freut sich auf den jungen Hugo Siquet.

Christian Streich freut sich auf den jungen Hugo Siquet. imago-images

"Hugo ist ein junger Spieler mit viel Willen, viel Überzeugung, den es immer offensiv nach vorne zieht. Wir freuen uns sehr, dass wir ihn jetzt verpflichten konnten", sagt Streich: "Dafür haben wir viel investiert, im Wesentlichen natürlich die Scouting-Abteilung von Klemens Hartenbach und seinen Mitarbeitern."

Im Alter von 19 Jahren ist Siquet bereits Stammspieler bei Standard Lüttich, dem aktuell Zwölften der ersten belgischen Liga. Der Rechtsverteidiger stand in den bisherigen 16 Ligapartien dieser Saison stets in der Startelf. Dennoch betont Streich: "Er hat einiges zu lernen, das ist aber normal in diesem Alter. Es ist gut, dass er kein fertiger Spieler ist. Da geht es zum Beispiel um die Balance, wann geht man in die Offensive und die Arbeit gegen den Ball. Aber grundsätzlich hat er eine große Energie in sich und es ist gut, wenn einer viel Antrieb hat, dann kann man ihm die anderen Sachen beibringen."

Schmid wohl erst im Januar wieder im Training

Der SC holte die im Sommer schon versuchte Verpflichtung Siquets nun nach und investiert stolze 4,5 Millionen Euro in den belgischen U-21-Nationalspieler, der in der aktuellen EM-Qualifikation in fünf von sechs Partien für die "Jung-Teufel" zum Einsatz kam. In Freiburg tritt er in Konkurrenz zu den seit einigen Jahren hinten rechts etablierten Lukas Kübler und Jonathan Schmid, der jedoch seit Ende August wegen einer COVID-19-Infektion fehlt und behutsam im Aufbautraining herangeführt wird.

Wohl frühestens im Januar kann Schmid ins Mannschaftstraining zurückkehren. Da Streich und Co. das eigene Talent Kiliann Sildillia, das gegen Leipzig in Abwesenheit von Schmid und Kübler die rechte Bahn besetzte, eher als Innenverteidiger sehen, könnte Siquet direkt mit Kübler um den Platz hinten rechts kämpfen. Oder wird er die beim SC typische, meist etwas längere Eingewöhnungszeit, um sich an die speziellen Anforderungen unter Streich zu gewöhnen?

Er ist ein sehr talentierter Spieler, wir haben mit ihm gesprochen, auch schon eine Videoanalyse mit ihm gemacht. Er geht in den Zweikampf.

Christian Streich

"Er kommt in Januar an, er hat viel gespielt, auch in der U 21. Er ist ein sehr talentierter Spieler, wir haben mit ihm gesprochen, auch schon eine Videoanalyse mit ihm gemacht. Er geht in den Zweikampf", sagt Streich und meint wohl jenen mit Kübler. Eine Prognose, wie schnell der Belgier schon für den SC auf dem Platz stehen könnte, lehnt der 56-Jährige jedoch ab: "Da möchte ich nicht vorgreifen, ich kann es auch nicht, es wäre viel zu spekulativ."

Durch die längere Verletzungspause von Eigengewächs Kimberly Ezekwem steht der unverzichtbare Nationalspieler Christian Günter hinten links derzeit mal wieder ohne Back-up da. Auch deshalb habe es Nachrüstungsbedarf bei den Außenverteidigern gegeben, erklärt Streich, und traut es allen drei Rechtsverteidigern zu, auf der anderen Seite auszuhelfen. Die Verpflichtung eines jungen Spielers sei immer auch die Investition in die "nahe oder mittelnahe Zukunft". Streichs Empfehlung an Siquet: "Einfach ankommen, in einer guten Mannschaft und Gruppe trainieren und so schnell wie möglich Deutsch lernen."

Freiburg-Studium vor dem Fernseher

Streichs ist von Siquets Fleiß im Sprachunterricht überzeugt, allerdings gelte es auch zu beachten, dass der 1,80-Meter-Mann, der im französischsprachigen Teil Belgien aufwuchs, erstmals weiter weg von Zuhause wohnen und arbeiten wird: "Das wird eine Umstellung für ihn, aber wir freuen uns total und er ist mit voller Überzeugung zu uns gekommen, weil er uns auch öfter im Fernsehen angeschaut hat und gesehen hat, was für ein Verein wir sind. Das ist für einen junger Spieler wie ihn genau der richtige Schritt. Und durchsetzen musst du dich überall." Es verspricht Spannung, ob und wie schnell das Siquet gelingen wird.

Carsten Schröter-Lorenz