Bundesliga

Streich über Schlotterbeck: "Mehr geht nicht, in alle Richtungen"

Misslungener Heim-Abschied des Freiburger Shootingstars

Streich über Schlotterbeck: "Mehr geht nicht, in alle Richtungen"

Musste in seinem letzten Heimspiel als Freiburger eine Niederlage hinnehmen: Nico Schlotterbeck.

Musste in seinem letzten Heimspiel als Freiburger eine Niederlage hinnehmen: Nico Schlotterbeck. IMAGO/Sportfoto Rudel

Nach einer sehr guten Leistung beim insgesamt defensiv ebenso wackeligen 4:3-Sieg über Hoffenheim (kicker-Note 1,5) trug sich Schlotterbeck beim 1:4 gegen seinen Ex-Klub Union Berlin auch in die Fehlerliste ein (Note 4). Am Samstag wollte der Neu-Nationalspieler einen schwierig zu nehmenden Ball per Kopf im Spiel halten, statt ihn zu klären - das 0:3 durch den schnellen Sheraldo Becker folgte.

Für Christian Streich sind solche Szenen auch bei Senkrechtstartern Teil des Entwicklungsprozesses: "Beim Nico ist es auch ziemlich viel gewesen im letzten halben Jahr. Mehr geht nicht, in alle Richtungen", sagte Streich nach dem ersten Auftritt seines Innenverteidiger nach dessen verkündetem Wechsel zum BVB. "Er macht auch noch Fehler, das ist nicht schlimm, er ist sehr jung und sehr ehrgeizig. Er hat vieles gut gemacht, immer wieder kommt mal ein Fehler, wie bei anderen Spielern, das ist normal", gab sich der Coach gelassen.

Streich verwies im Zusammenhang mit der aktuellen Freiburger Defensivschwäche auch auf Qualitäten des Gegners, die man nicht immer in Schach halten könne. So wurde Schlotterbeck schon vor zwei Wochen von Gladbachs Breel Embolo vor dessen Tor "abgekocht", wie er es selbst nannte.

Freiburg kassierte zuletzt zu viele Gegentore

Wer den ehrgeizigen 22-Jährigen kennt, weiß, wie sehr ihn solche Szenen wurmen. Genauso wie die zehn Gegentore, die die phasenweise in dieser Saison stabilste Defensive der Liga zuletzt in drei Partien kassierte. "Das ist auf jeden Fall zu viel", betont Schlotterbeck: "Gegen Gladbach haben wir drei Tore geschossen, in Hoffenheim vier, aber das können wir nicht jedes Spiel machen, das können wir unseren Stürmern nicht zumuten." Man müsse wieder verstärkt an der einstigen Stärke arbeiten, meint Schlotterbeck und glaubt nicht eine Wiederholung: "Ich glaube, ich kann versprechen, dass wir in Leverkusen und in zwei Wochen gegen Leipzig auf jeden Fall keine vier Gegentore kassieren."

Trotz des herben Dämpfers gegen Union spüre er keine allzu große Enttäuschung: "Wir haben in den letzten 14 Spielen zweimal verloren, einmal gegen Bayern und jetzt gegen Union. Wir müssen weiterarbeiten und das nächste Spiel gewinnen." Dann können man schauen, zu was es reicht.

Kleine Chance auf die Champions League

Auf die Champions League gibt es seit Sonntagabend nur noch eine eher kleine Chance: Leipzig müsste in Bielefeld verlieren und der SC in Leverkusen gewinnen. Dennoch gilt es, die eigene Voraussetzung bei der Werkself zu erfüllen. Um mindestens Rang fünf zu wahren und obendrein mit einem positiven Gefühl die Generalprobe vor dem Pokalfinale zu absolvieren.

Der nach kicker-Noten (Schnitt 2,68) nach wie vor zweitbeste Spieler der Liga nach Weltstar Robert Lewandowski ging eine halbe Stunde nach Abpfiff seines sportlich misslungenen Heim-Abschieds am Samstag nochmal allein vor die Freiburger Fankurve, verabschiedete sich und sagte: "Die Saison ist sehr schnell umgegangen. Ich hatte sehr viel Freude hier im neuen Stadion, werde ein, zwei Momente in diesem Stadion nie vergessen: Das Siegtor gegen Wolfsburg und das Tor gegen Hoffenheim. Die Fans haben mich sehr gepusht diese Saison, das hat mir ganz viel Spaß gemacht."

Bestenfalls wird das noch zweimal der Fall sein, wenn auch auswärts. Mit dem Pokalgewinn könnte Schlotterbeck einen krönenden Abschluss seiner jetzt schon fabelhaften Saison schaffen.

Carsten Schröter-Lorenz

kicker Wochenendrückblick vom 26.6.2022
26. Juni 202204:32 Minuten

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