Bundesliga

Christian Streich über BVB: "Dann weiß man, was da los ist"

SC-Trainer warnt vor Dortmunder Wiedergutmachungs-Feuer

Streich über BVB: "Dann weiß man, was da los ist"

Lucien Favre und Christian Streich

Erwartet einen anderen BVB: Christian Streich, hier mit Lucien Favre. imago images

Mit 20 Prozent Ballbesitz, leidenschaftlichem Kampf und einer guten Spielentwicklung hat der FC Augsburg vergangenes Wochenende die Dortmunder besiegt. "Wenn wir mit nur 18 Prozent gewinnen, dann würde ich das auch nehmen, da bin ich pragmatisch", sagte Christian Streich, auch wenn er sich grundsätzlich mehr Ballbesitzphasen für seine Mannschaft wünschen würde.

Das Spiel der Augsburger gegen den BVB "war für uns taktisch interessant", erklärte der SC-Coach, denn eigentlich sei es "gar nicht so einfach", mit einem 4-4-2 gegen das Dortmunder 3-4-2-1 oder 5-2-2-1 zu spielen. "Sie haben die Räume sehr verdichtet, die Abstände waren sehr gering, sie haben teilweise sehr hart gespielt, was legitim ist und Dortmund weh getan hat, und die zwei Tore fielen zum richtigen Zeitpunkt", analysierte Streich.

Mir wäre es lieber gewesen, wenn sie 2:0 gewonnen hätten.

Streich über die BVB-Pleite in Augsburg

Der Sport-Club hat im ersten Auswärtsspiel in Stuttgart im ungewohnten 4-1-4-1 gespielt, und ist im Heimspiel zum gewohnten 4-4-2 zurückgekehrt. Dass es dabei auch in Dortmund bleibt, dafür spricht neben dem Beispiel Augsburg auch, dass sich die Freiburger in diesem System am wohlsten fühlen, "weil sie es schon oft gespielt haben und gern spielen", weiß Streich. Trotzdem will er seine Startelf möglichst so auswählen, dass er auch noch während des Spiels Veränderungen vornehmen kann, ohne auswechseln zu müssen. Denn es könne schließlich auch sein, dass Lucien Favre den BVB mit einer anderen Taktik ins Spiel schickt.

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Noch wichtiger werde es jedoch sein, "die Zweikämpfe anzunehmen - die Eins-gegen-Eins-Duelle dürfen wir nicht zu oft verlieren", sagte Streich. "Cool und ballsicher" müssten seine Spieler außerdem sein, "und es geht viel um die Schnelligkeit im Kopf und in den Beinen", vor allem wenn die Dortmunder "nach Ballgewinnen den Turbo anschalten".

Exemplarisch dafür nannte er Jadon Sancho und Erling Haaland. Alle Dortmunder würden wahrscheinlich mit ein bisschen Wut im Bauch auflaufen, was weniger am verlorenen Supercup-Finale als am vergangenen Wochenende liegen würde. "Wenn eine Mannschaft wie Dortmund 0:2 in Augsburg verliert, dann weiß man, was da los ist unter der Woche", sagte Streich, "mir wäre es lieber gewesen, wenn sie 2:0 gewonnen hätten". Denn der BVB werde sich nun "läuferisch und kämpferisch zerreißen, um das Spiel in Augsburg als Ausrutscher dastehen zu lassen".

Nicht die besten Aussichten also für Streich, seine ernüchternde Bilanz als SC-Cheftrainer von zwölf Niederlagen und drei Unentschieden gegen Dortmund aufzubessern. "Ich weiß es, deswegen ist es bestimmt im Hinterkopf, aber im Vorderkopf habe ich es nicht", sagte Streich zu der schwarzen Serie gegen den BVB, der zudem der einzige Bundesligist ist, gegen den er noch nicht gewonnen hat.

Daniela Frahm