Bundesliga

Streich: "Es hat keine Relevanz, ob ich das sinnvoll finde"

SC-Trainer hält sich in der Bewertung der Zuschauerzulassung in Berlin zurück

Streich: "Es hat keine Relevanz, ob ich das sinnvoll finde"

Ist mit seinem Team in Berlin gefordert: Freiburgs Trainer Christian Streich.

Ist mit seinem Team in Berlin gefordert: Freiburgs Trainer Christian Streich. imago images

Nachdem sich Christian Streich das letzte Heimspiel gegen Bremen nochmal angeguckt hat, war sein Urteil über das 1:1 deutlich milder als direkt nach Abpfiff am Samstag. Es habe letztlich "nur wenig zu kritisieren" gegeben, außer dass die Mannschaft "insgesamt nochmal einen Tick gefährlicher sein muss". Gerade in der Schlussphase hat sein Team nochmal viel Druck gemacht, "und es kann gut sein, dass uns Zuschauer noch einen Push gegeben hätten", sagte Streich. Auf die mussten die Freiburger aber zuletzt wieder verzichten, was einen Tag vor dem Spiel entschieden wurde, obwohl die kritische 50er-Marke bei der 7-Tage-Inzidenz in Freiburg zu dem Zeitpunkt noch nicht erreicht wurde.

In Berlin liegen die Corona-Infektionszahlen weit über denen in Freiburg. Dass dort nun trotzdem 4500 Zuschauer ins Stadion An der Alten Försterei dürfen, wird dem SC-Coach wahrscheinlich nicht gefallen, öffentlich hält er sich aber zurück. "Es hat keine Relevanz, ob ich das sinnvoll finde", erklärte Streich, "ich gehe davon aus, dass Verantwortliche ihre Entscheidungen so treffen, dass keine Menschen gefährdet sind." Für seine Mannschaft, die sich vergangene Saison bei Union schwer getan und 0:2 verloren hat, werde es auf jeden Fall eine zusätzliche Herausforderung sein. "5000 machen auch richtig Lärm, das sind wir gar nicht mehr so gewöhnt", sagte Streich.

Spielersteckbrief Abrashi
Abrashi

Abrashi Amir

Trainersteckbrief Streich
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Streich Christian

Zur Vorbereitung hat er sich nicht nur die jüngsten Spiele der Berliner angeschaut, sondern auch nochmal den Auswärtsauftritt seines Teams vor fast genau einem Jahr. "Die Durchschlagskraft von Union war im letzten Drittel besser, und sie waren griffiger", so Streich, trotzdem sei der SC "auf Augenhöhe" gewesen. Allerdings habe sich Union spielerisch verbessert, "nicht zuletzt durch Neuzugang Max Kruse, sie versuchen noch mehr fußballerisch zu lösen". Trotzdem stehe Union weiter für einen "sehr aggressiven und harten Fußball", was seiner Mannschaft nicht so liege. "Wir sind nicht so ausgerichtet auf diese Härte, aber damit werden wir umgehen müssen, wenn wir nicht verlieren wollen in Berlin." Er fordert seine Spieler deshalb auf, "sich zu wehren, und Emotionalität und Bereitschaft zu entwickeln", denn es könne "körperlich richtig weh tun, und auch läuferisch, dass dir die Lunge brennt".

Abrashi ist wieder dabei

Nach einem Sieg und zwei Unentschieden in den ersten vier Spielen ist der SC-Coach mit den Leistungen - bis auf die Niederlage in Dortmund - größtenteils einverstanden, mit der Punkteausbeute hingegen nicht. Vergangene Saison hatte der Sport-Club zum gleichen Zeitpunkt schon neun Punkte gesammelt. Im Vergleich zum Vorjahr fehle derzeit vor allem "das Quäntchen mehr, dass du mal den Zentimeter nicht im Abseits stehst, wenn du das Tor machst", sagte Streich, "das müssen wir erzwingen". Personell hat er weiterhin eine große Auswahl, da im Vergleich zur Vorwoche sogar noch ein Spieler hinzu gekommen ist: Amir Abrashi konnte die Quarantäne nach den Länderspielreisen beenden und steht wieder zur Verfügung. Auf der Ausfallliste stehen nur die beiden Langzeitverletzten Mark Flekken und Janik Haberer.

Daniela Frahm