Formel 1

Strecken-Charakter und Konflikte: Schlaglichter zum Dschidda Corniche Circuit

GP von Saudi Arabien feiert Premiere

Strecken-Charakter und Konflikte: Schlaglichter zum Dschidda Corniche Circuit

Auch der Dschidda Corniche Circuit wurde von Hermann Tilke entworfen.

Auch der Dschidda Corniche Circuit wurde von Hermann Tilke entworfen. AFP via Getty Images

Die Strecke: Neun Monate wurde bis zuletzt an dem neuen Kurs im Wüstenstaat gebaut. Verantwortlich für das Design war wieder einmal der Hofbaumeister der Formel 1, Hermann Tilke, zusammen mit seinem Sohn Carsten. Der Dschidda Corniche Circuit ist mit 6,174 Kilometern hinter Spa-Francorchamps der zweitlängste Kurs des Rennkalenders. Zugleich ist er der längste Stadtkurs noch vor Baku. Und dann wird das ganze Spektakel auch noch nachts ausgetragen.

Die Lage: Der Kurs verläuft entlang der Küste des Roten Meeres und schlängelt sich durch die Lagune rund um die "schwimmende Moschee". Die Al-Rahma Moschee fußt auf weißen Stelzen, bei Flut wirkt es so, als ob sie auf den Wellen vor sich hintreibt. Das Panorama an der Uferpromenade stimmt also - das Tempo auch. Simulationen zufolge erreichen die Piloten bis zu 350 km/h. Durch gleich 27 Kurven (11 rechts, 16 links) - so viele wie auf keiner anderen Strecke - jagen sie mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 252 km/h, nur Monza mit 264 km/h wäre noch schneller.

Amnesty International übt scharfe Kritik

Der Konflikt: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat schon bei der Ankündigung im vergangenen Jahr den Grand Prix scharf kritisiert. Saudi-Arabien wolle mit dem Gastspiel von der schlechten Menschenrechtslage im Land ablenken. Mercedes-Superstar Lewis Hamilton verwies 2020 darauf, dass die Formel 1 eine "kraftvolle Plattform" sein könne, "um Dinge in Bewegung zu setzen" und die Welt zum Besseren zu verändern. Hamilton hat nun angekündigt, auch bei den letzten beiden Saisonrennen in Saudi-Arabien und Abu Dhabi seinen neuen Helm mit Regenbogen-Lackierung zu tragen. Er will sich damit unter anderem für eine freie sexuelle Orientierung einsetzen.

Das Besondere: Saudi-Arabien ist das 34. Gastgeberland eines Formel-1-Rennens. Das lässt sich das Königreich Medienberichten zufolge auch einiges kosten. Von angeblich 900 Millionen US-Dollar Antrittsprämie für zehn Jahre ist die Rede. Schon seit 2020 ist der saudi-arabische Mineralöl-Konzern Aramco Hauptsponsor der Rennserie. Der Wüstenstaat will sich mit seinem Reformprogramm "Vision 2030" bis zu jenem Jahr unabhängiger machen vom Öl - auch durch Investitionen im Ausland und eben im Sport.

dpa

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