Bundesliga

Stoß von Dan-Axel Zagadou: Für Jonas Hofmann war es ein Elfmeter

Gladbachs Trainer Rose: "Es ist doch egal, wie ich es sehe"

Stoß von Zagadou: Für Hofmann war es ein klarer Elfmeter

Geht es dir gut? BVB-Keeper Roman Bürki (l.) erkundigt sich nach dem Gesundheitszustand von Jonas Hofmann.

Geht es dir gut? BVB-Keeper Roman Bürki (l.) erkundigt sich nach dem Gesundheitszustand von Jonas Hofmann. imago images

Nach dem 1:2 im Heimspiel gegen Borussia Dortmund gingen die Köpfe der Gladbacher Spieler erst einmal nach unten. "Ich glaube, ein Punkt wäre heute ein gerechtes Ergebnis gewesen", erklärte Jonas Hofmann hinterher in der Mixed Zone: "Auch aufgrund dessen, dass wir meiner Meinung nach einen Elfmeter hätten kriegen müssen." Der ehemalige Dortmunder spielte auf die 45. Minute an, in der BVB-Verteidiger Dan-Axel Zagadou ihm einen absichtlichen Stoß im Strafraum verpasste. "In der Wiederholung sieht man es noch besser als in realer Geschwindigkeit. Ich habe den Schiri gefragt, er hat gesagt, es wurde gecheckt. Ich weiß nicht, was sie gecheckt haben, aber die Szene auf gar keinen Fall", wurde Hofmann deutlich.

Seine Sicht auf diese Situation: "Ich will eigentlich nur durchlaufen. Klar ist, dass ich nicht mehr zum Ball komme. Aber wir wissen alle, dass der Ball nicht im Spiel sein muss, um einen Elfmeter zu pfeifen. Ich glaube klarer - gerade wenn du die Zeit hast, es dir nochmal anzuschauen - kann man es nicht erkennen, dass er nur in mich reingeht. Ich musste auch ausgewechselt werden deshalb." Nach 65 Minuten war für Hofmann Schluss, Marcus Thuram übernahm für ihn.

Wir haben einen Keller, der sicherlich hochqualifiziert Entscheidungen trifft - und dann stehe ich als Trainer hier ...

Marco Rose

"Für mich war es nicht mal unbedingt nur ein leichter Kontakt", legte Hofmann nach: "Ich weiß nicht, für was wir den Video-Schiri haben ehrlich gesagt. Wenn der Schiri das ins Ohr geflüstert kriegt, dann läuft er auch nicht mehr raus. Dann muss man auch eher fragen, was im Kölner Keller los war." Gladbachs Coach Rose wurde am "Sky"-Mikrofon auch noch zu der Szene mit Hofmann befragt. "Es ist doch egal, wie ich es sehe", begann der 43-Jährige: "Wir haben einen Keller, der sicherlich hochqualifiziert Entscheidungen trifft - und dann stehe ich als Trainer hier ..."

Der Unterschied zu "den großen Mannschaften"

Aber Rose werde sich "hinterher sicherlich wieder belehren lassen müssen". Und: "Alle, die jetzt vor dem Fernseher sitzen - davon sagen 50 Prozent klarer Elfmeter, die anderen 50 Prozent sagen, dass der Ball zu weit weg ist. Das hilft mir alles nicht weiter." Hofmann hatte grundsätzlich "auch die größeren Chancen" auf Seiten der Gladbacher gesehen. Knackpunkt: "Offensiv hätten wir mehr daraus machen müssen." Da merke man teilweise "doch den Unterschied, dass den großen Mannschaften drei Chancen reichen, um zwei Tore zu machen".

Einig waren sich die Gladbacher, dass sie nach dem 1:1 "vom Gefühl her zu tief standen", wie Hofmann eingestand. In der Schlussviertelstunde habe zudem "ein bisschen Kreativität gefehlt". Mit Blick auf das Derby gegen Köln am kommenden Mittwoch (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) könne die Niederlage aber auch etwas Positives haben. "Es ist ganz gut, wenn man geneckt wird, dass man nie die Spannung verliert", gestand Hofmann. Ohnehin brauche niemand "mit hängenden Köpfen" nach Hause gehen. Die Fohlen freuen sich vielmehr auf eine englische Woche, in der sie sich wieder an Leverkusen vorbei auf Platz vier schieben können. "Wir gewinnen einfach am Mittwoch das Spiel und dann sind wir wieder da, wo wir hin wollen." Gesagt, getan?

msc/obi

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