Wintersport

Stoch gewinnt zum dritten Mal die Vierschanzentournee - Geiger Zweiter

Pole ganz souverän beim Finale in Bischofshofen

Stoch gewinnt zum dritten Mal die Vierschanzentournee - Geiger Zweiter

Auf Händen getragen: Kamil Stoch.

Auf Händen getragen: Kamil Stoch. Getty Images

Stochs Traum vom nächsten Titel schien in Oberstdorf, wo das ganze polnische Team wegen eines Corona-Falls zunächst ausgeschlossen wurde, schon geplatzt. Nach 22 Stunden Verwirrung folgte aber die schnelle Rückkehr - und neun Tage später der ganz große Triumph. Das traditionelle Abschlussspringen am Dreikönigstag gewann Stoch nach Flügen auf 139 und 140 Meter mit riesiger Souveränität auch noch.

Die Vierschanzentournee hatte "König Kamil" in seiner erfolgreichen Karriere zuvor schon 2016/17 und 2017/18 gewonnen. Beim zweiten Triumph holte Stoch sich als zweiter Springer nach Sven Hannawald in der Saison 2001/02 alle vier Siege - mit dem Sieg in Bischofshofen aus der Vorsaison waren es seinerzeit sogar fünf in Serie. Der 33-jährige Routinier holte darüber hinaus dreimal Gold bei Olympia und wurde zweimal Weltmeister.

Deutsche Skispringer warten seit 2002

Deutschlands Skispringer um Karl Geiger und Markus Eisenbichler müssen dagegen weiter auf den ersehnten Titel seit Sven Hannawald 2002 warten. Oberstdorf-Sieger Geiger, der sich durch einen Patzer in Innsbruck am Sonntag um bessere Siegchancen brachte, wurde nach Sprüngen auf 138 und 133,5 Meter in der Endabrechnung aber noch Zweiter. "Ich bin echt froh, dass ich das heute noch so hingebracht habe. Es war keine einfache Kost für mich", sagte Geiger: "Ich bin überglücklich." Stoch gratulierte er voller Respekt: "Wahnsinnig gemacht."

Hinter Stoch und Geiger schaffte es Titelverteidiger Dawid Kubacki aus Polen auf das Tournee-Podest. Der Norweger Halvor Egner Granerud kam nicht über Gesamtrang vier hinaus.

Eisenbichler verpasst den zweiten Durchgang

Weltmeister Markus Eisenbichler erlebte indes ein sportliches Debakel, verpatzte mit einer Weite von nur 120,5 Meter seinen Sprung völlig und verpasste sogar den zweiten Durchgang. "Es ist bitter. Ich habe sowas aber schon oft erlebt, da rege ich mich nicht mehr auf", sagte er.

Viel Zeit zum Nachdenken bleibt ohnehin nicht: Ab Freitag steht schon der Heim-Weltcup in Titisee-Neustadt auf dem Programm, das deutsche Team reist am Donnerstag direkt Richtung Schwarzwald. Das letzte Saisonhighlight ist dann die Heim-WM in Oberstdorf (ab 23. Februar).

Gesamtwertung Vierschanzentournee, Endstand

1. Kamil Stoch (Polen) 1110,6 Pkt.; 2. Karl Geiger (Oberstdorf) 1062,5; 3. Dawid Kubacki (Polen) 1057,8; 4. Halvor Egner Granerud (Norwegen) 1057,4; 5. Piotr Zyla (Polen) 1037,2; 6. Andrzej Stekala (Polen) 1032,5; Ryoyu Kobayashi (Japan) 1032,5; 8. Stefan Kraft (Österreich) 1019,1; 9. Peter Prevc (Slowenien) 1018,0; 10. Daniel Huber (Österreich) 1014,7; ... 16. Markus Eisenbichler (Siegsdorf) 885,3; 27. Severin Freund (Rastbüchl) 711,0; 28. Martin Hamann (Aue) 705,7; 30. Pius Paschke (Kiefersfelden) 695,5; 35. Constantin Schmid (Oberaudorf) 571,5; 45. Richard Freitag (Aue) 339,4; 52. David Siegel (Baiersbronn) 207,6; 53. Moritz Baer (Gmund am Tegernsee) 205,5; 62. Andreas Wellinger (Ruhpolding) 108,5; 64. Luca Roth (Meßstetten) 99,5; 67. Kilian Märkl (Garmisch-Partenkirchen) 94,5

Ticker und Ergebnisse im Überblick

Die Siegerliste der Vierschanzentournee seit 1953

cfl/aho/dpa

Der Adler geht an Stoch: Impressionen von der 69. Vierschanzentournee