Bundesliga

Stimmen: "Das Signal ist wichtig"

Reaktionen zum 50+1-Entscheid

Stimmen: "Das Signal ist wichtig"

Andreas Rettig

Geschäftsführer beim FC St. Pauli: Andreas Rettig. picture alliance

Andreas Rettig (Geschäftsführer St. Pauli):

"Allen, die es gut mit dem Fußball meinen, kann dieses Ergebnis gefallen. Ich finde, es war ein tolles Zeichen, was hier von der Versammlung ausgeht. Ich glaube, wir sind nicht alleine mit unserer Zufriedenheit. Die Zustimmung für den Erhalt war groß, auch wenn es kontroverse Diskussionen gab. Aber man hat gemerkt, dass letztlich am Ende niemand so richtig gegen die Regel ist.

FC St. Pauli - Vereinsdaten
FC St. Pauli

Gründungsdatum

15.05.1910

Vereinsfarben

Braun-Weiß

Hannover 96 - Vereinsdaten
Hannover 96

Gründungsdatum

12.04.1896

Vereinsfarben

Schwarz-Weiß-Grün

SV Sandhausen - Vereinsdaten
SV Sandhausen

Gründungsdatum

01.08.1916

Vereinsfarben

Schwarz-Weiß

RB Leipzig - Vereinsdaten
RB Leipzig

Gründungsdatum

19.05.2009

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Es geht um Nuancen. Aber man hat hier einen guten Kompromiss gefunden. Das Signal, was hier von der Versammlung ausgeht, ist wichtig. Man muss auch das Präsidium loben. Es hat hier gut moderiert und das hat ganz klar auch zu einem guten Ergebnis geführt. Der Fußball lebt von Diskussionen. Wir sollten uns heute erst einmal über das Ergebnis freuen. Aber auch das ist herausgekommen: Wir können uns nicht den neuen Entwicklungen verschließen. Auch das hat die kontroverse Diskussion ergeben. Wir dürfen die Hände nicht in den Schoß legen, sondern so, wie wir es besprochen haben, schauen, dass wir eine größere Rechtssicherheit hinbekommen und möglicherweise auch neue Erkenntnisse einfließen lassen, aber immer wichtig unter Beibehaltung der 50+1-Regelung.

Mit der Sorge einer Klage leben wir seit 1999. Bisher gab es noch keinen, der geklagt hat. Das wird ja auch einen Grund haben."

Wir haben nicht nur ein Gestaltungsrecht als Bundesliga, sondern auch eine Gestaltungspflicht.

Oliver Mintzlaff

Oliver Mintzlaff (Geschäftsführer RB Leipzig):

"Grundsätzlich möchte ich nicht kommentieren, was wir heute besprochen haben. Aber so viel kann ich ja heute sagen: Es ging nicht darum, ob 50+1 bleibt oder fällt. Wir haben hier während einer Mitgliederversammlung kontrovers und viel diskutiert. Das war eine gute Versammlung. Jetzt gehen wir die nächsten Schritte. Es ist hier ja noch keine Entscheidung getroffen worden. Selbstverständlich bleibt 50+1 Diskussionsgegenstand in Zukunft und es ist ja gut, dass wir darüber diskutieren.

Es geht ja nicht nur um 50+1, sondern natürlich um alle Themen, die den Profifußball beschäftigen, die man immer wieder auf den Prüfstand stellen oder diskutieren muss. Es wäre fahrlässig, wenn wir das nicht tun würden. Wir haben nicht nur ein Gestaltungsrecht als Bundesliga, sondern auch eine Gestaltungspflicht. Dementsprechend, unabhängig von 50+1, sind wir natürlich verantwortlich um uns auch mit all diesen Themen immer wieder auseinanderzusetzen."

Es ist wichtig, dass künftig eine Rechtssicherheit entstehen kann. Da muss man zunächst prüfen.

Otmar Schork

Otmar Schork (Sportlicher Leiter SV Sandhausen):

"Ich denke, dass es nicht um die grundsätzliche Geschichte '50+1' ging, sondern eher wie wir weiter verfahren. Dahingehend gab es jetzt einen Konsens. Ich glaube, dass das nach der heutigen Sitzung auch der richtige Weg ist. Es ist wichtig, dass künftig eine Rechtssicherheit entstehen kann. Da muss man zunächst prüfen. Wie schnell die Mühlen mahlen, das weiß man ja. Aber ich denke, dass das eben der nächste Schritt ist. Es muss ja irgendwo eine Rechtssicherheit, je nach dem über das Kartellamt, da sein. Es ist wichtig, das jetzt auch abzuwarten."

Christian Seifert (DFL-Geschäftsführer):

"Heute ist erst einmal ein guter Tag, wenn man mit der 50+1-Regel eine positive Zukunft für den deutschen Fußball verbindet. Das kann sein, denn sie hat uns wirklich weit gebracht. Wir werden sehen, ob es möglich ist, diese Regel und die damit verbundenen Ziele zu halten und ob das juristisch tatsächlich hält. Das würde bedeuten, wenn es nicht hält, wäre es automatisch ein schlechter Tag. Aber diese Kausalität kann ich nicht herstellen, weil ich auch unter Vorhandensein der 50+1-Regel einige Fehlentwicklungen gesehen habe in einigen Klubs. Deshalb finde ich generell diese Regel ein wenig überhöht."

Martin Kind (Klubboss Hannover 96)

"Wir können mit dem Ergebnis leben, empfehlen aber nun eine zügige Umsetzung des Themas. Unser Hannover-Antrag basiert auf der DFL-Satzung und der Möglichkeit der Ausnahme von 50+1 nach 20 Jahren. Wir haben keinen Antrag zur Abschaffung der 50+1-Regel gestellt, das wird von Kritikern oft übersehen. Wir warten erst einmal ab, was modifiziert wird, unser Antrag bleibt ruhend gestellt ."

pau/JF