Bundesliga

Stevens kramt tief in der Motivationskiste

Stuttgart-Trainer nach seinem "Affen-Anfall"

Stevens kramt tief in der Motivationskiste

Undurchsichtiges Lächeln im Gesicht: Stuttgarts Trainerfuchs Huub Stevens.

Undurchsichtiges Lächeln im Gesicht: Stuttgarts Trainerfuchs Huub Stevens. picture alliance

Ist das alles echt oder doch eher ein Griff in die Motivationskiste aus der Kategorie "Hallo-wach-Effekt"?

"Das ist Abstiegskampf", hatte Stevens in die Runde gebrüllt, sich umgedreht und im Weggehen noch "ihr seid Affen, Affen seid ihr" hinterhergeschickt. Ohne für die Zuschauer der Szene wirklich ersichtlichen Grund. War es das langsame Tempo, in dem seine Spieler ein Trainingstor über den Platz trugen? Oder ihre emotionslose Reaktion, als er dies beklagte? Oder etwas ganz anderes? Was auch immer, es verfehlte seinen Effekt nicht. Bedröppelt zogen die Profis davon mit dem Wissen: Mit Huub macht keiner ungestraft den Affen.

Stevens: " . . . dann muss man auf die Bremse drücken"

Ein Wutausbruch? So laut? So harsch? Und vor allem: in aller Öffentlichkeit? Vor der er seine Mannschaft grundsätzlich immer schützt? Hinterher erklärte der Chefcoach lapidar "das war nichts". Wieder mit einem undurchsichtigen Lächeln im Gesicht. Vor kurzem hatte er verraten: "Wenn eine Mannschaft nicht erfolgreich ist, muss man sie unterstützen. Wenn Sie erfolgreich ist, muss man auf die Bremse drücken, denn dann wird sie vom allen Seiten gelobt." Dieses antizyklische Verhalten sei "ganz wichtig". Vielleicht meinte Stevens am Donnerstag, dass die Zeit gekommen war, übermäßig aufkeimenden Optimismus vor dem HSV-Spiel etwas zurecht zu stutzen. Eine Niederlage könnte den frühzeitigen Abstieg bedeuten.

George Moissidis