Bundesliga

Steffen Korell: Das ist Gladbachs "Übergangs-Manager"

Scoutingchef mit langer Vergangenheit bei der Borussia

Steffen Korell: Das ist Gladbachs "Übergangs-Manager"

Leitet die sportlichen Geschicke übergangsweise: Steffen Korell.

Leitet die sportlichen Geschicke übergangsweise: Steffen Korell. imago images/Ulrich Hufnagel

Seite an Seite arbeiteten Steffen Korell und Max Eberl über so viele Jahre hinweg im Management von Borussia Mönchengladbach, genauso wie sie Seite an Seite auch jahrelang aus dem Platz agierten und gemeinsam das Tor der Fohlen verteidigten. Korell als knallharter Innenverteidiger oder Abräumer im defensiven Mittelfeld. Eberl als nimmermüder Kämpfer auf der rechten Außenverteidigerposition. Die Trainer schätzten den Fleiß und die Zuverlässigkeit des Duos, vor allem einer, der Borussias jüngste Geschichte entscheidend mitprägte: Hans Meyer. Das heutige Präsidiumsmitglied.

Seit über 21 Jahren ist Korell bei der Borussia. Im Jahr 2000 wechselte der Defensivspieler vom SC Freiburg an den Niederrhein und trug in 89 Pflichtspielen (ein Tor) das Gladbacher Trikot. Sein größter Erfolg mit den Fohlen: Der Bundesligaaufstieg mit der Borussia 2001 - als Stammspieler. Insgesamt absolvierte der heute 50-Jährige zusammen mit der Station beim FC Homburg 117 Bundesligaspiele (drei Tore) und 190 Zweitligaspiele (9 Tore).

Korell fädelte auch die großen Transfers ein

Nach dem Karriereende 2005 wegen eines Knorpelschadens im Knie wechselte Korell direkt in die Marketing-Abteilung des Klubs und übernahm 2006 den Job des Teammanagers. Auf diesem Posten arbeitete er lange er als Bindeglied zwischen Mannschaft und sportlicher Führung, ehe er 2017 zum Direktor Scouting aufstieg. Zu Korells Kerngeschäft gehört besonders das Entdecken von Talenten - ein ganz wesentlicher Punkt bei der Borussia, die unter Max Eberl eine Wiederbelebung der Fohlenphilosophie erfuhr.

Korell zeichnet in seiner Arbeit genau das aus, wofür er auch schon als Spieler stand: Er ist fleißig, zuverlässig, lebt den Teamgedanken, und stellt das Wohl des Klubs an erste Stelle. Seine Kompetenz im sportlichen Bereich ist überall anerkannt und wird geschätzt. In Gladbach fädelte er auch die großen Transfers ein. Der aktuellste von vielen Treffern auf dem ausländischen und speziell französischen Markt ist die Verpflichtung von Kouadio "Manu" Koné, der für neun Millionen Euro vom französischen Zweitligisten FC Toulouse geholt wurde.

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Nach Eberls Aus war die Beförderung Korells die naheliegende Lösung. Das Präsidium bot ihm den Job auch an. Doch Korell ist ein Mann, der lieber in der zweiten Reihe arbeitet. Er möchte weiter als Kaderplaner tätig sein. "Unser erster Ansprechpartner war Steffen Korell", bestätigt Präsident Rolf Königs. "Er sieht sich selbst aber nicht in dieser Position. Deswegen werden wir uns extern umsehen."

Als "Übergangs-Manager" wird Korell trotzdem fürs Erste die sportlichen Geschicke in die Hand nehmen, unterstützt von Vizepräsident Rainer Bonhof und Geschäftsführer Stephan Schippers. Um dann, wenn der neue Sportdirektor seine Aufgabe (womöglich sogar schon zeitnah) antritt, wieder einen Schritt zurückzutreten.

Jan Lustig