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Steaua Bukarest verliert Name, Logo und Vereinsfarben

Weitreichende Gerichtsentscheidung in Rumänien

Steaua Bukarest verliert Name, Logo und Vereinsfarben

Ein Stern auf der Brust, dazu viel Rot und Blau: So kennt man Steaua Bukarest - bis jetzt jedenfalls.

Ein Stern auf der Brust, dazu viel Rot und Blau: So kennt man Steaua Bukarest - bis jetzt jedenfalls. picture alliance

Blickte man am Sonntag in der Bukarester Nationalarena auf die Anzeigetafel, musste man sich wie in einem Amateurstadion vorkommen: Statt Steaua stand dort "Gastgeber", statt eines Wappens war ein leeres Rechteck abgebildet. Es ist eine der weitreichenden Folgen, die ein Urteilsspruch vergangene Woche nach sich zog.

Am Mittwoch entschied das oberste Gericht, dass Steaua Bukarest, nach Trophäen so etwas wie der FC Bayern München Rumäniens, seinen Namen, sein Logo und seine Vereinsfarben nicht mehr verwenden darf. Das Verteidigungsministerium hatte erfolgreich geklagt.

FCSB Bukarest - Die letzten Spiele
CFR Cluj CFR Cluj (A)
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0
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1
Rumänien - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Steaua Bukarest Steaua Bukarest
43
2
CFR Cluj CFR Cluj
34
3
Petrolul Ploiesti Petrolul Ploiesti
33
FCSB Bukarest - Vereinsdaten
FCSB Bukarest

Gründungsdatum

07.06.1947

Vereinsfarben

Rot-Blau

Warum? Steaua, 1947 als Armeeklub gegründet, war nach der Revolution 1989 in Privatbesitz übergegangen und durfte zunächst die militärischen Markenzeichen weiterhin verwenden. Als aber 2004 der hochumstrittene Politiker und Geschäftsmann George "Gigi" Becali, der derzeit im Gefängnis sitzt, die Mehrheit übernahm, wehrten sich die Streitkräfte - und bekamen nun nach jahrelangem Rechtsstreit recht.

Gelbe Trikots ohne Logo

So kam es, dass Steaua im Liga-Heimspiel gegen C.S.M.S. Iasi (1:0) am Sonntag offiziell lediglich als "Rumänischer Meister" angekündigt wurde, dass Kluboffizielle neutrale schwarze Outfits samt überklebten Schriftzügen trugen und die Mannschaft in gelben statt rot-blauen Trikots ohne Logo auflief.

Für das anstehende Europa-League-Gruppenspiel gegen Dynamo Kiew am Donnerstag hat der Europapokalsieger von 1986 zwar eine Ausnahmeregelung erwirkt; dennoch dürften sich diese grotesken Szenen bald wiederholen, sollte er keine schnelle Einigung mit dem Verteidigungsministerium erzielen. Die vorläufige Genehmigung, Name und Logo zu tragen wurde bis zum 15. Dezember erzielt. Mit einer Wappenänderung könnten die Fans wohl leben: Es wäre die achte der Klubgeschichte.

jpe