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Staudt: Kein Machtkampf mit Niersbach um Zwanziger-Erbe

Zwanziger: Nimmt er Katar die WM?

Staudt: Kein Machtkampf mit Niersbach um Zwanziger-Erbe

Wer beerbt DFB-Präsident Theo Zwanziger (re.)?Erwin Staudt (Mi.) oder Wolfgang Niersbach. imago

"Es wird am Mittwoch eine Zusammenkunft mit den Vertretern der Regional- und Landesverbände stattfinden, auf der die aktuelle Lage erörtert wird", erklärte Köttker. Die sieht, geht es nach DFB-Vizepräsident Hans-Dieter Drewitz, so aus, dass Niersbach im Blickpunkt steht. "Er muss sich erklären, ob er für das Amt des DFB-Präsidenten bereit steht", meinte Drewitz gegenüber dem SID. Ob nun Niersbach oder Staudt als Kandidat aufgestellt wird - für ihre Wahl wird noch große Überzeugungsarbeit für eine tragfähige Mehrheit erforderlich sein vor dem DFB-Bundestag, wo die Vertreter der Amateure 172 Stimmen und die der Liga 74 Stimmen haben.

Zwanziger nennt die Rücktrittsgründe

Derweil nannte Zwanziger im kicker die Gründe für seinen für den Herbst 2012 avisierten Rücktritt als DFB-Boss. "Meine Entscheidung ist schon im Sommer gefallen. DFB, FIFA und UEFA, das lässt sich nicht mehr unter einen Hut bringen", so Zwanziger. Die Zeit im höchsten Amt des größten Sportfachverbandes der Welt (6,8 Millionen Mitglieder) "hat sehr viel Kraft gekostet", so der 66-Jährige, der bei den Heimweltmeisterschaften 2006 der Männer und 2011 der Frauen den DFB repräsentiert hat.

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Schon 2010 wollte Zwanziger aufhören. Stattdessen wurde er am 1. Juni 2011 noch in die Exekutive der FIFA gewählt; der UEFA-Exekutive gehört er schon seit 2010 an. "Ich wurde in die FIFA geholt, weil es Franz Beckenbauer nicht mehr machen und sich um seine Kinder kümmern wollte, die so alt sind wie meine vier Enkelkinder."

Zwanziger will WM in Katar kippen

Um die will er sich nun verstärkt kümmern, aber auch international am Ball bleiben. Zwanziger wird weitermachen in den Statuten- und Rechtskommissionen von FIFA und UEFA. Mit einem großen Ziel: Er will die WM 2022 in Katar kippen! "An diesem Thema bleibe ich intensiv dran", sagt der DFB-Präsident. Er tauscht sich intensiv mit FIFA-Präsident Sepp Blatter aus, der bei der Vergabe nicht für Katar gestimmt hatte. Katar die WM zu nehmen, wäre eine Revolution im Weltfußball. Sie müsste auf dem FIFA-Kongress am 25. Mai 2012 in Budapest erfolgen. Bis dahin wird es weiter viel Wirbel um die am 2. Dezember 2010 in Zürich erfolgten WM-Vergaben an Russland (2018) und Katar (2022) geben.