Bundesliga

Starks doppelter Seitenwechsel: "Ich musste das professionell angehen"

Werder-Verteidiger spielt auf links gegen den Ex-Klub

Starks doppelter Seitenwechsel: "Ich musste das professionell angehen"

Durfte ein Sieg gegen den Ex-Klub bejubeln: Niklas Stark. 

Durfte ein Sieg gegen den Ex-Klub bejubeln: Niklas Stark.  IMAGO/Joachim Sielski

"Brauchen wir nicht lange drumherum reden", sagte Niklas Stark: "Das war ein emotionales Spiel." Von 2015 bis 2022 gehörte der 27-Jährige dem Kader von Hertha BSC an, bis er sich im vergangenen Sommer dem SV Werder Bremen anschloss. "Das ist noch nicht so lange her", erklärte der Abwehrspieler im Anschluss an das Wiedersehen mit seinem Ex-Klub am Freitagabend: "Klar geht einem das nahe."

Im Vorfeld hatte Stark noch versucht, nicht allzu viel darüber nachzudenken, er wollte die Emotionen "nicht so nah an mich heranlassen, dass ich Unterschiede mache von Bundesligaspiel zu Bundesligaspiel", erklärte er: "Deshalb musste ich das schon auch professionell angehen und nicht zu sehr auf die Gefühlsebene gehen. Ich habe versucht, das Ganze auf mich zukommen zu lassen."

Starks Hilfestellungen in der Vorbereitung

Sportlich war es dem Ex-Herthaner unter der Woche und für die Bremer Spielvorbereitung allerdings schon auch ein Anliegen, Hilfestellungen gegen seine ehemaligen Teamkollegen zu geben: "Ich habe dem einen oder anderen Mitspieler etwas über die Hertha-Spieler gesagt. Im Training lernt man die Jungs noch mal besser kennen. Auch mir hat es geholfen."

Den Spiel-Ausgang zugunsten seines neuen Klubs sah Stark letztlich genauso pragmatisch ("Wir nehmen die drei Punkte mit - fertig") wie die Anpassung seiner Rolle in der Bremer Dreierkette. Bislang war er dort vornehmlich als rechtes Glied zum Einsatz gekommen, nun hatte Coach Ole Werner erstmals einen Seitenwechsel mit Amos Pieper veranlasst. "Der Trainer hat gefragt: Kannst du auch links spielen? Da habe ich gesagt, dass ich auch schon mal Linksverteidiger gespielt habe - ich spiele, was nötig ist."

Werner: "Diesmal lagen wir richtig"

Werner erklärte die Umstellung auch mit dem Ausscheiden im DFB-Pokal in Paderborn, als man mit der umgekehrten Besetzung (Stark rechts, Pieper links) "im Nachhinein nicht ganz zufrieden" gewesen war: "Wir hatten das Gefühl, dass wir Amos seiner Stärken mit dem rechten Fuß beraubt haben, bei der Verlagerung und dem Offensivspiel. Und diesmal lagen wir, glaube ich, damit auch richtig. Weil Niklas viel rausverteidigen musste gegen den Berliner Spieler vor der Abwehr - und ihm das auch liegt."

Bleibt nur noch die Frage, ob Stark auch weiterhin für diese Rolle in Frage kommt, die nominell Marco Friedl einnimmt. Der Kapitän ist Stand jetzt zwar auch noch für das nächste Spiel gegen Schalke rotgesperrt - doch die Bremer haben einen Einspruch gegen das zweite Spiel Sperre eingelegt. Mit einer Rückmeldung darauf rechnet man bei Werder am Montag.

Tim Lüddecke

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