Bundesliga

Stark: "So kann es nicht weitergehen"

Hertha: Das 0:3 auf Schalke wirft grundsätzliche Fragen auf

Stark: "So kann es nicht weitergehen"

Hertha-Kapitän Niklas Stark nach seinem Eigentor auf Schalke.

Hertha-Kapitän Niklas Stark nach seinem Eigentor auf Schalke. imago images

An den ersten beiden Spieltagen - beim FC Bayern (2:2) und gegen den VfL Wolfsburg (0:3) - schadeten sich die Berliner mit zwei stümperhaft verursachten Elfmetern selbst. Auf Schalke ging Hertha durch zwei Eigentore durch Niklas Stark und Karim Rekik K.o. "Man unterstellt den Spielern keine Absicht, keine Frage", sagte Covic vor der Trainingseinheit am Sonntagmorgen. "Beim zweiten Eigentor geht der Ball eigentlich daneben, und wir hauen ihn uns selbst rein. Dann ist es Pech, da kommt alles zusammen." Stark, bereits in der Vorwoche gegen Wolfsburg kein Garant für Stabilität, verteidigte sein Vorgehen vor dem 0:1: "Beim Eigentor hatte ich einen Gegenspieler hinter mir, den ich im Augenwinkel sehe. Wenn ich nicht hingegangen wäre, hätte er den Ball verwertet. Also habe ich versucht, den Abschluss zu verhindern. Da einfach wegzubleiben war für mich keine Option."

Der erneut für die deutsche Nationalmannschaft berufene Hertha-Abwehrchef machte das Grundübel ohnehin an anderer Stelle aus. "Uns sind zu viele Dinge durchgerutscht", monierte Stark. "Wir haben es nicht geschafft, Druck auf den Gegner aufzubauen. Dann ist es schwer, hier etwas mitzunehmen." Auch Nebenmann Rekik, ebenfalls Schütze eines Eigentores, befand: "Wir haben zu viele Gegentore bekommen. Die ersten beiden Tore waren sehr unglücklich. Nik wollte den Ball wegblocken, bei mir war es ähnlich. Ich wollte den Ball vor der Linie klären. Und beide Male ist er im Tor gelandet."

Covic: "Wir haben uns das alle anders vorgestellt"

Bei allem mit Pech angereichertem Übereifer: Herthas mit und gegen den Ball restlos enttäuschende Darbietung auf Schalke warf grundsätzliche Fragen auf. "Es hat einiges gefehlt", bilanzierte Covic am Tag nach dem 0:3, "das muss man ehrlicherweise sagen. Bei uns sind alle enttäuscht, ich auch. Wir haben uns das alle anders vorgestellt." Das Hauptproblem aus seiner Sicht: "Unsere Zweikampfführung war in den entscheidenden Momenten nicht gut." Marko Grujic, der wie auch Vladimir Darida und Ondrej Duda die Mittelfeld-Zentrale nie in den Griff bekam, sagte: "Wir haben in der Länderspielpause Zeit, die beiden Niederlagen aufzuarbeiten. Das nächste Spiel in Mainz wollen wir gewinnen."

Dafür müssten sich allerdings grundlegende Dinge im Berliner Spiel ändern. "So", sagte Stark zu Recht, "kann es diese Saison nicht weitergehen. Das müssen wir intern so schnell wie möglich besprechen. Wir haben viele Sachen, die wir ansprechen müssen. Wir müssen jetzt die Köpfe freibekommen, und dann geht es nach der Länderspielpause nochmal neu los." Und Covics am Sonntag formuliertes Rezept gegen die drohende Krise: "Es hilft nur eins dagegen - arbeiten und Ärmel hochkrempeln. Wir werden aus der Spirale nicht rauskommen, indem wir uns bemitleiden." Genügend inhaltliche Ansätze hat der Nachfolger von Pal Dardai nach den ersten 270 Liga-Minuten unter seiner Regie in jedem Fall.

Steffen Rohr/Matthias Dersch

Spieltagsbilder 3. Spieltag 2019/20