Bundesliga

Herthas Stark vor Schalke-Spiel: "Ab morgen muss der Rasen brennen"

Hertha: Lukebakio und Plattenhardt erstmals wieder im Kader

Stark: "Ab morgen muss der Rasen brennen"

Mit dem 1. FC Nürnberg stieg er 2013/14 ab, mit Hertha soll das nicht passieren: Niklas Stark.

Mit dem 1. FC Nürnberg stieg er 2013/14 ab, mit Hertha soll das nicht passieren: Niklas Stark. imago images

Den Punkt gegen Arminia Bielefeld (0:0) hat Hertha teuer bezahlt. Am Dienstagmorgen meldete sich Jhon Cordoba (Bänderverletzung Sprunggelenk) für den Rest der Saison ab, am Montag hatten sich bereits Matheus Cunha (Bänderverletzung Sprunggelenk) und Maximilian Mittelstädt (Gehirnerschütterung) vorläufig dienstunfähig gemeldet. Beim Aufwärmen vorm Anpfiff hatte sich der erst vor vier Wochen als Torwarttrainer der Profis installierte Ilja Hofstädt die Achillessehne gerissen, für ihn übernimmt für die letzten drei Spiele Teamleiter Nello di Martino, einst selbst Torhüter. Auch Sami Khedira (Wadenverhärtung), vor fünf Tagen gegen Freiburg (3:0) ein- und wieder ausgewechselt, fehlt. Und für Matteo Guendouzi, der gegen Freiburg einen Ermüdungsbruch im Mittelfuß erlitten hatte, ist die Saison ebenso vorbei wie für Luca Netz (Mittelfußbruch) und Rune Jarstein (COVID-19).

Herthas Ausfall-Liste ist zum ungünstigsten Zeitpunkt so lang wie seit Monaten nicht - ein Zufall ist das nicht. Trainer Pal Dardai ist überzeugt davon, dass die 14-tägige häusliche Quarantäne wichtige Prozentpunkte in Sachen Belastbarkeit und Frische gekostet hat - und dass die Mannschaft dem eng getakteten Programm mit sechs Spielen in 20 Tagen Tribut zollt: "Wenn du aus dem Wohnzimmer kommst, spürst du schon, dass die Koordination etwas fehlt und Müdigkeit da ist."

Spielersteckbrief Stark
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Bundesliga - 32. Spieltag
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Augen zu und durch

Dennoch bleiben die Berliner beim Credo, dem sie sich während und nach der Quarantäne mit einigem Erfolg verschrieben haben: Augen zu und durch. "Wir müssen mit einigem klarkommen - wie mehr oder weniger jeder Verein in dieser Saison", sagte Niklas Stark am Dienstag. "Es gibt Sachen, die passieren im Fußball. Die gilt's zu akzeptieren und das Beste draus zu machen. Man merkt es schon, dass wir nicht die Vorbereitung hatten, die wir uns gewünscht hätten. Aber es gelten keine Ausreden."

Hertha - seit sechs Spielen ungeschlagen - will die von Coach Dardai als "Jokerspiel" bezeichnete Nachhol-Partie am Mittwochabend nutzen, um weiter Boden gut zu machen. "Wenn es ein Punkt wird, akzeptieren wir es - wenn es drei werden, ist es ein Traum", befand Dardai. Mit der Lage beim als Absteiger feststehenden Schlusslicht will sich der Ungar nicht beschäftigen: "Solche Gegner sind immer gefährlich. Aber wir haben unsere Gedanken, unser Spiel, das müssen wir durchziehen."

Stark: "Wir müssen auf Sieg spielen"

Auch Abwehrchef Stark setzt auf Angriff: "Schalke wird nochmal alles raushauen. Aber für uns geht's um einiges. Egal, wie Schalke auftritt - wir müssen auf Sieg spielen und die Punkte mitnehmen." Dass sich in den anstehenden 180 Minuten auf Schalke und gegen Köln am Samstag Herthas Saison entscheiden könnte, ist Stark bewusst: "Wir können alle die Tabelle lesen. Zwischendurch muss man sich auch mal mit etwas anderem beschäftigen. Ab morgen muss dann der Rasen brennen. Das zählt, aber sich vorher zu sehr einen Kopf zu machen, das geht auch nicht."

Lukebakio und Plattenhardt zurück im Kader

Die Frische, auch die Tagesform waren gegen Bielefeld nicht auf Top-Level. Die personellen Rückschläge haben die Aufgabe im Saison-Finale nicht leichter gemacht. Trotzdem hält Dardai die Psyche des Teams für stabil: "Ich spüre keine unsicheren Spieler, sondern Ruhe." Seine Devise: "Losfahren und Mut zeigen." Nach kicker-Informationen sind Dodi Lukebakio und Marvin Plattenhardt mit in den Westen gereist und stehen erstmals nach ihren Coronavirus-Infektionen im Kader. Am Dienstagmittag hatte Dardai gesagt: "Von den Ärzten haben beide grünes Licht, aber sie haben nicht so viel trainiert." Jetzt sind beide zurück - und wollen mit den Kollegen in den ausstehenden drei Spielen diese nicht ganz unkomplizierte Mission zu einem guten Ende führen.

Steffen Rohr