Eishockey

Stanley-Cup-Finalisten Lightning und Stars in einer Staffel

NHL-Vorschau: Central Division

Stanley-Cup-Finalisten Lightning und Stars in einer Staffel

Geht mit Tampa in die Mission Titelverteidigung: Kapitän Steven Stamkos.

Geht mit Tampa in die Mission Titelverteidigung: Kapitän Steven Stamkos. Getty Images

Tampa Bay Lightning

Ziel erreicht! Tampa Bay gelang im Sommer 2020 der ganz große Wurf: Der Lightning kürte sich zum zweiten Mal in seiner Franchise-Geschichte zum Stanley-Cup-Champion. Nach dem ultimativen Triumph gelang es den Bolts, ihren Meister-Kader weitgehend zusammenzuhalten: Mit Anthony Cirelli, Mikhail Sergachev und Erik Cernak konnte verlängert werden. Einzig die Abgänge der beiden Verteidiger Kevin Shattenkirk (Anaheim Ducks) und Zach Bogosian (Toronto Maple Leafs) fallen ins Gewicht.

Mit einer guten Mischung aus Geschwindigkeit, Physis und Erfahrung geht Tampa Bay das Ziel Titelverteidigung an. Kapitän und Center Steven Stamkos, der fast die kompletten Play-offs verpasst hatte, ist wieder fit. Dafür verletzte sich mit Nikita Kucherov der wohl wichtigste Stürmer im Kader. In den letzten fünf Jahren war der Russe stets der Top-Scorer beim Lightning. Nun wird Kucherov wohl die komplette reguläre Saison wegen einer Hüft-OP verpassen. Umso mehr Verantwortung ruht nun auf Spielern wie Brayden Point. Der 24-jährige Kanadier ist nach überragenden Play-offs in die Riege der NHL-Superstars aufgestiegen. Zu dieser Kategorie gehört auch Andrei Vasilevskiy, einer der besten Goalies in der NHL.

kicker-Tipp: Der Lightning verfügt noch immer über enorme Qualität in Spitze wie Tiefe und zählt trotz der Kucherov-Verletzung zum Favoritenkreis für den Stanley Cup.

Carolina Hurricanes - Vereinsdaten
Carolina Hurricanes

Gründungsdatum

01.01.1971

Vereinsfarben

Rot-Schwarz-Silber-Weiß

Detroit Red Wings - Vereinsdaten
Detroit Red Wings

Gründungsdatum

25.09.1926

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Florida Panthers - Vereinsdaten
Florida Panthers

Gründungsdatum

14.06.1993

Vereinsfarben

Blau-Rot-Gold-Weiß

Tampa Bay Lightning - Vereinsdaten
Tampa Bay Lightning

Gründungsdatum

16.12.1991

Vereinsfarben

Blau-Weiß-Schwarz

Nashville Predators - Vereinsdaten
Nashville Predators

Gründungsdatum

25.06.1997

Vereinsfarben

Blau-Gold-Weiß

Dallas Stars - Vereinsdaten
Dallas Stars

Gründungsdatum

09.02.1966

Vereinsfarben

Grün-Silber-Schwarz-Weiß

Chicago Blackhawks - Vereinsdaten
Chicago Blackhawks

Gründungsdatum

25.09.1926

Vereinsfarben

Rot-Schwarz-Weiß

Columbus Blue Jackets - Vereinsdaten
Columbus Blue Jackets

Gründungsdatum

25.07.1997

Vereinsfarben

Blau-Rot-Silber

Dallas Stars

Tyler Seguin

Wie schwer wiegt sein längerfristiger Ausfall für Dallas? Stürmerstar Tyler Seguin. Getty Images

Dallas war die Überraschungsmannschaft der Vorsaison: Die Stars drangen bis ins Stanley-Cup-Finale vor und zogen dort knapp gegen den Lightning den Kürzeren (2:4). Ähnlich wie Tampa Bay hielten auch die Texaner den Kern ihres Teams zusammen. Mit Corey Perry (Montreal Canadiens) und Mattias Janmark (Chicago Blackhawks) sind nur zwei Stürmer nicht mehr an Bord. Dafür ist mit Julius Honka ein Verteidiger zurück, der im Vorjahr in seiner finnischen Heimat bei JYP in der Liiga aufs Eis ging. Neu ist auch Mark Pysyk (Florida Panthers), der sowohl in der Abwehr als auch im Sturm eingesetzt werden kann.

Eine Hypothek sind dagegen die Verletzungen von Nummer-1-Center Tyler Seguin (Hüft-OP) und Torwart Ben Bishop (Knie-OP nach Meniskusriss), die wohl noch zwei Monate ausfallen. Zwischen den Pfosten weiß Dallas mit Anton Khudobin einen erstklassigen Vertreter in der Hinterhand, der schon in den Play-offs ein Sieggarant war. Das gilt auch für die offensivstarke Defensive mit schussgewaltigen Verteidigern wie John Klingberg, Esa Lindell oder Miro Heiskanen. Neben erfahrenen Spielern wie Seguin, Kapitän Jamie Benn, Joe Pavelski oder Alexander Radulov verfügen die Stars auch über hoffnungsvolle Talente wie Denis Gurianov oder Joel Kiviranta, deren Sterne in den Play-offs aufgegangen sind.

kicker-Tipp: Dallas ist kein Geheimtipp mehr, sondern zählt zu den Top-Teams in der Central Division. Die Stars nehmen den nächsten Anlauf auf den Stanley Cup. Nachdem es kurz vor dem Saisonstart acht Corona-Fälle (sechs Spieler, zwei Funktionäre) im Team gab, dürfte es spannend werden ob und wie gut der Auftakt laufen wird.

Carolina Hurricanes

Sebastian Aho

Will mit Carolina nach ganz oben: Der Finne Sebastian Aho. Getty Images

Nach Jahren des Umbruchs scheint dieser in Carolina nun abgeschlossen zu sein. Seitdem Ex-Spieler Rod Brind'Amour das Traineramt übernahm, schafften es die Hurricanes zweimal in Folge in die Play-offs. Coach und Team bilden eine perfekt harmonierende Symbiose. So verwunderte es nicht, dass sich die Hurricanes auf dem Transfermarkt zurückhielten. Einzig Flügelstürmer Jesper Fast (New York Rangers) wurde neu hinzu geholt. Dagegen ließ die Franchise aus Raleigh im US-Bundesstaat North Carolina die beiden Verteidiger Joel Edmundson (Montreal Canadiens) und Trevor van Riemsdyk (Washington Capitals) ziehen. Routinier Justin Williams beendete seine Karriere. Der Schweinfurther Stürmer Dominik Bokk (20) wurde für ein weiteres Jahr nach Schweden zu Djurgardens IF verliehen.

Die Mannschaft ist also eingespielt und hat mit den Verteidigern Dougie Hamilton (27) und Jaccob Slavin (26) sowie den Stürmern Sebastian Aho (23), Teuvo Teräväinen (26) und Andrei Svechnikov (20) einen jungen und qualitiv hochwertigen Kern.

kicker-Tipp: Carolina scheint bereit, auch 2020/21 eine gute Rolle zu spielen und kann in der Central Division für Furore sorgen. Die Hurricanes werden die Play-offs erreichen und können mit der gesammelten Erfahrung der letzten beiden Jahre weit kommen.

Columbus Blue Jackets

Seth Jones

Schlüsselspieler in Columbus' Abwehr: Seth Jones. Getty Images

Auch in ihrem 20. NHL-Jahr wollen die Blue Jackets ein unangenehmer Gegner sein und den Großen ein Bein stellen. Viermal in Folge schaffte es Columbus in die Play-offs. Markus Nutivaara, Alexander Wennberg (beide Florida Panthers) und Josh Anderson (Montreal Canadiens) sind weg. Mit Routinier Mikko Koivu (37, Minnesota Wild) kam eine Menge Erfahrung sowie mit Max Domi ein weiterer neuer Stürmer. Zudem wurde der Vertrag mit Angreifer Oliver Bjorkstrand verlängert.

Columbus scheint über den Herbst nicht schlechter geworden zu sein und dürfte von Trainer John Tortorella erneut gut eingestellt werden. Mit Zach Werenski und Seth Jones haben die Blue Jackets zwei Top-Verteidiger sowie mit Elvis Merzlikins und Joonas Korpisalo ein zuverlässiges Goalie-Gespann in ihren Reihen. Der Sturm ist - trotz des Fehlens eines Topstars - recht ausgeglichen besetzt.

kicker-Tipp: Die Blue Jackets zählen sicher nicht zu den absoluten Top-Teams in der Central Division, werden im Play-off-Rennen aber wieder gehörig mitmischen.

Nashville Predators

Matt Duchene, Filip Forsberg, Mikael Granlund (v.l.)

Unter Zugzwang: Die Predators-Offensive mit Matt Duchene, Filip Forsberg, Mikael Granlund (v.l.). Getty Images

Das Cup-Fenster in Nashville scheint spätestens im letzten Sommer zugefallen zu sein: Die Predators scheiterten in der Quali-Runde an den Arizona Coyotes (1:3) und schafften es nach sechs Jahren in Folge nicht mehr in die Play-offs. Nun beginnt der Umbruch in "Music City": Kyle Turris (Edmonton Oilers), Nick Bonino (Minnesota Wild), Craig Smith (Boston Bruins), Austin Watson (Ottawa Senators) und der Münchner Korbinian Holzer (Yekaterinburg, KHL) sind weg. Die Neuzugänge Luke Kunin (Minnesota Wild), Erik Haula (Florida Panthers), Nick Cousins (Vegas Golden Knights), Brad Richardson (Arizona Coyotes), Matt Benning (Edmonton Oilers) und Mark Borowiecki (Ottawa Senators) sollen für eine Blutauffrischung sorgen.

In der Pflicht sind bei den Predators aber vor allem die Leistungsträger, die in der Vorsaison nicht aus einem Tief herauskamen: Vor allem die Stürmer Filip Forsberg, Matt Duchene, Ryan Johansen, Mikael Granlund und Viktor Arvidsson blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Das gilt auch für den lange Zeit unangefochtenen Torwart Pekka Rinne (38), der sich nun mit seinem finnischen Landsmann und designierten Nachfolger Juuse Saros (25) um den Platz zwischen den Pfosten duelliert. Mit Yaroslav Askarov (1. Runde, 11. Stelle im Draft 2020), der noch in St. Petersburg in der KHL spielt, hat das Team aus Tennessee noch ein großes Torwart-Talent für die Zukunft in der Hinterhand. Der ultimative Leistungsträger ist und bleibt der Schweizer Verteidiger Roman Josi, der im Vorjahr Top-Scorer war und mit der Norris Trophy als bester Verteidiger der Liga ausgezeichnet wurde.

kicker-Tipp: Nashville wagt in gewisser Weise einen Neuanfang. Gelingt den Predators ein besserer Saisonstart, ist eine Play-off-Teilnahme wieder möglich. In einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit den anderen Anwärtern dürfen sich die "Preds" aber nicht mehr so viele Ausrutscher erlauben.

Florida Panthers

Anthony Duclair

Hoffnungsträger unter den Panthers-Neuzugängen: Anthony Duclair. Getty Images

Der Play-off-Hunger bei den Panthers ist riesig: Viermal in Folge verpasste Florida den Sprung in die Endrunde. Im Vorjahr hatte sich die Truppe aus dem Sunshine State die Play-off-Qualifikation auf die Fahnen geschrieben, doch kam sie in der Stanley-Cup-Qualifikationsrunde nicht an den New York Islanders (1:3) vorbei. Die Geduld in Sunrise scheint nun am Ende zu sein: Mit Bill Zito übernahm ein neuer General Manager. Dieser ließ zwar Coach Joel Quenneville im Amt, krempelte dafür aber den Kader gehörig um: Mit Mike Hoffman und Evgenii Dadonov wurde mit zwei wichtigen Stürmern nicht verlängert. Auch Erik Haula (Nashville Predators) ging. Das entstandene Scoring-Vakuum sollen nun die Neuzugänge Patric Hörnqvist (Pittsburgh Penguins), Carter Verhaeghe (Tampa Bay Lightning), Alex Wennberg (Columbus Blue Jackets), Vinnie Hinostroza (Arizona Coyotes) und Anthony Duclair (Ottawa Senators) füllen. Die Verteidiger Radko Gudas (Washington Capitals), Markus Nutivaara (Columbus Blue Jackets) und Kevin Connauton (Colorado Avalanche) sollen Härte und Qualität im Spielaufbau einbringen.

Die Panthers wollen eine neue Hockey-DNA implementieren: Florida will härter und physischer spielen und vor dem Tor aggressiver und giftiger werden. Die Führungsspieler-Achse sollen die Verteidiger Aaron Ekblad, Anton Stralman und Keith Yandle sowie die Stürmer Aleksander Barkov, Jonathan Huberdeau und Hörnqvist sowie Torwart Sergei Bobrovsky bilden. Vor allem von ihrem Goalie erhoffen sich die Cats eine deutliche Leistungssteigerung.

kicker-Tipp: Die Panthers zählen erneut zu den Play-off-Anwärtern. Ob es im fünften Anlauf für die Rückkehr in die Play-offs reicht, hängt davon ab, wie schnell die Veränderungen greifen.

Chicago Blackhawks

Jonathan Toews (l.), Patrick Kane

Muss in Chicago vorerst ohne seinen Co-Star Jonathan Toews (l.) auskommen: Superstar Patrick Kane. Getty Images

Der personelle Aderlass bei den Blackhawks war enorm: Goalie Corey Crawford (nach Wechsel nach New Jersey nun plötzliches Karriereende), die Verteidiger Olli Määttä (Los Angeles Kings) und Slater Koekkoek (Edmonton Oilers) sowie die Stürmer Brandon Saad (Colorado Avalanche) und Drake Caggiula (Arizona Coyotes) sind weg. Zudem stehen mit Kapitän und Nummer-1-Center Jonathan Toews (Erschöpfungsszustände) und Top-Talent Kirby Dach (Handgelenks-OP) zwei Schlüsselspieler wohl länger nicht zur Verfügung.

Diese Verluste aufzufangen, dürfte eine "Mission Impossible" sein, die auch die Chicagos Neuzugänge Nikita Zadorov, Anton Lindholm (beide Colorado Avalanche), Brandon Pirri (Vegas Golden Knights), Mattias Janmark (Dallas Stars), Lucas Wallmark (Florida Panthers) und Carl Söderberg (Arizona Coyotes) kaum erfolgreich bewältigen dürften. Die Verantwortung müssen nun Superstar Patrick Kane sowie das junge Trio Alex DeBrincat (23), Dylan Strome (23) und Dominik Kubalik (25) schultern. Obendrein muss das Torhüter-Gespann Malcolm Subban und Collin Delia, die beide noch nie Nummer-eins-Status in der NHL genossen, erst nachweisen, in der Eliteliga bestehen zu können.

kicker-Tipp: Die Blackhawks stehen vor einer schweren Saison und dürften kaum konkurrenzfähig sein, um im Play-off-Rennen Fuß fassen zu können. Chicago zählt zu den Außenseitern in der Central Division.

Detroit Red Wings

Bobby Ryan

Neuzugang mit großer Vergangenheit: Bobby Ryan erzielte in der NHL in einer Saison schon über 70 Punkte. Getty Images

Die Red Wings waren 2019/20 das mit Abstand schlechteste Team in der NHL. Nun sollen die Neuzugänge frischen Wind nach Detroit bringen: Die Stürmer Vladislav Namestnikov und Bobby Ryan (Ottawa Senators), die Verteidiger Troy Stecher (Vancouver Canucks), Marc Staal (New York Rangers) und Jon Merrill (Vegas Golden Knights) sowie der deutsche Torwart Thomas Greiss (New York Islanders) sollen in "Motor City" für die Trendwende sorgen.

Vorerst nicht mit anpacken wird das deutsche Talent Moritz Seider (19), der im Draft 2019 in der 1. Runde an 6. Stelle von den Red Wings ausgewählt worden war und die Vorsaison komplett beim Farmteam Grand Rapids Griffins in der AHL verbrachte. Detroit verlieh den Verteidiger für die Saison 2020/21 an Rögle BK in die schwedische Top-Liga SHL, wo Seider derzeit herausragende Leistungen und einen weiteren deutlichen Entwicklungsschritt zeigt.

kicker-Tipp: Detroits Durststrecke dauert nun schon vier Jahre. Auch im Fünften deutet nur wenig darauf hin, dass eine Rückkehr in die Play-offs gelingen wird. Es fehlt nach wie vor an Qualität in der Tiefe und an der Spitze. Die Red Wings dürften stabiler auftreten als im Vorjahr, doch die Endrunde ist nicht in Sichtweite.

Christian Rupp

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