2. Bundesliga

Stanislawski: Kein Verständnis für Babbel

St. Pauli-Coach schießt gegen VfB-Coach

Stanislawski: Kein Verständnis für Babbel

Holger Stanislawski

Derzeit viel unterwegs: Holger Stanislawski pendelt von Hamburg nach Köln und zurück. imago

Der VfB-Teamchef, derzeit mit einer Sondergenehmigung des DFB ausgestattet, müsste sich der gleichen Tortur wie Stanislawski unterziehen und seine Trainerausbildung beim DFB parallel zum Job bei den Schwaben durchziehen. "Wenn ich bis Mittwoch oder Donnerstag in Köln sein muss, dann wird es natürlich unheimlich schwierig, die Mannschaft noch vernünftig zu trainieren und ihr meine Handschrift zu geben. Das ist eine Variante, die sich für mich derzeit sehr schwierig darstellt", hatte sich Babbel jüngst geäußert und auch ein Entgegenkommen des DFB mit mehr Blockunterricht für unzureichend erklärt.

Wir trainieren in der zweiten Liga nicht weniger als in der ersten. Das ist hier ebenfalls Profifußball.

Holger Stanislawski

Und hat damit Unverständnis bei Stanislawski hervorgerufen. "Wir trainieren in der zweiten Liga nicht weniger als in der ersten. Das ist hier ebenfalls Profifußball", erklärte der St. Pauli-Coach, der seit über neun Monaten genau die von Babbel infrage gestellte Variante durchzieht. Vielmehr glaubt Stanislawski, dass es im Unterhaus sogar noch schwerer ist, "weil man als Zweitligist in der Regel weniger Personal im Trainerstab hat."

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Er hat mit Andre Trulsen und dem weiteren Assistenztrainer Klaus-Peter Nemet zumindest zwei Männer seines Vertrauens an seiner Seite, um das Pensum zu bewältigen. "Das ist ein Stahlbad, ich versuche die elf Monate unter höchster Belastung hinzubekommen. Da denkt man auch, warum sollten andere es besser haben?" Gemeint ist Babbel. Gedacht hat er bei dieser Aussage aber auch an seine ehemaligen Kollegen in Wiesbaden, Ahlen, Jena und Mönchengladbach. "Als ich angefangen habe, waren außer mir noch Christian Hock, Christian Wück, Henning Bürger und Christian Ziege in der gleichen Situation", erzählt Stanislawski, "sie haben ihren Job inzwischen verloren und die Doppelbelastung wurde dabei von manchen Klubchefs auch als Begründung benutzt."

Vier Kollegen haben ihren Job schon verloren, die würden sich natürlich fragen, wenn es jetzt anders wird, warum habe ich dann meinen Arbeitsplatz verloren.

Holger Stanislawski

Schon deshalb würde Stanislawski überhaupt nicht verstehen, wenn der DFB nun doch einknicken würde und im Fall Babbel eine Ausnahme machte. "Vier Kollegen haben ihren Job schon verloren, die würden sich natürlich fragen, wenn es jetzt anders wird, warum habe ich dann meinen Arbeitsplatz verloren?" Die Signale des DFB an die künftigen Fußballlehrer allerdings sind laut Stanislawski eindeutig, da kann Babbel argumentieren, wie er will: "Es gibt klare Aussagen von DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus, DFB-Sportdirektor Matthias Sammer und Lehrgangsleiter Frank Wormuth, dass es keinerlei Vergünstigungen mehr gibt. Darauf verlassen wir uns."