Bundesliga

Stanisics stille Botschaft an Mazraoui

München: Kroate empfiehlt sich ausgerechnet gegen Coman

Stanisics stille Botschaft an Mazraoui

Hier ist Endstation: Josip Stanisic (#3) stoppt Frankreichs Kylian Mbappé.

Hier ist Endstation: Josip Stanisic (#3) stoppt Frankreichs Kylian Mbappé. picture alliance

Eigentlich, so war es Ende Mai geplant, sollte Josip Stanisic mit der kroatischen U-21-Nationalmannschaft die Qualifikation für die EM-Endrunde im kommenden Jahr in Georgien und Rumänien klarmachen. Nach dem 2:3 im Verfolgerduell gegen Norwegen, das mit einem Sieg gegen Aserbaidschan vorbei an Kroatien auf Platz eins springen kann, wurde Stanisic jedoch hochgezogen.

Nations League statt Qualifikation hieß es für den Bayern-Profi nach nur 45 Minuten bei der U 21. Die kroatische A-Auswahl hatte den Auftakt gegen Österreich in den Sand gesetzt (0:3), im Anschluss an das folgende 1:1 gegen Titelverteidiger und Weltmeister Frankreich kam Stanisic erstmal nach sieben Monaten wieder an der Seite von Luka Modric und Co. zum Einsatz. Beim 1:0-Sieg in Dänemark wurde der 22-jährige Rechtsverteidiger zur Pause für Sime Vrsaljko eingewechselt und ließ nichts mehr anbrennen.

Die Belohnung folgte am Montagabend: Nationaltrainer Zlatko Dalic brachte Stanisic beim Rückspiel in Frankreich von Beginn an auf der rechten Abwehrseite und wurde nicht enttäuscht. Der Münchner, den das Coronavirus und ein Muskelbündelriss zum Jahreswechsel lange außer Gefecht gesetzt hatten, verrichtete seinen Job im direkten Duell mit Kylian Mbappé und später Teamkollege Kingsley Coman derart souverän, dass den Franzosen im letzten Drittel wenig einfiel.

100-Prozent-Zweikampfquote gegen Frankreich

Stanisic stach über 90 Minuten mit einer blitzsauberen 100-Prozent-Zweikampfquote hervor, zudem schaltete er sich hin und wieder auch in der Offensive ein und bewies im Laufduell mit Coman, wie viel Schnelligkeit der gebürtige Münchner doch mitbringt. Während Kroatien den 1:0-Treffer von Modric aus der vierten Minute clever über die Zeit brachte, droht den Franzosen der Nations-League-Abstieg.

Und Stanisic sendete sogleich eine stille Botschaft in seine Heimatstadt und an Neuzugang Noussair Mazraoui, der vor wenigen Wochen für eben jene rechte Abwehrseite beim FC Bayern ablösefrei von Ajax Amsterdam gekommen war.

Der Marokkaner geht als klarer Favorit für den Posten in die Saison, doch Stanisic zeigt, wenn er denn darf, was in ihm steckt - wie schon am 34. Bundesliga-Spieltag, als er in Wolfsburg (2:2) ran durfte und prompt zum 1:0 traf. Für ihn ist eine Leihe kein Thema, nach kicker-Informationen will er sich beim Rekordmeister trotz gestiegener Konkurrenz durchbeißen.

Mario Krischel

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