Bundesliga

VfL Bochum: Eduard Löwen macht sich zu viel Druck

Bochum seit 301 Minuten ohne eigenen Treffer

Standard-Experte Löwen macht sich zu viel Druck

Er soll in Bochum nun so richtig zünden: Hertha-Leihgabe Eduard Löwen.

Er soll in Bochum nun so richtig zünden: Hertha-Leihgabe Eduard Löwen. imago images

Der Start bei seinem neuen Klub verlief glänzend, es ging aber auch ziemlich schnell abwärts. Bei den ersten Trainingseinheiten und Testspielen überzeugte Eduard Löwen, riss bereits das Spiel an sich, glänzte mit feinen Pässen und Abschlüssen.

Nicht unerwartet aber verlor Bochums Leihgabe von Hertha BSC während seiner Teilnahme am Olympischen Fußballturnier den Anschluss, plagte sich nach seiner Rückkehr aus Japan mit muskulären Problemen und geriet deutlich ins Hintertreffen.

Bei Olympia übrigens zeigte Löwen, warum er als ganz feiner Standardschütze gilt, als er im dritten Gruppenspiel der deutschen Mannschaft gegen die Elfenbeinküste ein tolles Freistoßtor erzielte. Mit solchen Aktionen jedoch hat er sich bei seinem aktuellen Klub noch nicht hervorgetan.

Nijmegen als Fingerzeig?

Der nächste Schritt aber ist immerhin gemacht: Beim Testspiel gegen NEC Nijmegen am vorigen Donnerstag trumpfte Löwen mit zwei Toren und starken Pässen ganz groß auf. Dementsprechend soll er am Samstag in Fürth auch das Bochumer Spiel mehr an sich reißen und natürlich auch bei ruhenden Bällen für Gefahr sorgen.

"Seine Laufleistung hat sich stark verbessert", lobt Trainer Thomas Reis, "im Training kannst du sehen, dass es bei ihm aufwärts geht. Er ist sicher in der Lage, unserem Spiel seinen Stempel aufzudrücken."

Reis: "Kann eine richtige Waffe für uns werden"

Offenbar aber macht sich Löwen wohl selbst zu viel Druck. "Jeder erwartet von ihm gute Standards, das kann auch eine richtige Waffe für uns werden. Aber da macht er sich zu viele Gedanken", findet Reis.

Beim Mit-Aufsteiger in Fürth stellt sich Bochums Mittelfeld-Zentrale quasi von alleine auf, weil Robert Tesche wegen muskulärer Probleme aussetzen muss. Löwen also dürfte zur Startelf gehören, ebenso wie "Capitano" Anthony Losilla und der kampfstarke Elvis Rexhbecaj, der allerdings in Bochum bisher noch deutlich unter seinen Möglichkeiten geblieben ist.

Gute Erinnerungen an den Ronhof

Beim brisanten Aufeinandertreffen der beiden Tabellen-Schlusslichter erwartet Reis jedenfalls eine ziemlich offene Partie; erstmals geht der VfL ja nicht als Außenseiter ins Spiel. Im vorigen Jahr gewann jeweils das Auswärtsteam das Duell der beiden späteren Aufsteiger, gerade in Fürth bot der VfL eine hervorragende Leistung. "Dieser Sieg hat uns damals mächtig Rückenwind im Aufstiegskampf gegeben", erinnert sich Reis.

In der Vorsaison habe Fürth sehr mutig gespielt; "momentan", so Reis, "sind sie wie wir in einer Findungsphase und haben ihre Spielweise ein bisschen verändert, auch mal lange Bälle eingestreut."

Bochum reist optimistisch ins Frankenland, muss aber dringend seine Offensivschwäche beheben. Es herrscht mächtige Flaute: Seit 301 Minuten erzielte der VfL keinen Treffer mehr.

Oliver Bitter

Keiner so ineffizient wie der BVB: Das Wechsel-Ranking der Bundesliga